Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Das Orakel von Oonagh von Flavia Bujor

Rezension von Christel Scheja

 

Bis vor wenigen Jahren hat man angenommen, dass junge Autoren im Teenager-Alter sprachlich noch nicht ausgereift genug wären, um auch in Buchverlagen veröffentlicht zu werden. Dann aber haben Romane wie Christopher Paolinis „Eragon“ und nicht zuletzt Flavia Bujors „Das Orakel von Oonagh“ dafür gesorgt, dass man diese ernst zu nehmen, ja sogar zu hofieren begann. Eine neue Sparte im Genre der Fantasy wurde los getreten.

 

Die drei Mädchen Jade, Opale und Ambre sind bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr in gänzlich unterschiedlichen Welten aufgewachsen. Doch an ihrem Geburtstag erhalten sie besondere Juwelen und erfahren von einem besonderen Schicksal, dem sie sich stellen müssen. Und so treffen die stolze und herrische Herzogstochter, die kühle introvertierte Bürgerstochter und das vertraute Bauernmädchen schließlich aufeinander.

Sie sind dazu ausersehen eine uralte Prophezeiung zu erfüllen, die dem von Nüchternheit und Phantasielosigkeit geprägten Land die Magie und Freunde wieder zu bringen. Denn vor langer Zeit hat der mächtige Rat der Zwölf die alles Märchenhafte und Mystische verband, seien es nun Fabelwesen oder die arkane Kraft selbst. Um genaueres zu erfahren, müssen sie das Orakel von Oonagh aufsuchen. Hinweise wo sie es finden können, erhalten sie nur in der Stadt Nathrynn, in der sich als einzigstes noch Widerstand gegen die Gebote des Rates regt. Der Buchhändler Jean Losserand hilft ihnen weiter, den Übertritt in „Die Mär“ ermöglicht ihnen aber erst der junge Adrien de Rivebel. Auf ihrer weiteren Reise müssen die Mädchen lernen, zusammen zu arbeiten, um die Gefahren, die sich ihnen entgegen stellen zu überwinden und lernen dabei eine Menge über sich selbst.

Ihre Reise bleibt jedoch nicht unbemerkt. Der Rat ahnt, dass seine Macht gefährdet ist und sendet ein dunkles Heer aus, um die Auserwählten und vielleicht sogar die Mär zu vernichten, ehe sie sich einmal mehr ausbreiten und die eherne Ordnung zerstören kann...

 

Flavia Bujor war erst zwölf Jahre alt, als sie den Roman verfasste, und das merkt man dem Buch tatsächlich an. Inwieweit Erwachsene lektorierend eingegriffen haben kann man zwar nicht feststellen, aber der Aufbau der Geschichte und der geradlinige Handlungsfluss sind typisch für junge Autoren: Die Figuren werden nicht unbedingt über tiefergehende Charakterzüge definiert, sondern eher über ihr Aussehen und das was sie tut. Zwar denken die Mädchen und ihre Gegenspieler, aber Motive und Handlungen fügen sich wie selbstverständlich aneinander und werden nicht besonders erklärt.

Letztendlich bleiben Figuren und Geschehnisse stark an der Oberfläche. Spannung entsteht weniger durch das, was sie erzählt, eher dadurch wie sie ihre Geschichte umsetzt. Deshalb kann man auch über verschiedene Längen und das etwas geraffte Ende hinweg sehen. Einzig die kryptische Handlung um eine sterbenskranke Frau, die Abenteuer der drei Mädchen zu träumen scheint wirkt etwas kryptisch und unpassend, sie hätte auch weggelassen werden können.

 

Jüngere Leser, die etwa im gleichen Alter der Autorin sind, werden sich von „Das Orakel von Oonagh“ angesprochen fühlen, da es genau die Art von Beschreibungen beinhaltet, die viele in diesem Alter mögen. Die Reise von Jade, Opale und Ambre ist zwar abenteuerlich aber nicht zu actionreich, und Flavia Bujor legt ihr Augenmerk genau auf die Dinge, auf die vor allem Mädchen achten.

Erfahrenere Leser werden schnell die Schwächen des Buches erkennen und sich stellenweise etwas langweilen, aber für diese dürfte eher interessant sein, wie die junge Autorin ihre Phantasien mit Leben erfüllt, wenn sie sich darauf einlassen wollen.

Eure Meinung:

Durch einen Wechsel der Kommentarfunktion unterscheiden sich diese Einträge von neueren.

Anzeige: 1 - 1 von 1.

gast
Samstag, 04. April 2009 20:14 Uhr
Die Rezension ist noch sehr nett geschrieben, denn dieses Buch war das schlechteste Buch, das ich je in meinem Leben gelesen habe. Das ist etwas, was man als Grundschulkind im Deutschunterricht schreibt, es vllt. nach 5 Jahren mal wieder liest und es dann kopfschüttelnd wegwirft...

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Das Orakel von Oonagh

Autorin: Flavia Bujor

broschiert, 352 Seiten

cbt, erschienen März 2007

Übersetzung aus dem Französischen von Roseli und Saskia Bontjes van Beek

Titelbild von Dieter Wiesmüller

ISBN 978-3-570-30360-3

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 06.03.2007, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49