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Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den modernen Klassikern der Fantasy, die auch über die Grenzen des Genres hinaus gekannt sind, gehört sicherlich Das letzte Einhorn ein poetisches Märchen für Jung und Alt, das vielen vor allem durch die liebenswerte Adaption als Zeichentrickfilm in Erinnerung geblieben ist. Weniger bekannt ist wohl, dass die Geschichte auch einmal als Comic erzählt wurde. Panini präsentiert diese nun in einer edlen Hardcover-Neuauflage, wohl auch mit Blick auf das Weihnachtsfest.

 

Lange lebt das Einhorn friedlich in seinem Wald, aber es spürt, dass etwas nicht stimmen kann, dass die Menschen immer abgestumpfter und blinder gegenüber den Wundern der Welt werden. Ein Gespräch zwischen zwei Jägern lockt es schließlich aus seiner Heimat fort, denn es will wissen, ob es wirklich das Letzte seiner Art ist wie sie behaupten.

Ein Schmetterling, ein Zauberlehrling und eine Räuberbraut weisen ihm schließlich den Weg und letztere werden seine Begleiter auf dem Weg zu dem Ort, an dem sich das Schicksal der Welt entscheiden könnte: König Haggards Schloß, das vom Roten Stier bewacht wird. Denn ausgerechnet dieser alte Mann scheint an allem Schuld zu sein.

 

Vermutlich gibt es seit den 1980er Jahren nur wenige Leser, die den Film gesehen haben, an dem sich nun jede andere Adaption messen lassen muss. Die Music von America und die feinen, leuchtenden Zeichnungen japanischer Künstler haben sich tief in das Gedächtnis der Leute eingeprägt, so dass auch der Comic in diese Richtung schlägt und sich nicht scheut, sich immer wieder daran anzulehnen, gerade was die Landschaften und das Einhorn selbst angehen.

Die anderen Figuren sind freilich etwas realistischer gezeichnet, wirken weitaus menschlicher und nicht so niedlich wie Manga-Figuren. Das ist aber auch die einzige Freiheit, die sich die Zeichner erlauben, um sich so wenigstens etwas vom Film abzuheben.

Ansonsten versucht man bewusst, die Atmosphäre einzufangen, die Bilder sind weich, die Panels fließend und die Farben leuchtend. Nur wenn es die Szene bedingt wird es düster und monoton – zumeist in König Haggards Schloss.

Die Geschichte folgt der Erzählung des Films, manche Dialoge sind tatsächlich übernommen, so dass Fans die Stimmen der Figuren im Kopf haben, wenn sie die Geschichte lesen. Es sind die kleinen aber feinen Detals, die den Comic dann doch wieder etwas von der filmischen Umsetzung abheben und die Möglichkeit eben länger bei den Bildern und Szenen zu verbleiben.

Auch gibt es ein paar Momente, die im Film fehlen, aber ins Buch gehören – das Dorf zu Füßen von Haggards Schloss und seine Bewohner bekommen hier Stimme und Raum, schaffen es, die Geschichte abzurunden. Und dann ist da auch noch eine Königstochter, die ein Einhorn sucht, aber am Ende etwas ganz anderes findet.

Abgerundet wird der Band durch ein Interview mit Peter S. Beagle und jeder Menge Zeichnungen, unter anderem den Alternativ-Covern der Einzelhefte.

 

Fazit:

Alles in allem vereint die Comic-Adaption von »Das letzte Einhorn« die märchenhafte und verzaubernde Stimmung die Buch und Film gleichermaßen innewohnt und ist nicht nur eine bloße Kopie des ikonischen Streifens, sondern geht öfters auch eigene Wege, so dass es sich durchaus lohnt einen Blick in die schöne neue Ausgabe zu werfen, die junge wie alte Einhorn-Fans verzaubern dürfte.

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Eure Meinung:

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Comic:

Das letzte Einhorn

Autor des Originals : Peter S. Beagle

Adaption: Peter B. Gillis

Zeichnungen: Renae de Liz

Tusche und Farben: Ray Dillon

Übersetzung: Claudia Fliege

Panini Verlag, 10/2019

Vollfarbiges Hardcover, 180 Seiten

 

ISBN-10: 3741614475

ISBN-13: 978-3741614477

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.11.2019, zuletzt aktualisiert: 10.12.2019 18:33