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Der Drachenkämpfer von Sarkkhan von Jane Yolen

Drachen-Trilogie - Sammelband

Rezension von Christel Scheja

 

Jane Yolen mag vielen älteren Lesern aus den 70-ger und frühen 80-ger Jahren vielleicht noch als Autorin von SF-Romanen bekannt sein. Fantasy hat sie eigentlich nie geschrieben. Und so ist auch ihre Jugendromantrilogie „Der Drachenkämpfer von Sarkkhan“ eher Science Fantasy in der sich scheinbar magische Dinge mit Wissenschaft erklären lassen. Der nun erschienene Sammelband umfasst die Einzelromane „Drachenblut“, „Herzblut“ und „Die Drachenbotschaft“.

 

Austar IV ist eine Wüstenwelt, arm an Ackerland und Bodenschätzen und weitab von den Zentren der galaktischen Zivilisation. Daher diente er lange Jahre als Strafkolonie. Zwar hat sich das inzwischen geändert, aber es gibt auf dem Planeten immer noch eine strenge hierarchische Ordnung. Große Teile der Bevölkerung dienen fast ihr ganzes Leben als leibeigene Knechte eines Grundherren und können nur hoffen, sich eines Tages freizukaufen von ihrem kargen Lohn. Nahrungs- und Verdienstquelle für viele sind die „Drachen“, einheimische Echsen, die an die Fabelwesen erinnern. Wenn sie nicht gerade im Schlachthof enden, dann werden die Tiere in Arenen zur Belustigung der Menge aufeinander gehetzt. Allein mit der Ausbildung und Kontrolle eines Kampfdrachen kann man genug Geld verdienen um frei zu werden.

Darauf hofft auch der 15-jährige Jakkin, der als Knecht auf Sarkkhans Drachenfarm dient, seit sein Vater starb. Der Junge hadert mit seinem Schicksal Es gelingt ihm sogar eines Nachts einen Schlüpfling zu stehlen und das Weibchen heimlich aufzuziehen. „Herzblut“ bewährt sich schließlich in der Arena. Jakkin winkt die Freiheit, doch irgendwie kann er sich nicht von seinem früheren Leben trennen. Vielleicht liegt das an der stolzen und klugen Akki, die ihm immer wieder Mut gemacht hat, oder auch an seinem früheren Herrn Sarkkhan, der ihn väterlich unterstützt und sein Potential schon lange erkannt hat. Und auch der Aussenweltler Golden scheint an Jakkins Talenten interessiert zu sein.

Doch dann verändert ein Attentat das Leben des Jungen. Er kommt mit Rebellen zusammen, die das System der Knechtschaft auf Austar IV aufheben will. Das macht ihn sensibel genug, um zu erkennen, dass die Menschen gegenüber einer einheimischen Spezies grausam handeln. Denn die Drachen sind alles andere als unintelligente, instinktbehaftete Kreaturen. Als Akki und er auf der Flucht vor den Wächtern in der Wüste stranden, wird ihnen das durch Herzbluts Opfer mehr als deutlich. Doch haben jetzt noch die Möglichkeit etwas zu ändern?

 

Jane Yolen nimmt sich sehr viel Zeit die Protagonisten einzuführen und das gesellschaftliche System auf Austar IV vorzustellen. Allein der erste Band ist Jakkins Bemühungen gewidmet, die Freiheit zu erringen. Doch obwohl es ihm gelingt, die Knechtschaft abzulegen, bleibt er alten Gewohnheiten verhaftet. Es sind Akki und sein Drachenweibchen Herzblut, die ihm langsam die Augen öffnen. Mit ihnen lernt er erwachsen zu werden und seine Interessen und Ideen offen zu vertreten, ohne dabei nur an sich selbst zu denken. Die Autorin nimmt sich dabei feinfühlig und glaubwürdig der Psyche und den Problemen ihrer Helden an, die Lösungen sind nachvollziehbar und nicht einfach aus den Ärmeln geschüttelt.

Auch wenn es abenteuerlich zugeht, und Jakkin wie Akki einiges an gefährlichen Situationen durchstehen müssen, so ist die Trilogie doch eher ruhig und weniger auf actionreiche Abenteuer als auf die Figuren konzentriert. Langeweile kommt trotzdem nicht auf, da sie mit ihren Beschreibungen Neugier und Phantasie weckt und zum Nachdenken und Träumen anregt. Also mehr als einfache Unterhaltung.

Eure Meinung:


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Buch:

Der Drachenkämpfer von Sarkkhan

Reihe: Drachen-Trilogie (Sammelband)

Autorin : Jane Yolen

broschiert, 944 Seiten

Gulliver/Beltz & Gelberg, erschienen 09/2006

ISBN 3-407-74017-4

Übersetzung von Anja Hansen Schmidt

Titelbild von Peter Knorr

ab 12 Jahre

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 28.10.2006, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49