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Das Opfer der Witwe von Lisa Smedman

Die Büßerin Band 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Halisstra Melarns Queste ist gescheitert. Die zum Glauben an die Göttin Eilistraee konvertierte Drow wurde in die tiefsten Tiefen der äußeren Ebenen gesandt, um die Dämonengöttin zu töten, die sie einst verehrte, wurde aber statt dessen in eine grässliche Kreatur verwandelt, die den Rachegelüsten ihrer früheren Herrin willfährt.

Denn die Königin des Abgrunds der Dämonennetze hat nicht nur ihr Schweigen überlebt, sondern sich auch zu etwas Größerem als zuvor entwickelt – etwas, das seine Domäne mit niemandem mehr teilen muss.

Könnte es sein, dass der Krieg der Spinnenkönigin gerade erst begonnen hat?

 

Rezension:

Kaum ist Lolth stärker denn je am Ende der 6 Bände von Der Krieg der Spinnenkönigin zurückgekehrt, geht sie frisch und munter daran, ihre Konkurrenz auszuschalten, allen voran ihre Tochter Eilistraee, mit der sie den Konflikt in einem Sava-Spiel austrägt. Am Ende kann es nur einen Sieger geben.

Um zu gewinnen, spielen beide Seiten diverse Figuren aus. Hinzu kommen noch Lolths Kämpe, der Halbgott Selvetarm und Eilistraees Bruder Vhaeraun, die ebenfalls versuchen, in diesem gefährlichen Treiben einen entscheidenden Vorteil zu erringen.

Im Mittelpunkt der sterblichen Figuren steht Q'arlynd Melarn, ein Kampfmagier und der Bruder von Halisstra Melarn, die es im Krieg der Spinnenkönigin nicht vermochte, Lolth mit der Mondsichelklinge zu töten. Q'arlynd folgt nun seiner Schwester durch ein Portal an die Oberfläche, in der Hoffnung, sie wieder zu finden um das Haus Melarn neu zu gründen - mit ihm als graue Eminenz. Doch Halisstra ist von Lolth zur Strafe in eine Mischform aus Spinne und Dämon verwandelt worden und gezwungen, der Witwe zu dienen, als Büßerin oder wie es im Original bedeutungsvoller heißt: Lady Penitent. So bleibt dem Magier zunächst nichts anderes übrig, als sich anderswo einen sozialen Aufstieg zu suchen. Er trifft auf Priesterinnen Eilistraees und steckt schon bald mitten in der Auseinandersetzung zwischen den Nachtschatten Vhaerauns, den finsteren Gefolgsleuten Selvetarms und den Priesterinnen.

Doch auch Halisstra taucht plötzlich auf und mit ihr die Aussicht auf die Wiedergewinnung der Mondsichelklinge ...

 

Der Handlungsrahmen ist komplex und Lisa Smedman hat es zunächst nicht leicht den Hintergrund verständlich aufzubereiten. Wer die Forgotton Realms nicht kennt, und erst recht ohne Vorkenntnisse aus dem "Krieg der Spinnenkönigin ist hier chancenlos. Dabei muss Smedman das große Problem bewältigen, die bedeutenden Änderungen der Spielwelt in Version 4.0 von Dungeons & Dragons (Juni 2008) so einzubauen, dass es stimmig bleibt.

Hat man sich durch die ersten Figurenvorstellungen gekämpft und die handelnden Parteien identifiziert, verfolgt man vergnügt die Abenteuer Q'arlynds, der alles in allem ein zweiter Pharaun ist, auch wenn es teilweise schwer ist, die Unterschiede zwischen den Kämpfen mit Nachtschatten oder Selvetargtlin zu erkennen. Der ausgefuchste Drow ist eine jener Figuren, die stets etwas in der Hinterhand haben, um sich aus der Schlinge zu winden, wenn Q'arlynd auch hin und wieder durchblicken lässt, dass er nicht der harte Drow ist, wie es sich für einen Anhänger Lolths gehört. Neben der eigentlichen Auseinandersetzung zwischen den Göttern bleibt die restliche Handlung jedoch ideenlos und zieht sich teilweise unnötig in die Länge. Dadurch bleiben alle Nebenfiguren blass und austauschbar. Allein die kurzen Szenen um einen Halborkspion ragen daraus hervor.

Das Ende liefert dann die notwendigen Höhepunkte um auf die Fortsetzung gespannt zu sein.

 

Feder & Schwert liefert eine gewohnt erstklassige Taschenbuchausgabe, das stimmungsvolle Cover von Wes Benscoter macht zu Recht neugierig auf den Inhalt.

 

Fazit

Der Krieg der Spinnenkönigin geht in neuer Qualität weiter und wird das Pantheon der Dunkelelfen gehörig verändern. Auch wenn die Story in einigen Teilen etwas farblos ausfällt, ist das Buch für Fans und Insider sehr zu empfehlen. Leser ohne Vorkenntnisse sollten jedoch zunächst zumindest die sechsbändige Reihe "Der Krieg der Spinnenkönigin" gelesen haben, noch besser natürlich auch noch die "Saga vom Dunkelelf".

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Eure Meinung:

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Leiril
Montag, 04. Mai 2009 22:42 Uhr
Leider bleiben die Hauptcharaktere doch blass und manche ihrer Handlungen wirkt unmotiviert oder kaum (für einen Drow) nachvollziehbar. Es war schon nicht ihre Stärke die vielschichtige Bosheit im Krieg der Spinnenkönigin aus den ersten drei Bänden in die zweite Hälte hinüberzuretten und auch hier happert es am gleichen Problem.

Hinzu kommt die teilweise hahnebüchene Auslegung und Brechung der Regeln des AD&D. Ja ein Roman darf hier und da auch mal abweichen, manchmal etwas biegen und vielleicht auch brechen, aber im Gros sollte es doch wohl klappen sich an normale Gepflogenheiten einer Fantasywelt zu halten. Insbesondere wenn andere Autoren das ebenso gut schaffen und dennoch spannende Geschichten schreiben. Da bedurfte es einstmals Dutzender, ja teilweise Hunderter extrem mächtiger und ewig geschulter Hochmagier, um weniger komplexe Dinge zu tun, und hier vermögen es vollkommene Dilletanten und Anfänger mit mangelnder Kenntnis und einer halbgaren Schriftrolle. Wenn Zauber so einfach ist, warum krepierten dann sonst immer so viele Elfen bei weniger extremen Dingen, wie einigen Drachen zu Bett zu legen, Schwerter zu verzaubern oder, oh Wunder, ein Tor zwischen den Welten zu öffnen?

Dass die Waffe, genährt von Eilistraee und nur durch sie mit Macht versehen, verloren, dann kaputt ging (was nur geschehen könne, wenn Eili ihr keine Macht mehr verleiht) und sich dann keiner wundert, dass diese Waffe plötzlich wieder funktioniert, ist auch eigenartig. Keiner, nur der Leser, kommt da auf die Idee, es könnte doch sein, dass Lolth hier rumgepfuscht hat? Nicht mal Eili selbst merkt mehr, dass nicht sie die Waffe stärkt? Hö? Ich dachte Götter hätten mehr Schneid.

Dass die Büßerin/LP nichts weiter als der Spinne Werkzeug ist, geht auch keinem wirklich auf, oder die Damen wollen mal wieder nichts sehen und hören. Es wirkt alles so vorhersehbar.

So plätschert also der Plot dahin, von einer Absurdität zur nächsten und als Leser und RPGler fragt man sich schon, weshalb auf den Seiten von WoTC über Frau Smedman gesagt wird, sie stehe im Ruf sich in den Reichen auszukennen.

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Buch:

Das Opfer der Witwe

Autorin: Lisa Smedman

Die Büßerin Band 1

Original: Sacrifice of the Widow - Lady Penitent Band 1, 2007

Übersetzerin: Dorothee Danzmann

Feder & Schwert, Dezember 2008

Taschenbuch, 384 Seiten

Cover: Wes Benscoter

 

ISBN-10: 3867620431

ISBN-13: 978-3867620437

 

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

Der Krieg der Spinnenkönigin

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.04.2009, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13