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Das Tor des Feuers von Peter Freund

Reihe: Mysteria Bd.1

Rezension von Linda Dannenberg

 

Rezension:

Der junge Niko weiß nicht, wo seine Wurzeln liegen. Er weiß nicht das Geringste über seinen Vater, denn seine Mutter kann sich seltsamerweise nicht an ihn erinnern. Das ist aber auch das einzige, was Niko plagt – mal abgesehen davon, dass seine Zensuren auch nicht die besten sind. Ansonsten ist er ein lebhafter, ganz besonders sportlicher Junge.

Als eines Tages sein Großvater Melchior krank wird, beschließen er und seine Mutter, diesen im Nebelmoor zu besuchen. Auf dem Dachboden Melchiors entdeckt Niko einen seltsamen Umhang, der ihn fasziniert. Er probiert ihn an – und findet sich in einer anderen Welt wieder, einer schönen und zugleich bedrohlichen Welt: Mysteria.

 

Mysteria ist die Welt hinter den Nebeln, dort leben die wunderlichsten Gestalten, beispielsweise Alben, Noktaner, Gestaltwandler, Drachenwesen und natürlich auch Menschen. Das friedliche Mysteria jedoch wird gestört von einem grausamen Herrscher, der den Thron okkupiert hat, indem er den wahren König meuchelte: Sein Name ist Rhogarr von Kelm. Doch diesen unerbittlichen Tyrann plagen Albträume; er fürchtet, dass jemand kommen wird, um ihn zu töten.

Schon bald wird Niko in die Geschehnisse Mysterias hinein gerissen, besonders vor Rhogarr muss er sich in Acht nehmen. Nur wenn er es schafft, das sagenumwobene Tor des Feuers zu durchschreiten und ein legendäres Schwert an sich zu nehmen, kann er sein Leben retten und das Volk Mysterias von ihrem Joch befreien. Doch der Weg dahin ist mit Gefahren und Geheimnissen gespickt ...

 

Mit seiner Reihe um „Laura Leander“ hat Peter Freund schon viele Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern begeistert. Nun legt er mit „Das Tor des Feuers“ den Auftakt zu einer neuen Kinderbuch-Serie vor.

 

Das Springen zwischen den Welten, denn dieses Buch spielt ebenso sehr in Mysteria wie in der gewöhnlichen Welt, beherrscht Freund wirklich gut. Beide schildert er plastisch und atmosphärisch, es liegt allerdings in der Natur der Sache, dass Mysteria, das neue, unbekannte Land, spannender wirkt. Trotzdem kann man allen Handlungssträngen, egal in welcher Welt sie spielen und aus der Sicht welcher Figur sie erzählt werden, mit gleicher Spannung folgen, ist das Erzähltempo doch immer straff und Freunds Stil kurzweilig und mitreißend.

 

Wer schon mehrere Jugend-Fantasy-Bücher gelesen hat, dem wird vieles bekannt vorkommen. Freund erfindet das Rad nicht neu, arbeitet mit Stereotypen und oft genutzten Versatzstücken. Wenn man das vorliegende Buch genau liest, wird man merken, dass dem Autor dieser Umstand auch selbst klar ist. Scheinbar resignierend weist er darauf hin, dass die Leser auch gar nichts anderes erwarten, als ein Nutzen bekannter Motive und Figurenkonstellationen – wobei das ganze trotzdem originell verpackt sein sollte. Ob das wirklich so zutrifft, ob es gar eine Entschuldigung dafür ist, nicht nach völlig innovativen Ideen zu suchen, sei dahingestellt.

 

Abgesehen davon ist „Das Tor des Feuers“ aber eine durchaus angenehme Lektüre. Sympathische Charaktere, mit denen sich viele Kinder sicher identifizieren können, eine durchdachte, abenteuerliche Coming-of-Age-Story im Fantasygewand, eine Sprache ohne Mankos und eine sehr gelungene Aufmachung machen durchaus wett, dass dieses Buch wenig Überraschungen, wenig unverbrauchte Ideen bereithält. Kinder und Jugendliche mit wenigen Leseerfahrungen oder nicht allzu hohen Ansprüchen werden die „Mysteria“-Reihe, wenn sie ihr Niveau halten oder steigern kann, sicher verschlingen.

 

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Das Tor des Feuers

Reihe: Mysteria Bd.1

Autor: Peter Freund

Verlag: cbj, August 2008

Hardcover, 415 Seiten

ISBN-10: 357013363X

ISBN-13: 978-3570133637

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.09.2008, zuletzt aktualisiert: 16.10.2019 13:35