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Das wilde Pack schmiedet einen Plan von Andre Marx und Boris Pfeiffer

Rezension von Christine Schlicht

 

Zoodirektor Müller hat ein Problem: Zum Geburtstag seiner jüngsten Tochter hat er den gewünschten Pelz nicht zur Hand. Seine Lieblingstochter macht ihm die Hölle heiß, doch das Feuer wird durch die Sprinkleranlage des Restaurants erst mal gelöscht. Der Feueralarm ist aber nicht echt. Hamlet und seine Freunde haben ihn ausgelöst, um in der Zwischenzeit, wenn das Restaurant leer ist, die Küche zu plündern. Müller entdeckt sie und den Tieren bleibt nichts als eine überstürzte Flucht.

 

So kommen sie ohne Essen zurück und es gibt wieder Zoff. Solange die Essensbeschaffung unter Hamlets Führung funktioniert, sind alle für ihn. Doch nun, nach diesem Misserfolg, macht besonders der ohnehin ätzende Pavian Ludwig Stunk.

 

Dann wird auch noch Schnabeltier Oskar krank, weil er sich für absolut nutzlos und überflüssig hält. Die Tiere sind ratlos. Nur Rafina, die Anakonda weiß, was ihm helfen könnte. Sie ist der Meinung, dass jedes Tier Selbstheilungskräfte besitzt, die im vererbten Wissen ihrer Vorfahren begründet sind. Doch Oskar weiß nicht einmal, was er ist und kann sich so nicht selbst heilen.

 

Hamlet und Barnabas wollen deshalb mit Oskar in das Naturkundemuseum der Stadt einbrechen, um dort nach Oskars Herkunft zu suchen. Leider hat Zoodirektor Müller in der gleichen Nacht den Plan, wenn er schon keinen lebenden Wolf seines Pelzes entledigen kann, dann doch zumindest einen toten – die Schaustücke des Museums.

 

Das Museum ist für die Tiere, die Hamlet und Barni begleiten, zunächst sehr unheimlich, doch dann entdecken sie geheimnisvolle rote Knöpfe, die sprechen können, wenn man draufdrückt. Jedes Tier findet sein Gegenstück in dem Museum und erfährt über die sprechenden Knöpfe woher es kommt und was seine natürliche Lebensweise ist. Oskar und Shiva finden eine seltsame Höhle und Oskar ist sofort der Meinung, dass dies seine natürliche Umgebung sei. Doch gerade als der rote Knopf ihm den Namen seiner Art sagen will, müssen sie vor Müller fliehen. Oskar will zwar nicht weg, aber mit dem, was er bereits erfahren hat, wurden in ihm seine Urinstinkte geweckt und er gesundet nahezu sofort.

 

In ihrer wilden Flucht bleibt den Tieren nur der Weg aufs Dach, doch der scheint eine Sackgasse zu sein, denn rund um das Museum gibt es keine mit einem Sprung erreichbaren Gebäude. Tollkühn stürzt sich Barnabas, der Gorilla auf einen Zementkübel, der an einem Kran hängt und tatsächlich richt der Schwung aus, um auf das Dach einer Kirche zu flüchten. Der zurückschwingende Kübel haut dann auch noch Müller aus den Latschen und die Tiere sind wieder mal gerettet.

 

In der Kirche finden die Tiere dann Glasfenster, die eine Geschichte erzählen, die Geschichte von Noahs Arche und Hamlet kommt eine grandiose Idee: Er will ein Schiff bauen, um alle Tiere wieder in ihre ursprüngliche Heimat zu bringen. Im Naturkundemuseum hat jeder seine Heimat erkannt.

 

Das wilde Pack ist fest entschlossen, nachdem Oskar sein Talent zum Geschichtenerzählen entdeckt hat, mit Hamlet das Schiff zu bauen.

 

 

Der zweite Band der Reihe „Das wilde Pack“ setzt den ersten Band nahtlos fort und lässt im Spannungsbogen nicht einmal nach. Wieder kommt man nicht von dem Buch los, bis die letzte Seite fertig gelesen ist und dann hat man da nur einen echten Cliffhanger, der den Leser sehnsüchtig nach dem nächsten Band zurück lässt. Perfekt.

 

Dabei kann das Buch durchaus auch für sich stehen, man muss den ersten Band nicht kennen, um die Geschichte des zweiten Bandes zu verstehen. Und man muss nicht unbedingt die Serie weiterführen, weil dieses Abenteuer – nämlich die Aufgabe, den erkrankten Oskar wieder gesund zu machen – mit der abenteuerlichen Flucht aus dem Museum abgeschlossen ist.

 

Wäre da nicht dieser kleine Anreiz mit dem Plan der Tiere, sich eine Arche zu bauen. Angestachelt wird man natürlich noch zusätzlich durch die Leseprobe aus dem dritten Band, in der Rafina den anderen Tieren von einem unterirdischen Fluss erzählt. Also: Warten auf den dritten Band, der leider erst im Februar 2008 erscheinen soll. Da wären doch kürzere Zeiträume wünschenswert, Kinder können so nervig sein... und Geduld ist nicht ihre große Stärke. Bei einer Serie für Kinder ist das ein riskant langer Zeitraum.

 

Dennoch, es wird nicht schwer fallen, wieder in die Serie rein zu kommen, denn sie bleibt im Kopf und ist nebenbei auch lehrreich. Einen besseren Führer durch ein Naturkundemuseum gibt es nicht.

 

Auch die wieder einmal sehr schönen Zeichnungen von Sebastian Meyer machen das Buch zu einem optischen Genuss. Zwar kennt man die kleinen Bilder der Tiere (Signets) schon aus dem ersten Band, aber die großen Bilder, welche die Geschichte untermalen lassen nichts zu wünschen übrig.

 

Die Serie hat das Zeug zu einem echten Dauerbrenner im Kinderbuchregal. Zum immer wieder lesen schön.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Das wilde Pack schmiedet einen Plan

von Andre Marx und Boris Pfeiffer

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Auflage: 1 (2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3440110389

ISBN-13: 978-3440110386

ab 8 Jahre

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 02.09.2007, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21