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Das Wasser von Silmao von Ralf Isau

Reihe: Die Chroniken von Mirad Bd.3

Rezension von Carsten Kuhr

 

Im zweiten Band der Trilogie hatte König Ergil seinen Widersacher, den dunklen Margos mit Hilfe seines sich aufopfernden Zwillingsbruders besiegt. Eigentlich sollten damit die Fährnisse vorbei sein, und eine Zeit des Friedens und der Harmonie über Mirad anbrechen. Doch noch immer liegen die Reiche fest im Griff des Fluches, der die Welt erkalten lässt. Mehr noch, Ergil entdeckt in einer Dimensionsfalte seine Mutter, die vor Jahren, dem Tode durch Gift nahe, dorthin geflohen ist. Ihr endgültiger jetzt drohender Tod wird den Untergang Mirads heraufbeschwören, so die Prophezeiungen. Nur das wundertätige Wasser von Silmao könnte seine Mutter heilen, doch der letzte Ginkgobaum trägt keine Früchte. So macht Ergil sich einmal mehr auf, die Welt nach einer Rettung zu durchqueren. Auf seinem Weg trifft er auf intelligente Bäume, rettet Harkon Hakennase aus einem magischen Schlummer, führt die Elfen zurück nach Mirad und findet das Rezept des Heiltranks. Da aber wird auch er selbst von einem Fluch befallen. Zornissen die sich von seinen dunklen Gefühlen nähren nisten sich in seinem Kopf ein, Rettung sofern überhaupt möglich verspricht nur jahrzehntelange Meditation oder die einzig wahre Liebe. Und das zu einer Zeit, da sich die Heere seiner Gegner daran machen Soodland zu überrennen ...

 

 

Ralf Isau, dessen Bücher immer von einem tief verwurzelten Respekt gegenüber Anderen geprägt sind, der sich immer für ein friedliches Miteinander, für Toleranz und Kompromisse ausspricht hat mich diesmal überrascht. Die Feste Sooderburg wird belagert, die Kämpfe fordern blutige Opfer auf beiden Seiten. Zwar ging es immer wieder einmal blutig zu in den bisherigen Büchern der Mirad Trilogie, doch zum Finale müssen unsere Helden sich nicht nur mit Verrat in den eigenen Reihen auseinandersetzen, auch Sympathieträger werden getötet, es gilt bis zum Umfallen zu kämpfen. Der letzte Kampf nimmt ungewohnt viel Raum ein, präsentiert uns immer wieder die Grauen des Krieges in teilweise schockierenden Deutlichkeit. Dabei sind die Kämpfe, das Töten aber nie Selbstzweck, sondern immer überzeugend und mahnend in die Handlung eingebunden. Ergil selbst ist aufgrund des Verlustes seines Bruders und seines Pflegevaters im Mittelband der Trilogie deutlich gereift. Er stellt sich mehr und mehr seiner Verantwortung, nimmt die Zügel selbst in die Hand. Deutlich wird dies, als er zu seiner neuen Queste ohne seine Mentorin Múria aufbricht. Als unumschränkter und mittlerweile auch der erfahrenste Führer leitet er die Expedition, trifft selbstständig die Entscheidungen. Sehr schön auch wieder, wie es dem Autor gelingt seine Botschaft von Toleranz und Selbstbestimmung über den Befall Ergils durch die Zornissen spannend aber doch deutlich zu vermitteln. Einmal mehr zeigt er auf, dass zu impulsives Handeln ohne über die Folgen nachzudenken nur allzu oft zu neuen, oftmals gravierenderen Problemen führt.

Mit diesem Band bringt er seine Mirad-Trilogie zu einem in sich stimmigen Abschluss, stellt uns auf dem Weg zum grossen Finale nochmals neue, faszinierende Fantasy- Wesen abseits der üblichen Elfen-Zwerge Völker vor, und verbindet gekonnt spannende Handlung mit inhaltlichen Anspruch.

 

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Das Wasser von Silmao

Reihe: Die Chroniken von Mirad Bd.3

Autor: Ralf Isau

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Verlag: Thienemann Verlag (September 2006)

ISBN: 3522177479

Erhältlich bei: Amazon

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Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Ralf Isau


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Erstellt: 31.10.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53