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Der Himmelsdrache von Graham T. Taylor

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Dr. Sabian Blake, Wissenschaftler im London des 18. Jahrhunderts, hat auf seltsame Weise ein kabbalistisches Buch erhalten, in dem ein ungeheurer Komet prophezeit wird: ein Himmelsdrache, der nach 21 Tagen entweder auf der Erde einschlagen oder knapp an ihr vorbeiziehen wird.

 

Schnell wird auch Blakes Hausmädchen, die junge Agetta, in die Ereignisse verstrickt. Eine geheimnisvolle und verführerische Dame namens Yerzinia versucht sie zum Diebstahl des Buchs anzustiften und verspricht ihr dafür ein Leben ohne Sorgen und Schufterei. Aber weit gefehlt: Plötzlich scheinen Gelehrte und Dämonen, Betrüger und Unsterbliche, Himmel und Hölle hinter dem Buch her zu sein ...

 

Inhalt:

Dr. Sabian Blake fühlt sich am Ende seiner Wünsche, als ihm das geheimnisvolle Buch Nemorensis in die Hände fällt. Darin wird ein Komet beschrieben, der zu einem bestimmten Zeitpunkt am Himmel auftauchen soll. Nach 21 Tagen schlägt Wormwood, so der Name des Kometen, entweder auf der Erde ein oder er zieht knapp an ihr vorbei.

 

Blake macht seine Entdeckung bekannt und fühlt sich wie der Retter der Welt, bis er feststellen muß, daß der große Brand von London doch kein Zufall war und die gleichen Drahtzieher nun auch hinter dem Buch her sind und ihn mittels eines Dämons töten wollen. Blake sieht sich allein einer gewaltigen Übermacht gegenüber. Und dann verschwindet das Nemorensis und mit ihm die junge Agetta, und ein Gerücht geistert durch Londons Gassen, daß ein gefallener Engel in einer Kuriositätenshow auftreten soll.

 

Als schließlich auch noch dieser merkwürdige Fremde mit der blauen Brille auftaucht, zweifelt Blake nicht nur an seinem Verstand, sondern auch daran, ob er London überhaupt noch retten kann ...

 

Rezension:

Engel und Dämonen, Wissenschaft gegen Magie. Ein interessantes Buch erwartet den Leser mit dem zweiten Roman des englischen Pfarrers G.P. Taylor. Man merkt jeder Seite an, daß der Autor sich mit Esoterik (wie das ganze heute gern bezeichnet wird) auskennt, er die Phänomene zumindest aus Büchern kennt, die er beschreibt.

 

Die Figuren, eigentlich kaum mehr als Archetypen ihrer Zunft, wachsen dennoch zumindest in dem schmalen Pfad, den Taylor ihnen läßt. Das ist dieses Mal jedoch nichts negatives, alles Darüberhinauswachsen wäre unglaubwürdig gewesen. Es macht Spaß, ihren Werdegang zu verfolgen.

 

Mit der Zeitsetzung dagegen hatte ich persönlich so meine Probleme. Mir schien es allzu willkürlich, es hätte jede andere Zeit sein können, über die Taylor schreibt. Mir fehlen die Details, die er an anderer Stelle so hervorragend setzt, auf der Zeitschiene. Dies bezieht sich sowohl auf die Zeitleiste (18. Jahrhundert) als auch auf die Handlung, die sich scheinbar teilweise zu überschlagen scheint. Es ist klar, daß verschiedene Figuren an verschiedenen Orten zugleich handeln, nur schien es mir an der einen oder anderen Stelle, als hätte Taylor sich selbst etwas verirrt in seinem Plan.

 

Interessant die Darstellung seiner „Engel„, die so gut wie gar nichts mit dem zu tun haben, was wir aus der Bibel kennen. Da ist Taylor wirklich ein guter Griff gelungen, sowohl Tegatus als auch Abram sind die lebensechtesten Figuren im Buch. Der Kampf um das Buch ist ihr Kampf, und sie geben alles, einer von ihnen sogar sein Leben.

 

Während Tegatus in dieser Hinsicht das leidende Opfer ist, das sich selbst immer wieder verdammt, kommt Abram als abgeklärter Kämpfer und voller Sarkasmus daher, die der Leser erst einmal schlucken muß. Dennoch sind es gerade diese beiden, die das Buch wirklich lesenswert machen, gerade auch durch ihr unengelhaftes Engelsein.

 

Alles in allem ein interessantes Jugendbuch. Eine leichte und lockere Lektüre nicht nur für Jugendliche, sondern durchaus auch ein Schmankerl für Erwachsene. Durchaus empfehlenswert.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Der Himmelsdrache

Autor: Graham T. Taylor

Arena-Verlag, 2004, 395 Seiten

ISBN: 3401057618

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2005, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59