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Das Lied der Banshee von Janika Nowak

Rezension von Christel Scheja

 

Schon als Kind interessierte sich Janika Nowak, die heute als freie Texterin und Autorin in Hamburg lebt, für Mythologie. Viel von ihrem Wissen hat sie nun in ihren Roman „Das Lied der Banshee“ einfließen lassen.

Illustriert wurde der Roman von Nina Nowacki, die etwa zeitgleich mit dem Erscheinen des Romans auch mit ihrem Manga „Guns & Swords“ debütiert.

 

Schon als Kind war das Leben für Aileen anders als das ihrer Klassenkameraden. Ihre Mutter ist bei ihrer geburt gestorben und ihr Vater nach und nach dem Alkohol verfallen. Aus diesem Grund ist sie schon früh selbstständig geworden und hat, so bald sie konnte ihr Elternhaus verlassen. Für die Tischlerlehre in der Hauptstadt Berlin ist sie in ein Wohnheim für Lehrlinge gezogen.

Auch wenn sie nicht gerade hässlich ist, so hat Aileen doch nicht unbedingt den Bezug zu Mode und Schminken wie ihre Zimmernachbarin Bettina und übersieht zudem ganz, dass Thomas, der frischgebackene Geselle ihres Meisters mehr als nur ein Auge auf sie geworfen hat.

Dennoch lässt sie sich dazu überreden, am Wochenende auszugehen, hält ihn aber auf Distanz. Als sie abends allein nach Hause gehen will, wird sie von vier bulligen Jugendlichen angegriffen. Danach verändert sich ihr Leben schlagartig.

Denn nicht nur, dass sie bei der Attacke erstmals ihre Stimme als Waffe einsetzt, zu ihr gesellen sich auch andere, die sie beschützen und andeuten, dass Aileen kein Mensch ist.

Doch wirklich glauben kann sie ihnen erst, als sie im Wohnheim ein Blutbad vorfindet – angerichtet von Wesen, die nicht von dieser Welt sind.

Zusammen mit dem Wassermann Macius, der Sirene Pheme und der Oni Aiko – aber auch Thomas muss sie schließlich aus Berlin Richtung Osten fliehen, da unheimliche Kräfte es darauf abgesehen haben, Aileen zu vernichten. Immerhin ist sie die letzte Banshee, wie man ihr nun enthüllt, die Letzte einer langen Linier von mächtigen Todesfeen und sollte so schnell wie möglich lernen, ihre erwachenden Kräfte zu beherrschen ...

 

„Das Lied der Banshee“ ist einer der wenigen illustrierten Romane, die es heute noch gibt, und man merkt sehr deutlich, dass die Bilder genau auf die Geschichte gearbeitet wurden, so dass der Band formal schon Atmosphäre entwickelt.

Die Geschichte selbst kann halbwegs mithalten, auch wenn eine gewisse Distanz zu den Figuren zu erkennen ist, denn sie wachsen einem nicht ganz so ans Herz. Das mag auch daran liegen, dass die Autorin auf all zu viel Gefühlsduselei verzichtet.

Ebenso wenig wird die Romanze in den Mittelpunkt gestellt. Thomas weicht zwar nicht von Aileens Seite und die beiden durchleben bis zu einem gewissen Grad Freud und Leid der Zuneigung, aber das Mädchen reagiert außerordentlich spät auf die Gefühlsbekundungen ihres Freundes.

Dafür überwiegen das Abenteuer und die Enthüllung von Geheimnissen. Man merkt auch hier, dass die Autorin ihrer Heldin nicht wirklich schaden will obwohl sie sich nicht scheut, auch manchmal etwas brutal zu werden, aber die Konflikte und Auseinandersetzungen sorgen für die entsprechende Spannung.

Ansprechen dürfte die Geschichte vor allem junge Leserinnen, die noch mehr den Aspekt der Freundschaft und des Abenteuers in ihrer Lektüre schätzen und mit der Heldin zusammen alte Mythen entdecken wollen. Für erfahrene Leser ist die Handlung selbst zu schlicht, sie können aber genießen, wie geschickt die Autorin die Mythen der Welt miteinander verflochten hat.

 

Alles in allem ist „Das Lied der Banshee“ ein ganz typischer All-Age Urban-Fantasy-Roman, der sich vor allem an Teenager und Junggebliebene richtet, die nichts gegen Mythen und ein vielleicht ein wenig zu märchenhaftes Ende haben.

 

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Das Lied der Banshee

Autorin: Janika Nowak

gebunden - 480 Seiten

Knaur/Pan, erschienen Januar 2011

Titelbild von Timothy Lantz, Innenillustrationen von Nina Nowacki

ISBN-10: 3426283395

ISBN-13: 978-3426283394

Erhältlich bei: amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.03.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59