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Leseprobe: Der Parzival - Code und die Externsteine

von Achim Köppen und Horst Burger

 

Ein mystisches Geheimnis scheinen die Externsteine, in der Nähe von Horn-Bad Meinberg, in Ostwestfalen zu hüten.

Die beiden Archäologen Georg Lang und Richard Bauer werden eines Tages von einer seltsamen Geheimorganostion beauftragt, Messungen an den Externsteinen vorzunehmen.

Sie lehnen diesen Auftrag ab und nehmen auf eigene Faust, Forschungen an der alten Kultstätte vor. Sie machen eine unglaubliche Entdeckung mit Tragweite für das ganze Abendland.

Dieser Roman spielt nicht nur in Ostwestfalen, sondern auch an internationalen Schauplätzen.

 

Rom, 19. Juli 2007, 15:00 Uhr

 

Miriam Weber und Georg Lang schlenderten Hand in Hand über den stark bevölkerten Petersplatz. Sie hatten schon kurz nach zwölf Uhr im Hotel Torre Rossa nahe der Vatikanstadt und des Petersdoms eingecheckt. Das Hotel lag ruhig und abgelegen inmitten eines Parks. Bis zum Zentrum und zum Petersplatz waren es knapp drei Kilometer. Lang hatte sich kurz darauf noch einmal mit Pater Andre' in Verbindung gesetzt, und der lud beide zum späten Nachmittag ins Perdincibacco ein, ein kleines Restaurant in der Nähe der Peterskirche.

 

Da Miriam schon lange nicht mehr in Rom gewesen war, nutzten sie kurz nach ihrer Ankunft ein wenig die Gelegenheit für eine kurze Stadtbesichtigung. So besuchten sie die Piazza Venezia und die ebenfalls dort befindliche Basilica San Marco. Allerdings war es sehr warm, und es wimmelte jetzt zur Haupturlaubszeit nur so von Touristen, so dass sie relativ schnell wieder die Lust daran verloren. So bildete der Abschluss ihrer kurzen Stippvisite nur noch der Trevi-Brunnen. Sie opferten je eine Münze und beschlossen, wieder ins Hotel zurückzukehren. Dort ruhten sie sich noch eine Weile aus, verließen dann kurz vor 15:00 Uhr das Hotel und nahmen ein Taxi in Richtung Petersplatz. Dort stiegen sie aus und gingen zu Fuß.

Miriam blickte Georg fragend an:

„Weißt du eigentlich, wo sich das Restaurant genau befindet?“

Georg grinste.

„Aber sicher. Ich habe mich mit dem guten Pater dort schon sehr oft getroffen, wenn ich in Rom zu tun hatte. Es ist in der Via delle Fornaci, gar nicht so weit von hier entfernt.“

Etwa zwanzig Minuten später betraten sie das kleine und gemütliche Restaurant. Sogleich erblickten sie den Pater, der sich von seinem Platz erhob und ihnen entgegenkam.

„Hallo Pater Andre', schön Sie gesund und wohlauf zu sehen“, begrüßte ihn Lang.

Andre' musste um die 65 Jahre alt sein, hatte kurz geschnittene, schon silbergraue Haare und eher kantige Gesichtszüge. Er trug die typische Wochentagskleidung eines katholischen Geistlichen: Eine schwarze Hose, eine dunkle Jacke und ein schwarzes Oberteil mit dem typischen weißen Kragen. Georg fragte sich, wie der Pater in dieser Bekleidung bei diesen Außentemperaturen nur zurecht kam.

Ein Lächeln umspielte das Gesicht von Andre‘, als er Lang die Hand reichte.

„Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen, Georg. Ich hoffe, es geht Ihnen gut.“

„Ja, gewiss. Ich kann nicht klagen.“

Dann gab er auch Miriam die Hand, und sie setzten sich.

Nach einer Weile kam der Wirt und reichte allen dreien eine Speisekarte.

„Ich nehme nur eine Kleinigkeit“, erwiderte Miriam Weber, „einen trockenen Rose'.“

„Mir das Gleiche“, kam es von Lang.

Der Pater bestellte sich einen Espresso.

„Gut, kommen wir zur Sache. Ich hatte Ihnen ja erklärt, worum es geht. Konnten Sie schon etwas über das Bild von Poussin in Erfahrung bringen, Pater? Existieren vielleicht Zeichnungen oder Skizzen von ihm?“

„Ja, Georg. Und ich denke, ich habe möglicherweise genau den Hinweis gefunden, nach dem Sie suchen.“

Pater Andre' öffnete jetzt eine Aktentasche. Aus ihr entnahm er eine Mappe. Er schlug sie auf und kramte mühsam ein Foto heraus, welches das Bild „Schäfer in Arkadien“ zeigte.

„Sie meinen doch sicherlich dieses Bild?“

„Aber das wissen Sie doch, Pater!“ entgegnete Lang jetzt ein wenig enttäuscht.

„Ich musste auf Nummer sicher gehen, Georg. Daher habe ich die Skizze auch nicht mit hier ins Restaurant gebracht. Es war schon schwierig genug, sie einfach zu mir mit nach Hause zu nehmen. Dafür hätte ich in diesem Fall sogar eine Sondergenehmigung gebraucht."

Der Wirt kam und servierte die Getränke. Sie nahmen einen Schluck.

„Also gibt es eine Skizze von dem Bild“, setzte jetzt Miriam das Gespräch fort. „Was ist auf ihr zu sehen?“

„Etwas, was auf dem Originalbild nicht zu sehen ist. Mehr möchte ich hier in der Öffentlichkeit nicht sagen. Aber Sie scheinen ja mal wieder etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben, Georg. Ich habe heute Morgen nämlich so einen merkwürdigen Anruf von einem Doktor Müller aus Deutschland erhalten. Er wollte wissen, ob Sie schon mit mir Kontakt aufgenommen haben.“

„Müller!“ entfuhr es Georg Lang, und er blickte Miriam entgeistert an. „Woher weiß er, dass wir uns zurzeit in Rom aufhalten, und woher kennt er Pater Andre'?“

Sie hob die Achseln.

„Ich nehme an“, fuhr Andre' fort, „dass dieser Mensch nicht unbedingt ein Freund von Ihnen ist.“

„Da liegen Sie richtig.“

„Hatte ich mir schon nach seinem Anruf gedacht. Er wollte nämlich genau wie Sie wissen, ob eine Skizze von diesem Bild existiert. Deswegen liegt sie auch gut verwahrt bei mir zuhause. Das Risiko, sie hier mit ins Restaurant zu bringen, war mir nun doch zu groß. Ich schlage vor, wir treffen uns heute Abend bei mir. Passt Ihnen 19 Uhr?“

„In Ordnung.“

Sie leerten noch ihre Gläser, zahlten, verabschiedeten sich und verließen das Lokal.

 

„Bist du soweit?“ Georg Lang lag auf dem Bett in ihrem Apartment und blickte ein wenig genervt in Richtung Badezimmer. „Ich werde nie verstehen, warum sich Frauen so lange im Bad aufhalten müssen, nur um sich frisch zu machen und etwas anderes anzuziehen.“

„Bin gleich fertig“, kam die Antwort aus dem Bad.

Georg blickte gelangweilt auf die Uhr.

„Wir haben jetzt 18:30 Uhr. Bis zur Wohnung von Pater Andre' brauchen wir noch gut zwanzig Minuten.“

„Ich bin fertig. Wir können gehen.“

Miriam Weber stand vor ihm. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug, elegante, silbern schimmernde Schuhe, und ihre Frisur war jetzt auch irgendwie anders.

Lang pfiff leise.

„Donnerwetter, du siehst wirklich chic aus. Das steht dir gut. Wir können nach dem Besuch beim Pater ja noch irgendwo essen gehen.“

Sie lächelte: „Gerne, aber jetzt sollten wir ihn erst einmal aufsuchen.“

„Richtig, wir können den guten Pater Andre' nicht unnötig warten lassen.“

Sie verließen wieder ihr Hotel und nahmen ein Taxi in Richtung Via delle Fornaci.

Der Pater wohnte nämlich in der gleichen Straße, in der sich auch das Restaurant befand, im zweiten Stock eines schon etwas älteren Mietshauses.

Das Taxi hielt direkt vor dem Haus. Lang bezahlte, sie stiegen aus und schritten auf die Haustür zu.

Er suchte rasch die Türklingel, betätigte sie und wartete.

Doch nichts geschah.

„Merkwürdig, wir haben jetzt genau 19 Uhr. Warum öffnet er nicht?“

Er drückte erneut den Klingelknopf, wartete noch einen Augenblick und betätigte dann eine andere Klingel.

Kurz darauf wurde die Haustür geöffnet.

„Komm schnell, ich habe da ein ganz ungutes Gefühl.“

Rasch liefen sie die schmalen Treppenstufen empor in den zweiten Stock.

Sie erreichten die Wohnungstür, die weit offen stand.

„Bleib dicht hinter mir“, rief er Miriam zu, „hier stimmt etwas nicht.“

Sie betraten einen langen abgedunkelten Wohnungsflur.

„Andre', wo sind Sie?“

Keine Antwort. Sie tasteten sich langsam vorwärts und folgten dem Flur.

Unterhalb einer Tür auf der rechten Seite war ein schwacher Lichtschein zu sehen.

Vorsichtig öffnete Georg Lang sie.

Es musste sich um das Arbeitszimmer des Paters handeln. Es war ebenfalls abgedunkelt. Ein großer Eichenschreibtisch befand sich direkt hinter der Tür. Auf ihm brannte eine altmodische Schreibtischlampe. Der Tisch selbst war mit einem Wust von Papieren und Büchern bedeckt.

Plötzlich durchfuhr Lang ein eisiger Schrecken: Hinter dem Schreibtisch auf dem Boden lag der leblose Körper des Paters.

Er sprang um den Schreibtisch und beugte sich über ihn.

„Mein Gott - Pater, was ist mit Ihnen?“

Plötzlich glaubte Lang eine Bewegung schräg hinter sich wahrzunehmen. Dann spürte er nur noch einen schweren Schlag auf den Hinterkopf und verlor das Bewusstsein.

 

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Titel: Der Parzival - Code und die Externsteine

Autor: Achim Köppen und Horst Burger

H. R. Burger Verlag

ISBN: 978-3-00-028475-5

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Disclaimer:

Freigabe zur Weiterveröffentlichung der Leseprobe besteht, soweit vom Autor nicht anders angegeben nur für "FantasyGuide.de". Für alle weiteren Veröffentlichungen ist die schriftliche Zusage des Autors erforderlich.


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Erstellt: 01.12.2009, zuletzt aktualisiert: 27.01.2015 17:38