Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Der 7. Tag von Nika Lubitsch

Rezension von Christel Scheja

 

„Der 7. Tag“ ist einer der Romane, die zunächst im E-Book erfolgreich waren und nun auch noch in Buchform aufgelegt werden, um eine größere Leserschaft anzusprechen, nachdem die digitale Version monatelang die Kindle-Bestsellerlisten anführte.

Nika Lubitsch ist das Pseudonym einer erfolgreichen Sachbuch-Autorin, die hier ihren ersten literarischen Text vorlegt, einen sehr eigenwilligen Kriminalroman.

 

Sybille Thalheim steht vor Gericht. Sie wird beschuldigt ihren Mann Michael erstochen zu haben. Leider sprechen die meisten Indizien gegen sie, so dass auch schon die Presse ihr Urteil über die junge Frau gefällt hat.

Dabei hatte es vor nicht all zu langer Zeit noch so gut ausgesehen. Die beiden waren glücklich verheiratet, erfolgreich im Beruf und erwarteten nun zu allem Glück noch ein Baby. Dann aber verschwand Michael eines Tages spurlos und das Verhängnis nahm seinen Lauf.

In den Monaten danach verliert Sybille nicht nur ihr Baby sondern auch ihre Mutter. Die Villa, die sie nicht verkaufen kann, lastet wie ein schweres Gewicht auf ihrer Seele. Und so scheint ihr Zorn am Ende so zu wachsen, dass sie bis zum Äußersten geht, als Michael überraschend wieder auftaucht.

Die junge Frau hat keine Kraft sich gegen die belastenden Beweise zu wehren, weil sie sich an die betreffenden Stunden nicht wirklich erinnern kann und bekennt sich schließlich schuldig – aber nur, weil sie ausgerechnet am letzten Prozesstag erkennt, wie alles wirklich zusammen hängt und nun daran arbeiten muss, die Wahrheit zu beweisen.

 

Eine Frau die ihren Ehemann umbringt – ein Sujet, das man aus vielen Krimis kennt und damit nicht mehr viele Überraschungen bietet – sollte man meinen. Denn Nika Lubitsch schafft es mit spielerischer Leichtigkeit, dem Thema neue Facetten abzugewinnen. Die Geschichte wird streng aus der Sicht der Hauptfigur erzählt, die durchaus Gründe genug gehabt hätte, ihrem Mann ins Jenseits zu befördern. Ob sie es gewesen ist oder nicht, lässt die Autorin mit einem gerissenen Kniff offen, dennoch ahnt man, dass dies nicht alles sein kann und hat gleich mehrere Verdächtige im Auge.

Interessant ist, dass der zweite Teil des Buches wie eine Artikelserie aus einer Zeitschrift gehalten ist und so nach und nach die Liebes- und Leidensgeschichte der Heldin bis zum bitteren Ende enthüllt, garniert mit den Erkenntnissen, die die Journalisten für sie recherchieren.

Die Geschichte nimmt so eine unerwartete Endung, die später so einiges in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt und setzt am Ende noch einen drauf. Dazu ist die Geschichte flott geschrieben und hält sich nicht mit unnötigen Ausschmückungen auf.

 

Alles in allem ist „Der 7. Tag“ ein rundum unterhaltsamer Krimi, der einem altbekannten Thema eine neue Note verleiht, die man so nicht erahnen kann. Es lohnt sich also, einen Blick zu riskieren, da das Buch sich auch als angenehm leichte Sommerlektüre lohnt.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

MEDIUM:

Der 7. Tag

Autorin: Nika Lubitsch

broschiert, 185 Seiten

Print!t/mvg, erschienen Dezember 2012

ISBN-10: 3868824472

ISBN-13: 978-3868824476

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B008X7APZ2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 27.07.2013, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57