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Dem Tode nahe von Linwood Barclay

Rezension von Katrin Kress

 

Klappentext:

Der 17-jährige Derek ist aufgeregt. Heute fährt sein bester Freund, der Nachbarsjunge Adam Langley, mit seinen Eltern in Urlaub. Jetzt sitzt Derek in seinem Versteck im Langley’schen Keller und wartet darauf, mit seiner Freundin ein ungestörtes Schäferstündchen abhalten zu können. Aber dann kommt alles anders. Denn die Nachbarn kehren schon nach kurzer Zeit zurück. Und sie werden brutal erschossen.

 

Parallel zur Polizei nimmt Dereks Vater, ein verhinderter Maler, Ex-Chauffeur des örtlichen Bürgermeisters und jetzt Betreiber eines Gartenservices, die Ermittlungen auf -- vor allem deshalb, weil sein Sohn in die Fänge der Ermittler gerät. Dann verschwindet ein Computer, der belastendes Material über einen angesehenen Universitätsprofessor und Bestseller-Autor enthält. Hat dieser seine Finger im Spiel? Oder wollten die Mörder vielleicht gar nicht zu den Langleys, sondern hatten sich einfach in der Tür geirrt? Ist also Dereks Leben und das seiner Familie in Gefahr?

 

Zum Inhalt:

Derek Cutters ausgeklügelter Plan, das Nachbarhaus der Familie Langley eine ganze Woche für sich und seine Freundin Penny Tucker nutzen zu können, endlich mal seine Ruhe vor den Erwachsenen zu haben, scheint zunächst aufzugehen. Doch während er noch vergeblich auf Penny wartet, geschieht das Unfassbare. Die Langleys kommen früher zurück nach Hause. Während Derek noch überlegt wie er dieser Situation entkommt, erscheinen zwei Besucher. Derek wird unfreiwillig Zeuge eines Dreifachmordes: einer nach dem anderen wird die komplette Familie Langley erschossen. Aus Angst vor den Konsequenzen verrät er Eltern und Polizei vorerst nichts.

 

Dreh- und Angelpunkt des Plots ist Derek Cutters Erlebnis im Keller der Familie Langley. Während der Prolog noch Dereks Sicht der Dinge widerspiegelt, erleben wir das weitere Geschehen durch Jim Cutters Augen, Dereks Vater. Die Ich-Perspektive hat den Vorteil, nur die Gedanken und Vermutungen einer Person zu kennen. Somit bleibt genug Rätselspaß während der gesamten Handlung. Barclays Ideenreichtum drückt sich insbesondere in der Vielfalt vorkommender Charaktere aus. So treffen wir unter anderem auf einen unentdeckten Künstler im Gärtnerservice, einen Politiker, der wahrlich kein Saubermann ist, einen Chauffeur mit zahlreichen zwielichtigen Kontakten, der selbst das Unmögliche möglich macht, einen fragwürdigen Bestsellerautor, einen vermeintlichen Selbstmörder, einen homosexuellen Lehrer, skrupellose Gangster und Mitglieder des Syndikats, eine ahnungslose Seniorin, einen irrenden Detektive, einen Bankräuber, minderjährige drogenabhängige Mädchen des horizontalen Gewerbes, sowie Ehefrauen, die es mit der Treue nicht so genau nehmen. Den unterschiedlichen Persönlichkeiten wurde genug Tiefe verliehen, ohne dabei langatmig zu werden, was die verschiedenen Handlungsstränge lebendig, macht und eine gewisse Nähe vermittelt.

 

Besonders gefallen mir die kleinen aber feinen Details und Hinweise mit denen Barclay seinen Roman gespickt hat. So fiel mir beispielsweise sofort das Telefon neben dem Sofa im Keller auf (Seite 18) oder der kurz erwähnte Laptop (Seite 153), ebenso wie das gut beschriebene verbogene Rasenmähermesser im Regal (Seite 266). Unweigerlich macht das Herz einen freudigen Hüpfer, wenn eben genau diese scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten wahrgenommen, an anderer Ort und Stelle wieder aufgegriffen werden und schließlich keine unbedeutenden Nebensächlichkeiten mehr sind.

 

Linwood Barclay gelingt es immer wieder den Leser mit kleinen Details und unerwarteten Lösungen zu überraschen. So das der geneigte Leser zu jederzeit mit raten kann und so seine ganz eigene Theorie entwickeln wird. Der Autor streut zu diesem Zweck viele kleine Brotkrumen an welchen sich der Leser langhangeln kann.

 

Barclay verfügt über einen sympathischen, angenehm flüssigen Schreibstil und versteht es, mit Spannungsspitzen umzugehen, so dass während des gesamten Buchs keine Langeweile aufkommt. Die wahrlich gelungene Unterhaltung tröstet über das leicht idealisierte Ende und den ein oder anderen Fehler im Text definitiv hinweg.

 

 

Fazit:

Ein teilweise für Thrillerfans vorhersehbares Ende, welches jedoch durch gut gestreute Elemente trotzdem an Spannung nicht einbüßt.

Auf jeden Fall empfehlenswert! Schaurige Lesestunden mit Gänsehaut und Detektivfeeling garantiert.

 

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Dem Tode nahe

Autor: Linwood Barclay

Broschiert: 400 Seiten

Verlag: Ullstein Tb (Oktober 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3548267440

ISBN-13: 978-3548267449

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.11.2008, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27