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Das samtrote Sofa

Autorin: Karin Reddemann

 

Diese Story erschien 2018 in Zwielicht 11 herausgegeben von Michael Schmidt und Achim Hildebrand.

 

Ich las die seltsame Geschichte einer jungen Frau, die völlig verwirrt an einem launigen Aprilabend im Jahr 1912 auf einem samtroten Sofa saß. Eigentümlich gekleidet war sie, wie es hieß, geradezu aufreizend in diesem engen Rock, der soeben noch die Knie bedeckte, diesem frechen kleinen Hut, dieser knappen weißen Bluse, unter der sich ihre wohlgeformten Brüste abzeichneten. Das Sofa stand in einem Schaufenster gleich neben der Werkstatt des Berliner Polsterers Paul Beckstein. Der Mann staunte nicht schlecht, als er die ungewöhnliche Fremde entdeckte, die dort einfach nur saß und wie hypnotisiert mit weit aufgerissenen Augen starrte, ohne sich erinnern zu können, wer sie war. Einzig das Sofa schien ihr vertraut zu sein. Sie sagte, sie hätte schon einmal auf ihm gesessen. Aber ansonsten hätte sie alles vergessen.

Einundvierzigig Jahre später, am dreizehnten April 1953, verschwand aus dem Büro des Berliner Filmregisseurs Harry Kreissle die Schauspielerin Hanna Kuklinski, eine blondierte Mitzwanzigerin mit schmaler Taille und Bardot-Lippen, auffällig hübsch, frisch verlobt und von Kreissle eingeladen, um für eine Rolle vorzusprechen. Komödiantisches Fach. Hanna Kuklinski stöckelte auf ihren blauen neuen Pumps hinein, die Handtasche, das kecke Hütchen farblich abgestimmt, und kam nie wieder hinaus.

»Sie saß doch eben noch da, sie saß genau da auf dem Sofa, und dann war sie weg, einfach weg«, soll Harry Kreissle gebrüllt haben, als er in Handschellen abgeführt wurde. Natürlich dachten alle, er hätte sie umgebracht. Eine Leiche fand man freilich nicht. Stattdessen meldete sich eine ältere Dame bei der Polizei, die sich als die Witwe Gertrud Beckstein auswies, aber behauptete, ihr richtiger Name sei Hanna Kublinski. Sie hätte in den Nachrichten von dem angeblichen Mordfall gehört, und augenscheinlich, nach dieser unvorstellbar langen Zeit, sei ihr alles wieder eingefallen. Wo sie geboren, aufgewachsen war, wie ihre Eltern hießen, dass sie mit dem Architekturstudenten Rudolf Kasparek verlobt war, dass sie Theater spielte und vom Film träumte. Wie sie auf dem samtroten Sofa im Büro des Regisseurs Harry Kreissle Platz nahm, der jetzt im Verdacht stand, sie ermordet zu haben. Wie sie dann plötzlich auf exakt diesem Sofa im Schaufenster des Polsterers Beckstein saß. Der die sonderliche Schöne, zukünftig Getrud genannt, die sich noch eine gute Weile sortieren musste, um sich zurechtzufinden, drei Jahre später ehelichte. Im Mai 1915.

Ein Jahrhundert verging. Und ich las die ganze erstaunliche Geschichte und dachte zum ersten Mal nach dieser so phantastisch befreienden Phase des Verdrängens wieder an Matti Pittlalski. Eine Ewigkeit ist das her.

Es war kurz nach diesem wirklich heißen Sommer 1977, in dem Heide Pettlalski verschwunden war und jemand am frühen Sonntagmorgen Feuer am Schuppen neben dem Zwinger gelegt hatte. Wohl aus Unachtsamkeit, neben dem Sack mit den Gartenabfällen lagen Zigarettenstummel und angekohlte Streichhölzer. Mein Großvater schäumte vor Wut, vor allem wegen Artos, der freilich nichts abbekommen hatte. Vielleicht auch gar nichts mitgekriegt. Er war alt und immer müde. Mein Großvater verbrannte sich die Finger, als er den Hund herausholte und das Feuer löschte, er fluchte fürchterlich und meinte, jetzt seien seine Hände endgültig hinüber.

»Guck sie dir an, Mädchen,« sagte er. »Kaputt gekriegt hat sie der sibirische Winter nicht, nur zwei lausige Zehen sind mir abgefroren. Die verdammte Gicht hat sie auch nicht geschafft, waren immer noch tauglich. Aber der Scheißer von gegenüber, der hat’s hinbekommen. Fackelt mir fast das Haus ab mit seiner Qualmerei. Und wenn mein Artos …«

Er sah zur Türschwelle, dort lag der Hund, zusammengerollt wie eine riesige träge Katze, den großen Kopf auf den grauen Pfoten, die Augen erwartungsvoll auf seinen leeren Napf neben dem Blumenkübel gerichtet. Mein Großvater schnalzte mit der Zunge.

»Gleich gibt’s Fressen, Alter. Und dann geh ich rüber zu den Pettlalskis und knöpf mir den kleinen Penner vor.«

Er saß in seiner verbeulten braunen Cordhose auf dem guten Sessel mit der Gobelinstickerei, und normalerweise hätte meine Mutter ihn da rausgejagt, aber sie seufzte nur und tunkte einen Lappen in einen Eimer mit Essigwasser, um seine Hände damit abzureiben. Ise Worms, die Nachbarin, recht jung schon verwitwet und kinderlos, die herüber gekommen war, um zu gucken und die pausenlos »Jesses Maria, große Güte auch« sagte, schüttelte den Kopf.

»Rohe Kartoffeln sind besser, Gitte. Oder Zwiebeln.«

Meine Mutter sah sie mit ihrem Wer-hat-dich-gefragt?-Blick an, von dem die Leute behaupten, ich hätte ihn auch, und sagte »Ach ja?«. Mehr nicht.

Ise Worms zuckte mit den Schultern, verschränkte die Arme vor der Brust und schnaubte gekränkt. »Ich mein ja nur. Wegen der Brandblasen. Aber Essig tut’s wohl auch.«

Sie hatte einen mächtigen, wogenden Busen, und ich war zwölf und schmächtig und stellte mir vor, dass mir so einer über Nacht wachsen könnte. Ich fand ihn grauenvoll.

Mein Großvater verlangte einen Kurzen. »Im Film hat der Arzt immer Schnaps dabei!«, dann lachte er grölend, zwinkerte mir zu und stöhnte im gleichen Moment heiser auf. »Das brennt höllisch, Gitte. Ich brauch was zum Runterspülen, bevor ich mir den Saukerl vornehme. Ich sag’s, ich schlag den windelweich.«

Meine Mutter wrang den Lappen aus und blickte Ise Worms stirnrunzelnd an, die eilfertig und ungebeten bereits die Flasche Korn geöffnet und drei Pinnchen neben den Marmorascher mit der angerauchten Zigarre platziert hatte: »Wir aber auch, Gitte. Auf den Schreck. Sowas aber auch.«

»Jaja, auf den Schreck«, murmelte meine Mutter und sah meinen Großvater streng an. »Erzähl keinen Unsinn, Papa, wir wissen doch noch gar nicht, wer das getan hat. Pettlaskis Ältester mag ein frecher Bursche sein, aber so verantwortungslos ist der nicht. Dass der da heimlich raucht und dabei den Schuppen anzündet und einfach wegläuft, glaube ich nicht. Und dabei noch den Hund in Gefahr zu bringen … nein, ich glaub das einfach nicht. Zudem machen die Jungs ja momentan auch Schweres durch.«

»Na, ich bin da aber anderer Meinung«, zischte Ise Worms und setzte sich schwer atmend auf die Eckbank. Sie griff in ihre Kitteltasche, zog ein Taschentuch heraus und fuhr damit in den tiefen Spalt zwischen ihren Brüsten. Während sie damit beschäftigt war, sich den Schweiß, der in ihrem Ausschnitt glänzte, abzuwischen, keifte sie: »Ich hab’ sowas gespürt. Ach was, gewusst hab’ ich das. Dieser Pettlalski und seine beiden Söhne sind ein ganz und gar missratenes Pack. Wundert mich nicht, dass die Frau davongelaufen ist.«

Ich stand direkt neben ihr, starrte geradezu fasziniert in ihr üppiges Dekolletee und vergaß für einen winzigen Moment, wie fürchterlich ich das fand, da meinte sie: »Überhaupt, oh Gott …«, griff nach meinem Arm und zog mich mit einem tiefen Seufzer zu sich herunter an ihren großen Busen. »… wir hätten alle verbrennen können. Wir. Der Hund. Du, du armes Kind.«

Genau in diesem Moment, – ich hing dort in ihrem gewaltigen Schoß, machte mich ganz steif und fühlte mich dabei schuldig, weil ich Ise Worms nicht leiden konnte, obwohl sie immer recht nett zu mir war – , klingelte die Polizei, um sich die ganze Geschichte anzuhören. Ise Worms schüttelte heftig mit dem Kopf, während mein Großvater polternd schimpfte und drohte, »Wenn ich den Mistsack zwischen die Finger kriege …«, drückte mich noch fester an sich und wiederholte laut: »Wir hätten alle verbrennen können. Auch das unschuldige Kind.« Weil die Beamten sie nichts Direktes fragten, nickte sie unablässig und rief dreimal ihr »Jesses Maria, große Güte« in die Runde, als hätte man sie um ihr persönliches Amen gebeten. Und während sie rief, hielt sie mich mit ihrer unverstandenen Liebe umklammert, als wäre ich ihr eigenes Kind. Sie war mir entsetzlich lästig.

Drei Tage später tat sie etwas, was sie besser nicht hätte machen sollen. Sie musste auch nicht. Das tröstet mich ein wenig, heute noch. Hätte ich nichts gesagt … aber ich habe. Irgendwie war es notwendig. Ich war zwölf und aufgeregt. Ich wollte es unbedingt sehen.

Am späten Nachmittag nach dem Brand im Schuppen wartete der kleine Pettlalski am Gartentor auf mich. Wir wollten zum Parkplatz hinter Müllers Holzhandel, wo wir uns am Wochenende, wenn dort alles leer stand, mit den anderen Kindern zum Rollschuhlaufen trafen. Matti war ein Jahr jünger als ich und einen halben Kopf kleiner. »Ein viel zu dünnes Kerlchen«, wie meine Mutter meinte, die mich in den zwei Wochen nach Heide Pellalskis Verschwinden öfter mal mit Eintopf, Frikadellen oder einem Kastenkuchen rüber zu den Pettlaskis geschickt hatte. »Die müssen ja was essen. Wenigstens das.«

Mein Vater sagte zu ihr, sie solle sich mal nicht den Kopf anderer Leute machen, die kämen schon zurecht, das hätte ja auch alles seine Gründe und es wäre immer klüger, sich da gar nicht erst einzumischen. Aber da antwortete meine Mutter, das ginge ihn einen feuchten Kehricht an, das wüsste sie wohl besser, was in solchen Situationen zu tun sei. Ich fand das ganz in Ordnung von ihr, immerhin hatte meine Mutter mit Heide Pettlalski auch immer mal am Zaun oder vor dem Haus gestanden und sich unterhalten. Meine Mutter fand, dass Heide Pettlalski »stets wie frisch aus dem Hippie-Katalog« aussah, und irgendwie war sie, glaube ich, darauf auch ein wenig neidisch.

Alle machten sich damals ihre eigenen Gedanken, warum Heide Pettlalski wohl bei Nacht und Nebel ihre Familie verlassen hatte. Irgendeine Erklärung gab es nicht, Urs Pettlalski selbst schien völlig ratlos zu sein, antwortete monoton »Ich weiß es nicht«, und hüllte sich ansonsten in Schweigen. Die Zeitungen berichteten darüber, die Leute tuschelten. Ise Worms behauptete, es könnte durchaus sein, dass der Urs Pettlalski seine Frau einfach umgebracht und die Leiche im verwilderten Garten hinter dem Haus vergraben habe. Das sollte wohl nicht für meine Ohren bestimmt sein, aber ich stand an der Spüle und trocknete Geschirr ab, derweil meine Mutter und Ise Worms am Küchentisch Hering einlegten, also bekam ich es auch mit und überlegte, wie er sie wohl getötet haben könnte. Vielleicht mit einem langen Messer oder Beil, und ob sie wohl laut geschrien hatte. Und niemand hörte sie, wie sie da starb. Ich sagte aber nichts.

Ise Worms sah mich kurz misstrauisch an, beugte sich vor und flüsterte meiner Mutter etwas zu.

Die erwiderte nur: »Na, ich weiß nicht, Ise, was du da so denkst. Das wird anders gewesen sein.« Sicher war sie sich aber wohl auch nicht, weil sie immer, wenn ich den Pettlalskis was von ihr bringen sollte, meinte: »Und wenn du was hörst oder siehst, Anna, was dir merkwürdig vorkommt, dann musst du mir das unbedingt sagen.«

Als Matti dort am Tor stand in seinen grünen Shorts und dem gestreiften Shirt mit dem Ranger-Aufdruck, das er meistens zum Rollschuhlaufen trug, verspürte ich ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatten wir, wenn auch nicht ich direkt, seinen großen Bruder verdächtigt, im Schuppen Feuer gelegt zu haben, und mein Großvater wollte ihn dafür verprügeln. Ich wusste nicht, ob das alles so richtig war, zögerte einen Moment, sah zu ihm hin, holte tief Luft und winkte ihm zu.

»So, dann wollen wir mal.« Als wäre da sonst nichts, was irgendwie hätte wichtig sein können. Matti winkte nicht zurück. Er wirkte völlig ernst, wie er sich da so über den Zaun lehnte und mir entgegenblickte ohne das geringste Anzeichen eines Lächelns im Gesicht, wie ich es ansonsten von ihm kannte. Matti schwieg, bis ich das Tor geöffnet und hinter mir wieder geschlossen hatte, dann sagte er: »Damit das klar ist, das mit dem Feuer, das war der Michael nicht.«

Ich schluckte. »Nein?« Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er das so rasch zur Sprache bringen würde.

»Nein.«

Er zog eine Rolle Drops aus der Hosentasche und nahm sich einen. Mir bot er keinen an. Wir sprachen beide kein Wort, bis wir den schmalen Trampelpfad erreichten, den wir immer als Abkürzung zum Parkplatz nahmen, dann blieb er stehen.

»Mein Bruder war das nicht. Ganz bestimmt nicht.«

»Und woher weißt du das so genau?« Ich fragte einfach nur so, um überhaupt irgendetwas zu sagen. Tatsächlich glaubte ich ihm sofort. Matti war kein Lügner. Und er hätte Michael nicht gedeckt, wenn er es getan hätte. Allein wegen Artos. Matti liebte ihn. Wenn sein Bruder …

»Mein Bruder würde sowas nicht machen. Da war ja auch euer Hund. Da macht man das schon gar nicht.«

»Da lagen Zigarettenkippen im Schuppen«, meinte ich eifrig, irgendwie erleichtert, dass das Schlimmste überstanden zu sein schien. »Da hat jemand geraucht und was angesteckt.«

»Bestimmt nicht extra.«

»Trotzdem.«

»Meine Mutter raucht.«

»Meine auch.«

Er zuckte mit den Schultern, blickte mich trotzig an, dann grinste er. »Von mir aus. Dann war’s vielleicht deine Mutter.«

Ich kicherte: »Glaubst du doch selbst nicht«. Oder deine, dachte ich, aber die ist ja tot und im Garten vergraben. Das dachte ich, weil Ise Worms es dachte und meine Mutter vermutlich auch. Aber wir irrten uns alle.

Matti blinzelte mich an, ich kicherte immer noch und kam mir etwas albern vor. Dann sah ich seinen Blick, seine Augen schimmerten ganz feucht, und ich hatte richtig Angst, dass er losheult, obwohl ich ja gar nichts über seine tote Mutter gesagt hatte. Ich drückte seine Hand.

»Was ist los?«

»Du glaubst bestimmt, dass ich spinne, wenn ich dir jetzt was erzähle. Was ich gesehen hab.«

Ich streckte beide Hände aus und legte meine Finger über Kreuz, weil er das auch immer machte und ich wusste, dass dann alles für ihn in Ordnung wäre, trat ganz nahe an ihn heran und flüsterte, als würde irgendjemand, irgendwas uns belauschen können.

»Ganz sicher nicht. Was hast du denn gesehen?«

»Wenn du lachst … also … ich weiß genau, dass sie sich da hingesetzt hat. Auf dieses Sofa. Mein Vater kniete auf dem Teppich vor dem Fernseher, da flimmerte was, und sie saß da auf dem neuen Sofa, das eigentlich gar nicht neu ist, weil wir es bei Möbel-Trödel Kunze gekauft haben. Ich hab noch hingeguckt, ich wollte sie was fragen, und dann war sie weg. Komplett weg. Ich schwöre, so war das. Sie war einfach weg. Und dann guckte auch mein Vater und fragte mich, wo die Mama ist, ob die rausgegangen ist, und ich hab gesagt, nein, ich weiß auch nicht, die Mama ist … und dann sind wir suchen gegangen, obwohl ich ja gesehen hab, wie sie einfach so plötzlich weg war, und irgendwann hat mein Vater den Michael und mich angeschrien und die Türen geknallt, und wir …«

Er sah mich unsicher an, seine Nase tropfte, er wischte sich mit dem Handrücken darüber, schniefte. »Du glaubst das nicht.«

Ich überlegte. Ich war zwölf und wollte, dass das Leben spannend ist. Gewisse Sachen konnte ich mir durchaus vorstellen, die gar nicht sein sollten, warum kein Sofa, das Leute in Luft auflöst. Oder frisst. Trotzdem sagte ich: »Niemand kann einfach so weg sein. Irgendwo muss deine Mutter ja sein. Vielleicht ist sie durchsichtig geworden. Sowas gibt es.«

Matti schwieg. Er zog die Rolle Drops wieder hervor, stand da und bohrte mit seiner Turnschuhspitze ein Loch in den Boden. Dieses Mal hielt er mir sie auch hin, ich nahm einen, steckte ihn mir in den Mund, lutschte, schob ihn mit der Zunge hin und her und war froh, etwas zu tun zu haben.

Er starrte zum Himmel, da oben sah alles ganz großartig aus, ich blickte auch hoch und wir beide seufzten, als wären wir Hundertjährige auf dem Weg zum Schafott, die ein letztes Mal die Sonne sehen. Schließlich meinte er leise, ohne mich anzublicken, aber ich merkte sehr wohl, dass er mit sich kämpfte, nicht loszuheulen: »Da ist noch was. Heute Mittag war eine hässliche alte Frau in unserem Haus. Die hat dem Papa sowas Komisches gesagt … dass sie uns alle gar nicht mehr kannte, bis sie das in der Zeitung gelesen hat von Mama. Und dass ihr alles wieder einfiel und sie uns beobachtet hat, heimlich, von eurem Schuppen aus, weil sie Angst hatte. Irgendwie so. Und dass es ihr leid tut, weil sie das Streichholz weggeworfen hat und dass es gebrannt hat und sie einfach weggelaufen ist. Und dass sie froh ist, dass dem Hund nichts passiert ist. Und dass … dass sie unsere Mama ist.«

»Eure Mama? Wie jetzt? Eure Mama? Die alte Frau?«

Er nickte, über seine Wangen kullerten dicke Tränen. Und dann drehte er sich um, schrie: »Das ist aber nicht wahr! Das ist überhaupt nicht wahr!«, und rannte weg. Ich sah ihm hinterher. Sein T-Shirt hatte auf dem Rücken den gleichen Ranger-Aufdruck wie vorn. Er sah so klein aus, wie er da rannte. Ich schluckte. Ich mochte Matti. Rollschuhlaufen wollte ich auch nicht mehr.

Die seltsame Geschichte der jungen Frau, die völlig verwirrt an einem launigen Aprilabend im Jahr 1912 auf einem samtroten Sofa saß, steht nicht allein. Man mag durchaus sagen, ihre Fortsetzung könnte die mögliche Bestätigung des Unmöglichen sein, das in jeder Ecke lauert. Man mag auch sagen, sie sei ein wirres Märchen ohne erkennbare Konsequenz. Weil das samtrote Sofa sein Geheimnis hütet. Sei es mal so.

Nachdem man Harry Kreissle Anfang Mai 1953 wieder auf freien Fuß gesetzt hatte, – keine Leiche, nur Ratlosigkeit, einzig diese Gertrud Beckstein, die behauptete, die vermisste Schauspielerin Hanna Kublinski zu sein, um Jahre gealtert – , wurde das ominöse rote Sofa in die Asservatenkammer gebracht, wo man gedachte, es erst einmal stehen zu lassen als Beweisstück für eine Straftat, die so nicht stattgefunden hatte. Skeptisch beäugt und unberührt stand es dort fünf Nächte, bis am frühen Morgen des sechsten Tages der Polizeibeamte Erich Marquardt auf dem Sofa eine Frau in den Enddreißigern vorfand, deren eigenartiges Aussehen ihn beinahe mehr überraschte als die Tatsache, dass dort niemand hätte eindringen und sich hinsetzen dürfen. Die Einbrecherin trug eine Art Cowboyhose mit Stickerei, eine gebatikte Weste und ein grellbuntes Tuch im langen, blauschwarz gefärbten Haar, war auffällig geschminkt und ausgesprochen attraktiv, aber zweifellos zu alt für diese Phantasiekostümierung, wie Marquardt befand. Zudem war sie völlig desorientiert und konnte keine Angaben zu ihrer Person machen. Sie wusste auch nicht, wie sie in die Asservatenkammer geraten war. Nur an das Sofa erinnerte sie sich. Auf dem hätte sie schon einmal gesessen.

Nun wollte man sich vermutlich nicht innerhalb kürzester Zeit mit gleich zwei derartig unglaublichen Vorfällen gleichen mysteriösen Schlages beschäftigen, das schien zuviel des Absonderlichen zu sein. Also bestimmte man, die Frau sei eine psychisch Gestörte, die von Hanna Kublinskis Geschichte erfahren hatte und sich nun einbildete, das sei ihr auch widerfahren. Sie wurde in einer Anstalt untergebracht, in der sich ihre Spur verliert.

Ich habe ein Bild von ihr gesehen. Eine scheu lächelnde Frau mit großen blauen Kinderaugen, das lange Haar hochgesteckt, ein zartes bleiches Gesicht, die Hände brav im Schoss gefaltet, das schlichte Kleid krankenhausweiß. Das Bild, das auf den sechsten Mai 1953 datiert ist, zeigt Heide Pettlalski, wie ich sie in Erinnerung habe. Eine neununddreißigjährige, hübsche Frau, die 1977 verschwand. Und die ich jetzt, nach vierzig Jahren, auf einem alten Foto wiederfand.

Zwei Tage sah und hörte ich nichts von Matti. Mein Großvater konnte sich wegen des Feuers im Schuppen einfach nicht beruhigen, und weil ich nicht wollte, dass er sich weiterhin so fürchterlich aufregt, und weil ich auch zudem gekränkt war, dass Matti sich nicht blicken ließ und mir mehr von der ganzen Sache mit dieser Frau erzählte, sagte ich, was ich wusste. Dass da nach dem Brand eine Fremde bei den Pettlalskis gewesen war, und dass die zugegeben hätte, am Schuppen geraucht und ihn wohl versehentlich angezündet zu haben. Ich verspürte nicht das Gefühl, Matti jetzt irgendwie verraten zu haben, weil damit schließlich auch sein Bruder aus der Schusslinie meines Großvaters kam. Der war immer noch davon überzeugt, dass Michael das Feuer gelegt hatte, obwohl die Polizei auch mit ihm gesprochen und meinem Großvater gesagt hatte, der junge Pettlalski sei das relativ sicher nicht gewesen.

Mein Großvater blickte mich mit zusammengekniffenen Augen ganz merkwürdig an, und ich wurde etwas nervös, weil ich befürchtete, dass er mir nicht so recht glauben würde.

»Stimmt das?«

Ich nickte. Er legte seine angerauchte Zigarre im Ascher ab und sagte erstaunlich gefasst: »Das erzählst du mir jetzt tatsächlich nicht, um deine Freunde da drüben zu decken? Nein? Nein. Gut. Dann gehen wir jetzt rüber zu Pettlalskis und sprechen mit der feinen Dame mal ein Wörtchen.«

Ich sah ihn groß an. »Wie? Wir? Ich soll da mit?« Das passte mir nicht so ganz. Ich dachte an Matti und daran, dass er das alles nicht in Ordnung finden könnte, überhaupt, dass ich etwas gesagt hatte. Aber dann fiel mir ein, wie er mich einfach hatte stehen lassen. Und außerdem wollte ich die hässliche alte Frau sehen.

Mein Großvater ging voran , das kleine Stück über die Straße, die paar Schritte bis zum Haus, und ich schlenderte wie unbeteiligt einen Meter hinter ihm her und überlegte fieberhaft, was ich Matti sagen sollte. Ich stellte mir das Sofa vor, ich dachte, wenn Matti und ich uns einfach draufsetzen würden, einfach hinsetzen und warten. Und dann hörte ich meinen Großvater ziemlich laut und aufgebracht rufen.

»Fahren Sie weg? Moment mal! So geht das nicht!«

Der beige Ford von Pettlalskis parkte auf dem Gehweg unter der Kastanie, in die wir Kinder im Sommer unsere Initialen geritzt hatten. Matti und Michael saßen bereits auf der Rückbank, Urs Pettlalski stand an der Beifahrertür, neben ihm eine Frau, kurzgeschnittenes graues Haar, heller Mantel, eine große geblümte Tasche um die Schulter gehangen. Sie blickte mich an. Sie trug eine Brille mit dunkelbraunen Horngestell. Ihre Lippen waren leicht rosa geschminkt. Sie lächelte. Sie sagte: »Ich glaube … Anna?«

Urs Pettlalski sah mich ebenfalls an, kurz nur, traurig irgendwie, und ich senkte verlegen den Blick.

»Steig jetzt ein, wir müssen los,« sagte er zu der Frau, die ich nicht hässlich fand. Sie war eben alt. Über sechzig. Keine hundert waren das. Aber alt. Ich war zwölf. Matti elf. Für ihn war sie uralt. Und kompromisslos hässlich. Weil sie behauptete, seine schöne Mutter mit den langen Haaren und der Cowboyhose zu sein.

»Was heißt hier, wir müssen los? Zuerst einmal wird hier was geklärt. Mein Schuppen hat gebrannt, mein Hund wär fast krepiert, und Ihre Bekannte da …«, brüllte mein Großvater, und ich hätte ihm gern gesagt, dass er leiser sein soll, weil ich plötzlich Mitleid hatte mit allen und gar nicht wusste, warum eigentlich. Immerhin hätte Artos tatsächlich sterben können, und Mattis Vater hatte seine Frau ermordet. Aber das stimmte ja irgendwie auch nicht.

Urs Pettlalski zuckte mit den Schultern, sagte nur »Jetzt bitte nicht,« und ließ meinen Großvater einfach so stehen und wütend sein. Er setzte sich wortlos ins Auto, startete den Motor, kurbelte dann doch noch die Fensterscheibe herunter und meinte, er sei in zwei Tagen zurück, dann könne man in Ruhe darüber sprechen.

»Was soll der Scheiß? Und was soll das verdammte Sofa in Ihrem Vorgarten?«, schrie mein Großvater, der gar nicht daran dachte, irgendetwas ruhig zu sehen.

»Das wird entsorgt. Ich kümmere mich darum«, antwortete Mattis Vater, nickte kurz und fuhr davon.

Mein Großvater stemmte erbost die Fäuste in die Hüften, knurrte: »Unverschämtheit, da sollte man …« Dann drehte sich um und beachtete mich gar nicht mehr. Ich stand immer noch dort auf dem Bürgersteig und starrte fasziniert auf diese rote Couch, die Pettlalski unter die meterhohe Zypresse neben der Eingangstür gestellt hatte. Das war sie also. Auf dem Ding hatte Mattis Mutter gesessen. Und jetzt sollte es auf den Sperrmüll. Ich fand das prinzipiell vernünftig, nach allem, was da angeblich passiert war, so genau wusste ich es ja nun nicht, aber vernünftig erschien es mir, dass sie es loswerden wollten. Andererseits war ich zwölf und fand das Sofa ungeheuer spannend. Wenn ich jetzt, nur ganz kurz vielleicht … im Leben hätte ich das nicht getan.

»Gehört das da Pettlalskis?«

Ich zuckte leicht zusammen, Ise Worms hatte sich mir von hinten genähert und blies mir ihren Atem in den Nacken. Es war sehr warm gegen Mittag geworden, und ihr Gesicht glänzte von der Hitze. Sie wischte sich mit ihrem Taschentuch Schweiß von der Stirn, während sie auf das rote Sofa deutete.

»Warum steht das draußen? Wollen die das wegschmeißen?«

Ich sagte: »Bestimmt nicht. Warum ich sie in diesem Moment anlog, kann ich auch heute noch nur erahnen. Ich denke, ich lauerte auf irgendwas, das mir eine Geschichte erzählen sollte. Ich wünschte mir eine seltsame Sache. Für mich allein.

»Sieht alt aus«, sagte Ise Worms. »Und dieses Rot. Wunderschön.«

Sie trat näher an das Sofa heran.

»Handarbeit, eindeutig.«

Sie bückte sich und presste dabei ihren Arm gegen ihre schweren Brüste, betrachtete die Ranken auf den geschwungenen Füßen, nickte, kam schnaufend wieder hoch.

»Und warum steht das hier?«, wiederholte sie und sah mich fragend an.

»Herr Pettlalski wollte es meinem Großvater schenken. Der kann’s aber nicht gebrauchen.«

Das sagte ich tatsächlich. Ich sagte es ganz kühl, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich glaube, ich blickte sogar irgendwie frech zurück, weil ich mich bei meiner zweiten Lüge wirklich böse fühlte und eigenartig trotzig dachte, das sei in Ordnung so.

»Schenken? Warum das denn?« Sie befingerte den Bezug, murmelte: »Richtig schön.«

Ich zuckte mit den Schultern. »Weiß nicht. Er will es halt nicht mehr. Nehmen Sie’s doch, wenn Sie es so schön finden.«

Sie sah mich leicht irritiert an: »Ich? Ich bitte Dich, Kind. Ich kann doch nicht einfach …«

»Natürlich geht das«, sagte ich hastig. »Wenn Herr Pettlalski wieder zuhause ist, sagen Sie ihm, Sie würden es nehmen. Der freut sich.«

Sie strich noch einmal mit den Fingern über den Stoff, klopfte auf die Sitzfläche, drehte sich um und … ließ sich hineinfallen. Einfach so, ohne dass ich etwas hätte ändern können. Anders kann ich das nicht beschreiben, es sah aus, als hätte jemand ihr einen Schubs versetzt und sie wäre rückwärts gestürzt und gottlob auf etwas Weichem gelandet. Vielleicht ist es auch anders gewesen. Vielleicht hat sie dort zuerst etwas skeptisch gestanden, und ich hätte ihr noch sagen können, sie solle sich besser nicht dahin setzen. Weil etwas Schlimmes passieren könnte, weil es sein könnte, dass das Sofa sie wegmacht. Ich will mich nicht wirklich erinnern.

Ise Worms hing in ihrem gestreiften Baumwollkleid in dem samtroten Polster, machte »Uiuiui«, lehnte sich bequem zurück und strahlte mich an.

»Gut«, sagte sie. Das war das Letzte, das ich von ihr gehört habe. Ich sah sie da sitzen, um die kurzen Locken ein Tuch geschlungen, passend zu ihrem Kleid mit diesem ewig tiefen Ausschnitt, in dem sich wieder Tropfen angesammelt hatten, die Beine leicht gespreizt, dicke Füße in gelben Sandalen, die Farbe von Süßkirschen auf den Zehennägeln. Ich sah sie da sitzen und dann nicht mehr. Dort unter der Zypresse stand das samtrote Sofa. Mehr war da nicht.

Tatsächlich war ich mehr enttäuscht denn furchtbar erschrocken. Ich hatte mit Nebelschwaden oder Geisterhänden, vielleicht auch mit unheimlichen Geräuschen oder zumindest einem entsetzlichen Schrei gerechnet, der Ise Worms aus tiefster Kehle gekommen wäre, würde sie hineingezogen in … ja, in was? Ein scharfes Bild hatte ich dabei nicht vor Augen, mir war innerlich eiskalt, ich hatte große Angst. Aber ich hätte gern etwas Einmaliges, Unvergessliches gesehen. Stattdessen war Ise Worms von einer banalen Sekunde auf die nächste schlichtweg nicht mehr vorhanden.

Gesprochen habe ich nie über das, was in Pettlalskis Vorgarten mit Ise Worms geschehen ist, weder mit meinen Eltern noch mit meinem Großvater noch mit Matti. Als der nach zwei Tagen wieder zurück war und mich vergeblich am Gartentor auf ihn warten ließ, wusste ich, dass etwas mit uns nicht mehr stimmte. Erst eine Woche später, – das rote Sofa war mittlerweile in einem blauen Bulli von Ulf Pettlalski Bruder abtransportiert worden, begegneten wir uns auf dem wild zugewachsenen Hof hinter Kehlmanns Näherei, wo wir Kinder uns nur mal so zum Abhängen trafen, und da sagte er nur, dass er gehört habe, die Worms sei verschwunden und dass sie wegziehen würden. Mehr sagte er nicht, obwohl er jede Menge hätte sagen können, über das Sofa und seine Mutter und diese andere Frau, aber er guckte mich nur irgendwie gelangweilt, kann sein, sogar verärgert an, und da fragte ich ihn auch nichts. Dann ging er zurück zu den Jungs aus seiner Klasse, die in der Einfahrt standen und Sammelbilder tauschten, und ich dachte, dass es jetzt eben alles anders weitergehen würde. Aber eben weitergehen.

Weil Ise Worms wie eben auch Heide Pettlalski weiterhin als vermisst galten, kam das Gerücht auf, dass ein Serienkiller in der Gegend sein könnte. Das war aufregend genug, um mir das Gefühl zu geben, dass es richtig sei, sich jetzt gedanklich anderweitig zu beschäftigen. Die Frau, die behauptet hatte, Mattis Mutter zu sein, habe ich nur noch ein einziges Mal gesehen, das war kurz bevor der Möbelwagen vor Pettlalski Haus stand.

Vergessen habe ich die ganze seltsame Sache nie. Aber ich hätte sie nicht erzählt. Ich hätte weiter geschwiegen, wie ich in all den vielen Jahren, die mittlerweile vergangen sind, geschwiegen habe. Und ich wäre weiterhin nur in meinen Träumen, die mich immer wieder zu irgendeinem Ort in irgendeiner Vergangenheit führen, auf einem samtroten Sofa gereist. Dessen Geschichte ich rein zufällig gelesen habe, als ich längst schon erwachsen und vorbereitet darauf war, derart Ungeheuerliches nur einmal im Leben erfahren zu können. Manchmal dachte ich in all der Zeit, nichts Derartiges wäre passiert. Später, sehr viel später hätte ich davon erzählen können. Um Trost zu finden bei meiner Wahrheitssuche. Vielleicht auch Bestätigung, zumindest Verständnis, aber dann starb mein Großvater, mein Vater folgte ihm früh, und meine Mutter ist alt, zerstreut und möglicherweise glücklich in ihrer Welt geworden. Da breche ich nicht mehr ein. Und Matti? Längst nur noch eine Notiz, eine Skizze in meinem Poesiealbum, das ich Ende der 1970er endgültig zugeklappt habe. Der Polsterer Paul Beckstein, die Schauspielerin Hanna Kublinski, der Regisseur Harry Kreissle, die Nachbarin Heide Pettlalski? Akteure aus einem Drehbuch, das nie verfilmt wurde und längst verstaubt wäre, hätte ich es nicht gefunden. Kein Wort wollte ich sagen. Aber alles ist verkehrt.

Am dreiundzwanzigsten September dieses Jahres las ich einen Zeitungsbericht, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Eine verwirrte Frau saß in der Generalprobe zu Albee’s »Wer hat Angst vor Virginia Woolfe?« im städtischen Festtheater gleich nach dem ersten Vorhang mitten auf der Bühne und starrte völlig verängstigt in die Scheinwerfer. Die Frage, wie sie überhaupt unbemerkt und förmlich wie aus dem Nichts gesprungen auf das rote Sofa kommen konnte, eine schöne alte Theaterrequisite, die so vortrefflich in die Kulisse passte, stieß auf allgemeine Ratlosigkeit. Wo sie herkam, wer sie war und warum sie dort saß, konnte sie nicht sagen. Einzig, dass sie auf diesem Sofa schon einmal gesessen hatte, wusste die Frau wohl sehr genau. Alles andere hätte sie vergessen.

Das Foto von ihr mit dem Vermerk, sich umgehend bei der Polizei zu melden, wenn man sie kennen oder etwas Hilfreiches über sie wissen würde, zeigt eine korpulente Fünfzigjährige mit kurzen Locken, die ein gestreiftes Kleid trägt.

Ise Worms, Spielball einer erstaunlichen Laune, die sie nicht heim zu Beckstein, zu Kreissle, sondern in das Jahr 2017 geschickt hatte, in dem das Sofa eine Rolle in einem Theaterstück haben sollte.

Ise Worms wäre jetzt neunzig. Kaum vorstellbar, dass sich noch jemand an sie erinnert, wie sie vor vierzig Jahren ausgesehen hat. Die meisten sind eh tot. Und ich werde nichts sagen. Es wäre auch nicht ratsam, die Geschichte des samtroten Sofas zu erzählen. Es würde nur verstören. Die Leute wünschen ihre Ruhe. Ihre Ordnung.

Ich auch.

Wäre ich noch zwölf … aber das ist vorbei.

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Erstellt: 26.07.2019, zuletzt aktualisiert: 26.07.2019 10:10