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Das Königshaus der Monster von Jonathan Barnes

Rezension von Zeenat Rauf

 

Henry Lamb fristet sein Dasein in London und arbeitet in der staatlichen Archivverwaltung. Die Arbeit ödet ihn selbst an, doch schneller als ihm lieb ist, wird er plötzlich befördert. Er soll nun für das Direktorium, eine Organisation über die kaum etwas bekannt ist, und für die Henry eine wichtige Rolle spielt, arbeiten. Denn sein Großvater, der mittlerweile im Koma liegt, hat auch im Direktorium gearbeitet und besitzt Informationen, die für den Ausgang eines Krieges von enormer Bedeutung sind. Ja, es tobt ein Krieg in London, von dem die Bürger Britanniens noch nicht einmal etwas ahnen. Das Direktorium kämpft gegen das Königshaus, gegen die Windsors.

Vor langer Zeit hat Queen Viktoria einen Pakt unterschrieben. Einen Pakt, der ihr die Hilfe eines mächtigen Wesens, Leviathan, zusichert, so dass Englands Grenzen sicher bleiben. Im Gegenzug versprach sie dem Wesen London- mit all seinen Einwohnern.

Damals war der Gründer des Direktoriums Augenzeuge und schwor, der Sache Einhalt zu gebieten.

Seitdem umkreisen sich die Gegner gegenseitig, ohne jedoch Erfolge zu erzielen. Durch das Ausfallen von Henrys Großvater steht dieses Gleichgewicht jedoch auf der Kippe.

Eine Schlüsselfigur spielt dabei die Frau Estella, die auf grausame Art missbraucht wurde, um Leviathan in eine menschliche Hülle gefangen zu nehmen. Nur Henrys Großvater kennt ihren Aufenthaltsort und nun liegt es an Henry die Frau ausfindig zu machen, bevor die Feinde dies tun.

Bald muss Henry erkennen, dass er selbst nur ein Spielball höherer Mächte ist…

 

Fazit:

„Das Königshaus der Monster“ lässt sich zum Genre Urban-Fantasy einstufen und ist in der Ich-Perspektive geschrieben, wobei nach längerer Zeit kommt eine zweite Sichtweise, die des Feindes, hinzukommt, die sich auch direkt an den Leser wendet.

Das Buch besitzt keine nennenswerte Tiefe und war nicht gerade spannend; als Leser hat man das Gefühl das Ganze eher von weitem zu betrachten, als selbst Teil des Geschehens zu sein, wobei eine unvorhersehbare Handlung auch nicht geholfen hat.

Die Idee an sich ist zwar keine schlechte, und dass Jonathan Barnes Geschichten in Groß-Britannien stattfinden gefällt mir, genau wie der„englische“ Stil, doch ist seine gute Idee eher schlecht umgesetzt. Man wird nicht richtig mit dem Protagonisten warm, zwar ist er nicht der typische, perfekte Held Charakter, dennoch kann man sich eher schlecht in ihn hineinversetzten. Ständig ruft er seine Mutter an, eventuell um Aufmerksamkeit von seiner desinteresseierten Mutter zu bekommen oder aber um eine vertraute Stimme zu hören. So ganz klar wurde es nicht; meiner Meinung nach war es eher überflüssig, denn wie der Erwachsene Mann immer wieder „Mama“ zu ihr sagte, hat ein wenig genervt.

Hinzu kommt, dass Henrys handeln eigentlich immer vom Direktorium bestimmt ist, er kommt nicht aus sich heraus, es findet keine Entwicklung statt, sondern er folgt immer nur den Befehlen, auch wenn er nicht immer mit ihnen einverstanden ist. Dass er gleichzeitig in der Sichtweise des Feindes als Feigling und dergleichen beschrieben wird, macht es auch nicht gerade besser.

Positiv ist die Ich-Perspektive, die dafür sorgt, dass weder Protagonist, noch Leser das Geschehen im Großen und Ganzen erkennen, sondern nur stückhenweise an die Wahrheit herangebracht werden.

Das Ende war dann sehr enttäuschend, es schien nicht wirklich zum Rest des Buches zu passen und war ein wenig Science-Fiktion betont.

„Das Königshaus der Monster“ hat meine Erwartungen also eher nicht erfüllt und ich würde es auch nicht als empfehlenswert einstufen; da wahr „Das Albtraumreich des Edward Moon“ von Jonathan Barnes um Längen besser.

 

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Das Königshaus der Monster

Autor: Jonathan Barnes

Übersetzung: Biggy Winter

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten

Verlag: Piper (März 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3492701760

ISBN-13: 978-3492701761

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.04.2009, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:14