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Das Zepter des Horas von Henning Mützlitz und Christian Kopp

Reihe: Das Schwarze Auge

 

Rezension von Lars Perner

 

Rezension:

Der blutige Bürgerkrieg hat seine Spuren im Lieblichen Feld hinterlassen. Doch nach seinem Ende treten nun die Meister des Kriegshandwerks zurück und der Alltag kehrt zurück. Anders als vorher zwar, doch ebenfalls ein Stück Normalität. So verwundert es nicht, dass der Kriegsheld Darian dem Papierkram, mit dem er nun täglich konfrontiert ist, nichts Gutes abgewinnen kann und sich nach Abenteuern sehnt. Da kommt es ihm wie gerufen, dass ein alter Bekannter ihm ein Päckchen mit mysteriösem Inhalt schickt. Also macht er sich mit einem maraskanischen Söldner Tarnperian auf die Suche nach dem Magier. Ausgerechnet am Wirkungsort des Magiers –einer staubtrockenen Ausgrabung in Arivor- trifft er auf die bezaubernde Sela. Gemeinsam mit dem Rondrageweihten Leuerich und einem Praioten begeben sie sich auf die Suche. Da sie keine Anhaltspunkte haben, wo der Magister sich aufhalten könnten, suchen sie nach dem Artefakt, nach dem auch der Magier auf der Suche war – das Zepter des Horas. Womit eine aufregende Schatzjagd quer durch das Reich des Horas nimmt damit seinen Anfang. Dabei wird die illustre Truppe so manches dunkles Gewölbe erkunden. Sie müssen Kämpfe überstehen und immer auf der Hut sein. Denn die Gruppe erwartet nicht nur eine Überraschung und Wendung im Verlauf der Handlung.

Die Autoren nutzen oft die Möglichkeit, die Erzählung durch eine andere Sichtweise zu schildern. So beginnt das Buch auch nicht mit den eigentlichen Akteuren sondern mit einer durchaus bedeutsamen Randfigur. Auch später wechseln sie oft die Betrachtungsweise. Zunächst wundert sich der Leser, das scheinbar wieder ein neuer Charakter eingeführt wird um dann verblüfft festzustellen, dass dieser heimlich die handelnden Figuren beobachtet, man also aus seinen Augen den Fortgang der Erzählung erleben kann. Ständig verwendet, nutzt sich dieses Element jedoch ein wenig ab, gewährt aber immer wieder interessante Einblicke. Andererseits werden dann aber wiederum Nebencharaktere eingeführt, welche zu offensichtlich als Kanonenfutter für die vielen, ausführlich beschriebenen Kämpfe dienen, welche im Buch ausgefochten werden. Zu blass und oberflächlich sind diese geschildert. Über weite Strecken hat man auch mehr den Eindruck, eine Beschreibung einer Rollenspielrunde zu lesen als einen fantastischen Roman. Ebenso im Zwiespalt befindet sich der Leser, was die äußeren Bedingungen angeht. Hat man das Gefühl, in einer Mantel-und-Degen-Geschichte zu stecken –insbesondere weil der Gebrauch von Magie kaum thematisiert wird-, wird dieses bald darauf durch eine andere Szene relativiert. Gerade am Anfang fügen sich einige schicksalhafte Wendungen so aufdringlich aneinander, dass der Leser sich wundern muss, wie die Charaktere nur auf die Lösung gekommen sind, welche die Handlung vorantreibt. Dabei sparen die Autoren nicht mit Humor. Gerade den Streitgesprächen zwischen dem Maraskaner und dem Rondrakrieger lauscht man gebannt und immer wieder amüsiert. Mal ist man der einen, mal der anderen Seite zugeneigt. Insgesamt lebt und leidet man aber eher nicht mit der Gruppe, sondern bleibt wie manche Nebenfigur, stiller und heimlicher Beobachter einer Sache, die man nicht wirklich versteht.

 

Fazit:

Das Buch versucht einen großen Spagat zwischen Musketiergeschichte einerseits und herkömmlichem Dungeoncrawl andererseits. Zwischen Detektivabenteuer und Kampf. Dabei werden zu viele Kompromisse auf einmal in Kauf genommen. Jeder Geschmack wird bedient und dabei doch auch ein wenig enttäuscht.

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Zepter des Horas

Reihe: DSA

Autoren: Henning Mützlitz und Christian Kopp

Fanpro, November 2008

Taschenbuch, 318 Seiten

 

ISBN-10: 3890642365

ISBN-13: 9783890642369

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.12.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13