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Defekt von Patricia D. Cornwell

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Patricia Cornwell schickt ihre Pathologin Kay Scarpetta erneut auf Reisen durch die Welt der Kriminalität. Diesmal stehen im Fordergrund eine wissenschaftliche Studie an Serienkillern, wie auch die Arbeit der Spurensicherung der Polizei und das Aufklären mehrerer Mordfälle.

 

In ihrem 14. Fall hat sie es mit einem brutalen Serienkiller zu tun, der aufgrund seiner bescheidenen „Männlichkeit“ seinen Opfern zunächst die Augen aussticht und sie anschließend teilweise tagelang vergewaltigt. Nun ist es an Benton, Scarpettas Geliebter, eventuelle Abnormalitäten in dem Gehirn eines Schwerverbrechers zu entdecken, welches zu einen „Tötungsdrang“ führt. Doch bevor Benton überhaupt mit seiner Studie beginnen kann, bekommt er etwas mitgeteilt, was ihm den Atem stocken lässt. Sein Patient Basil Jenrette behauptet nicht nur die ihm vorgeworfenen Morde begangen, sondern noch weitere Frauen gequält und dann verschachert zu haben.

Unverzüglich wird Kay Scarpetta und ihre lesbische Nichte Lucy informiert, die den Behauptungen auf den Grund gehen sollen. Mit im Team wie auch in den anderen Fällen der übel gelaunte Pete Marino, mit seiner seltsamen Art.

Als dann noch die Meldung eintrifft, vier Menschen, darunter zwei Kinder, seien verschwunden, läuft das Team in Hochform auf.

Überall sammeln sie verwertbare Spuren, inspizieren die Tatorte und nehmen Proben von Blut, Gewebefetzen und insbesondere DNA-Spuren.

Doch die ganzen Auswertungen der Spuren bringen nichts weiter ein und lassen das Team der National Forensic Academy im Dunkeln tappen, bis Marino einen genialen Einfall hat, mit dem keiner Gerechnet hatte.

Denn nicht nur die Morde beschäftigen Scarpetta und Co., sondern auch ein Spion in den eigenen Reihen, der nichts Anderes vorhat, als Zwietracht und Misstrauen in der Academy zu säen.

 

Kay und Marino bilden auch in dem neusten Thriller das lustige Duo, welches aus den vorigen Büchern bekannt war.

Die neue Entwicklung in Sachen Marino dürfte allerdings nicht jedem Schmecken. War er in den anderen Büchern das fast identische Gegenstück zu Scarpetta, verwandelt er sich zunehmend in eine furcht einflößende Person, die mehr mit seiner neuen Harley beschäftigt ist, als mit seiner Arbeit.

Die Dialoge sind diesmal total schwach und leider auch nicht wirklich nachvollziehbar.

Im ersten Satz der Unterhaltung wird sich über den Fall unterhalten, im darauf folgenden wieder über ein ganz anderes Thema, sodass dem Leser der Eindruck vermittelt wird, es interessiert die Protagonisten gar nicht, wer wo wann und wie gestorben ist.

 

Der Plot ist sehr einfach gehalten und beinhaltet bedauerlicherweise nichts Neues, außer der wissenschaftlichen Studie, die einen zynischen Namen trägt.

BESTIE.

(Biometrische Evaluation und Systematisierung von Tötungsdelikten aufgrund Idiopathischer Enzephalanomalien)

Insgesamt kann man lediglich sagen, dass es sich um zwei parallel verlaufende Fälle handelt, die allem Anschein nach nichts miteinander zu tun haben. Erst im Laufe der Geschichte, bekommt der Leser eine leise Ahnung, worauf die Autorin aus ist.

Das Buch ist gründlich recherchiert, detailgetreu und leider etwas zu kompliziert. Es entsteht der Eindruck, dass Patrica Cornwell mit diesem Buch letztendlich zeigen will, dass sie Ahnung von der Arbeit eines Pathologen und der Spurensicherung der Polizei hat. Das ganze Buch ist eine Zusammenfassung von Fachbegriffen in der Medizin, geschmückt mit ein paar teilweise seltsamen Charakteren und ein bisschen Story. Spannung ist hier leider total fehl am Platze. Bevor das Buch spannend werden kann, ist es auch schon leider vorbei. In ganz wenigen Kapiteln zeigt Cornwell was sie kann, um nur ein Kapitel später wieder in die tristen, langweiligen und detailverliebten Schilderungen der Falluntersuchungen zu fallen. Am liebsten würde man das Buch nach den ersten fünfzig Seiten weglegen, man wird aber von der Hoffnung genährt, dass noch etwas passiert, was hier jedoch nicht der Fall ist.

Das Ende des Buches ist schlicht weg das, was die vorderen vierhundert Seiten schon andeuteten.

Es gibt eigentlich gar kein Ende. Das einzige woran man merkt, dass das Buch zum Ende kommt ist, dass die Seiten weniger werden. Anhand des Plots, könnte man denken, dass sich die Geschichte noch im Prolog befände.

 

Also nein Frau Cornwell. Das war ein totaler Fehlgriff. Hoffen wird, dass das nächste Buch ein Hammer wird und uns für diesen armseligen Roman mehr als nur entschädigt.

 

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Defekt

Autor: Patricia D. Cornwell

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: Hoffmann und Campe (Januar 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3455400116

ISBN-13: 978-3455400113

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 19.03.2007, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18