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Der galaktische Topfheiler von Philip K. Dick

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Was nützt es einem, der beste Topfheiler der Welt zu sein, wenn es kaum noch Keramik zu reparieren gibt?

Cleveland 2046: Joe Fernwright sitzt auftragslos und frustriert in seiner Werkstatt und ist nahe dran alles hinzuschmeißen, als vom Planeten Plowman eine ganz besondere Anfrage hereinkommt. Ahnungslos steuert Fernwright in eine abenteuerliche Mission, wie sie die Galaxis noch nie gesehen hat …

 

Rezension:

In einer inzwischen gar nicht mehr so fernen Zukunft des Jahres 2046 muss sich der Topfheiler Joe Fernwright damit abfinden, dass man seine Fähigkeiten als Reparateur von Keramik nicht mehr nachfragt. Um der Langeweile zu entfliehen, beteiligt er sich an einem Spiel, in dem darum geht, Buchtitel aus fremdsprachigen Computerrückübersetzungen zu erraten. Doch das Leben in der Kommunalen Bürgerrepublik Nordamerika, gebeutelt von schwerer Inflation, erfordert letztlich ein dauerhaftes Einkommen. Kurz bevor er sich seiner privaten Depression hingeben kann, erhält Joe ein Angebot. Auf dem fernen Planeten Plowman will Glimung, ein mysteriöses Alien, eine Kathedrale vom Meeresboden heben und ein Topfheiler wäre dann unbedingt von Nöten …

 

Philip K. Dick entwickelte 1969 mit dem Galactic Pot-Healer eine durchgedrehte Science-Fiction-Geschichte, in der sich Zukunftsideen und surrealistische Ereignisse in einem fort abwechseln. Wie ein bunter Drogenrausch erscheinen etliche Szenen, der Original-Titel bindet diese Assoziation deutlicher ein, als es die Übertragung ins Deutsche vermag.

Zusätzlich nimmt Dick einige Motive der Faust-Erzählung auf und je weiter sich Jo Fernwright auf seinem Weg durch das Dickicht der Intrigen und scheinbar festgeschriebenen Ereignisse auf Plowman kämpft, umso deutlicher wird die Parallele zu Faust, der von Mephistoteles verlockt wird.

 

Inmitten fremdartiger Wesen, an der Seite einer schönen Alienfrau, in die sich Joe bereits im Raumschiff verliebt, im Gespräch mit einem nachdenklichen Androiden und im Kampf mit Religionen, deren Behauptungen von Gut und Böse immer weniger Bedeutung und Strahlkraft enthalten, erkämpft sich Joe seine eigene Zukunft.

 

Dick schwelgt in der vollen Blüte seiner Fantasie und Erzählkunst. So schlank der Roman selbst in der deutschen Übersetzung daherkommt, so prallgefüllt ist er dennoch. 50 Jahre nach seinem Erscheinen bleibt Der galaktische Topfheiler trotz einiger technischer Alterserscheinungen ein amüsanter, quicklebendiger Strudel, der die reisefreudige Leserschaft mit sich reißt.

 

Fazit:

»Der galaktische Topfheiler« von Philip K. Dick ist eine abgedrehte SF-Erzählung, in der Goethes Faust-Dichtung auf die 60er Jahre trifft. Ein schriller Trip in die Welt Philip K. Dicks.

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Eure Meinung:

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Buch:

Der galaktische Topfheiler

Original: Galactic Pot-Healer, 1969

Autor: Philip K. Dick

Übersetzer: Joachim Pente

Taschenbuch, 176 Seiten

FISCHER Taschenbuch, 27. November 2019

Cover: Rosemarie Kreuzer und Thomas Degen

 

ISBN-10: 3596906970

ISBN-13: 978-3596906970

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07R3HL8TW

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

weitere Infos:


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Erstellt: 25.12.2019, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 09:09