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Der Babylon Code von Uwe Schomburg

Rezension von Christine Schlicht

 

1916 – Der erste Weltkrieg tobt und in den Ausgrabungsstätten am Euphrat haben englische Truppen das Regiment übernommen. Dennoch wagen zwei deutsche Archäologen einen riskanten Versuch, Schätze von dort weg zu bringen. Einheimische Grabräuber haben einen Schatz entdeckt und führen die beiden Männer hin, um die Dinge zu verkaufen. Sie bezahlen mit ihrem Leben...

2005 – Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst hat der Ex-Cop Chris Zarrenthin für eine Weile bei einem Sicherheitsunternehmen gearbeitet, aber da er auch dort mit seinen Eigenarten aneckte, gründete er ein eigenes Unternehmen. Mit einer Geschäftsidee seines vorigen Arbeitgebers: Für betuchte Kunden transportiert er alle Arten von Gegenständen durch die Welt, von der Abendgarderobe bis hin zu wertvollen Schmuckstücken. Ein manchmal etwas unangenehmer, aber eigentlich nicht allzu gefährlicher Job. Doch das Geld ist trotzdem immer knapp, vor allem, weil sich Chris mit seinem losen Mundwerk immer wieder ins Fettnäpfchen setzt.

Daher ist er gezwungen, den Auftrag eines Kunsthändlers anzunehmen, für den er schon öfter unterwegs war. Bis dahin aber immer mit zwar langweiligen, aber oft ungewöhnlichen Aufträgen betraut. Diesmal jedoch will der alte Mann eine ganz spezielle Ladung transportiert haben: mehrere alte Tontafeln und einige ebenso alte Knochenfragmente. Er erzählt Zarrenthin über die Herkunft dieser Altertümer und das es seine Vorfahren waren, die sie geraubt hatten. Forster, der schwer krank ist und nicht mehr lange zu leben hat, will „Buße“ tun und die Fragmente an Museen geben.

Doch der Transport von der Schweiz nach Berlin, wo die Objekte einem Museum übergeben werden sollen, wird trotz mehrerer Ablenkungsmanöver und Geheimhaltung zu einem lebensgefährlichen Trip. Ein Trupp schwer bewaffneter Söldner überfällt Chris und den Kunsthändler. Nur mit viel Glück und Einfallsreichtum entkommt der ehemalige Polizist dem Anschlag.

Von da an befindet sich Chris auf der Flucht vor einem mächtigen Gegner, der vor nichts zurückschreckt, um die Besitztümer des Kunsthändlers in die Hände zu bekommen. Zusammen mit der Wissenschaftlerin Jasmin versucht Chris schließlich herauszufinden, was denn an den Relikten so besonders ist. Der Stich ins Wespennest, denn es geht um viel... um das ewige Leben.

Im Vatikan sitzt nach Johannes Paul ein neuer Papst, der mehr über das weiß, was Chris bedrängt. Und er weiß auch, dass das Geheimnis der Artefakte zu einem Albtraum werden kann. Er tut alles, um es zu verhindern und muss dabei nicht nur gegen Gegner in den eigenen Reihen kämpfen, sondern auch gegen sich selbst und eine Gruppe von Kreationisten aus den Staaten, welche die Unfehlbarkeit des Papstes in Frage stellen würden...

 

Das Cover macht schon was her: Geprägter Karton mit einem großen Ausschnitt, durch den man einen Teil des Bildes auf Hochglanz-Fotopapier darunter sieht – Da Vincis bekannteste Anatomiestudie mit einer DNA-Doppelhelix. Doch besonders praktisch ist das nicht und auch nicht hart im Nehmen. Man muss schon ganz schön aufpassen, dass man nicht mit den Fingern hängen bleibt und das Cover zerreißt. Auch das Papier ist von überraschend guter Qualität.

Die Qualität der Handlung ist dagegen eher für Genre-Fans von besonderer Qualität. Wer Thriller mag, in denen der Held in James-Bond-Manier unkaputtbar durch die Weltgeschichte rennt, der wird hier einen echten Reißer finden, der ihm sonst langweilige Stunden versüßt.

Jemanden, der bei einem Thriller auch auf eine ordentliche Hintergrundbeschreibung wert legt, für die eine tiefere Recherchearbeit nötig ist, wird, je nach Neigung und Kenntnissen in den entsprechenden Fächern, ungefähr so viel Vergnügen mit dem Buch haben, wie ein Flugzeugtechniker oder Pilot mit den alten Airport-Katastrophenfilmen. Als Beispiel sei genannt, dass im ersten Teil, der 1916 spielt, Agenten der East India Company erwähnt werden. Leider wurde selbige laut Wikipedia 1874 aufgelöst.

Nichts desto trotz, spannende Unterhaltung ist garantiert, ist ja nicht jeder Leser ein Historiker und solche Details überfliegt man, wenn die Handlung vorangetrieben wird..

 

Allerdings würde man sich doch ein wenig mehr Einfallsreichtum bei der Titelvergabe wünschen würde. Die ganzen Codes, die in letzter Zeit den Buchmarkt erobern verwirren doch ein wenig – Da Vinci-Code, Prometheus-Code, Genesis-Code, Matrix-Code, Der Code... wie viele Codes denn noch?

 

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Der Babylon Code

Autor: Uwe Schomburg

Broschiert: 690 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (April 2008)

Sprache: Deutsch

Titelillustration: Hilden Design

ISBN-10: 3404158806

ISBN-13: 978-3404158805

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.06.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18