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Den Schmugglern auf der Spur von Alan MacDonald

Rezension von Heike Rau

 

Will Finch hat Angst bei Nacht auf dem Friedhof. Auch bei Tag ist es dem 12-jährigen dort nicht geheuer. Tom hat ihm da eine Geschichte von einem Geist erzählt. Die Leiche des Mannes ohne Kopf wurde einst im Fluss gefunden. Er soll ein Spion gewesen sein, deswegen haben die Schmuggler ihn um die Ecke gebracht. Nun geistert der Tote bei Nacht auf dem Friedhof herum. Trotzdem bringt Will Blumen an das Grab seines Vaters.

 

Diesmal fühlt er sich jedoch beobachtet. Aber kein Geist erscheint, sondern ein großer Hund, der angriffslustig ist. Zum Glück ruft sein Besitzer ihn zurück. Issak Greaves ist bald kein Fremder mehr. Er arbeitet nun im Gasthof von Wills Mutter. Dass Graeves scheinbar seinen Vater kannte, veranlasst Will, Doktor Rankin noch einmal nach den alten Geschichten zu fragen. Rankin gibt sich bedeckt, aber er bezeugt, dass Wills Vater ein grundehrlicher Mensch war. Aber er gibt auch zu, etwas zu verschweigen. Angeblich hält ihn ein Versprechen davon ab, alles zu erzählen.

 

Greaves macht immer deutlicher, dass er was von Wills Mutter Susannah will. Der Junge hat ein ungutes Gefühl, doch seine Meinung ist nicht gefragt. Eines Nachts erwacht er aus einem Albtraum und sieht Schmuggler, die am Haus vorbeiziehen. Neugierig folgt er ihnen zu einer kleinen Bucht an der Küste. Unter den Schmugglern ist zu seinem Entsetzen auch Doktor Rankin. Will wird erwischt. Er hat viele der anderen Männer erkannt, die eigentlicher, Fischer, Knechte oder Ladenbesitzer sind. Um sein Leben zu retten, muss er versprechen, zu schweigen.

 

Wills Mutter hat die Abwesenheit ihres Sohnes bemerkt. Es ist nun an der Zeit, dass sie die Karten auf den Tisch legt. Auch Wills Vater ist Schmuggler gewesen. Er wurde erwischt und ist von einem Soldaten schwer verwundet worden und an seinen Verletzungen gestorben. Will denkt dennoch nicht daran, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Er will in die Fußstapfen seines Vaters treten und ebenfalls Schmuggler werden. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig. Mit Leutnant Lock hat die Gegend nun einen neuen Zollbeamten, der sich vorgenommen hat, dem Schmuggel ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben.

 

Die Geschichte ist äußerst spannend, es gibt aber auch sehr gruselige Szenen, die Gänsehaut machen. Will, als Hauptfigur, ist auf Anhieb sympathisch. Der Junge leidet unter dem Tod seines Vater. Seine Rolle als Herr des Hauses wird ihm abrupt von Greaves entrissen, der nichts Gutes im Schilde führt. Da das Verhältnis zwischen Will und seiner Mutter nicht besonders gut ist, ist es ihm nicht möglich, seine Mutter zu warnen. Es kommt, wie es kommen muss, die Situation eskaliert schließlich.

Das Buch hat nicht wirklich ein gutes Ende. Man hätte sich für Will eine bessere Zukunft gewünscht. Das ist aber kein Kritikpunkt.

Lesen lässt sich das Buch sehr gut. Der Autor hat einen sehr ausgewogenen Schreibstil. Er erzählt mit viel Fantasie und perfekt aufgebauter Spannung. „Den Schmugglern auf der Spur“ ist eines von jenen Büchern, die man in einem Rutsch verschlingt und es dann ganz vorn ins Regal stellt, um es später noch einmal zu lesen.

 

Eure Meinung:


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Den Schmugglern auf der Spur

Autor: Alan MacDonald

Gebundene Ausgabe: 222 Seiten

Verlag: Beltz; Auflage: 1 (August 2006)

ISBN: 3407809824

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.09.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06