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Der Pfad im Schnee von Lian Hearn

Reihe: Der Clan der Otori Band 2

 

Rezension von Carmen Huber

 

Kaum hat Takeo Kaede wieder gefunden hat, muss er sie – trotz ihrer Liebe zueinander – erneut verlassen, denn der Stamm hat Anspruch auf ihn erhoben und er ist zu mächtig, als dass Takeo sich ihm entziehen könnte. So muss er sich dem Willen und den Forderungen des Stammes beugen und sich ihm anschließen, einerseits, weil er keine andere Wahl hat, andererseits aber auch, weil er endlich lernen möchte, seine Fähigkeiten voll und ganz zu beherrschen. Doch die Ausbildung entpuppt sich als unmenschlich grausam und hart, und schon bald beginnt Takeo sein neues Leben aus tiefstem Herzen zu hassen. Mit erschreckender Härte wird versucht, ihm alles Mitleid und alle Menschlichkeit auszutreiben und durch Rücksichtslosigkeit und Erbarmungslosigkeit zu ersetzen – und ihn so zu einem gehorsamen und ergebenen Diener des Stammes zu machen. Denn seine besondere Begabung macht ihn für den Stamm so überaus wertvoll – niemand sonst besitzt vergleichbare Talente. Immer mehr lernt Takeo, seine Fähigkeiten zu beherrschen und vervollkommnen. Doch er kann sein früheres Leben, seine Verantwortung gegenüber Shigeru und den Otori-Clan und seine Liebe zu Kaede nicht vergessen. Doch sollte Takeo je versuchen, sich gegen den Stamm zu stellen, wird dieser ihn töten ...

 

Währenddessen kehrt Kaede zum ersten Mal seit ihrer Kindheit wieder in ihre Heimat zurück. Ihr Zuhause ist inzwischen verwahrlost, ihre Mutter ist tot und ihr Vater hat sich ganz der Verzweiflung hingegeben. Doch Kaede lässt sich nicht unterkriegen. Zusammen mit den wenigen Männern, die ihr noch geblieben sind, und ihrer treuen Freundin Shizuka beginnt sie, alles wieder aufzubauen. Und zugleich fängt sie an, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – sie lässt nicht mehr zu, dass mächtigen Herrschern über sie bestimmen, sondern sie mischt im Spiel um Macht und Land auf eigene Faust mit ... Doch auch sie ist unfähig, Takeo zu vergessen. So unmöglich es für die beiden ist, zusammen zu sein, so unfähig sind sie auch, ohne den anderen zu leben ...

 

 

„Der Clan der Otori“ ist eine Trilogie, von der „Der Pfad im Schnee“ der zweite Band und damit die Fortsetzung zu „Das Schwert in der Stille“ ist. Abgeschlossen wird die Geschichte mit „Der Glanz des Mondes“, dem dritten und letzten Band. Alle drei sind bereits als Hardcover-Bücher erhältlich, und der erste und der zweite Band sind auch schon als Taschenbuch veröffentlicht worden. Viele weitere interessante Informationen findet man auch unter www.otori.de, wo man Wissenswertes zu den Büchern, der Autorin und Japan entdecken kann.

 

Erneut zieht das Buch einen von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann, erneut versinkt man in einer unglaublich faszinierenden Geschichte und taucht tief in Takeos Welt ab. Wie schon im ersten Band weiß die Autorin zu begeistern, man fühlt mit den Protagonisten mit – und vor allem Takeos Schicksal wird durch die Ich-Form dem Leser erstaunlich nahe gebracht. Doch vieles hat sich auch verändert: Während Takeo immer mächtiger und im Umgang mit seinen Fähigkeiten immer besser wird, beginnt er, sich selbst immer mehr in der grausamen Ausbildung des Stammes zu verlieren. Sein einziger Rettungsanker zu sich selbst ist seine Erinnerung an Kaede ... Währenddessen erhält Kaede zum ersten Mal in ihrem Leben die Möglichkeit, selbst über ihr Leben zu bestimmen – und sie ergreift sie. Doch es ist für sie nicht einfach, sich in der männerdominierten Welt zu behaupten. Aber ihre Ziele stehen höher, als alle es für möglich halten: Sie will nicht nur einen möglichst gute Partie bei einer Hochzeit machen, wie es für eine Frau üblich ist, sondern sie will selbst herrschen – was für eine Frau aber unmöglich erscheint ...

 

„Der Clan der Otori“ weiß auch noch nach dem zweiten Band voll und ganz zu begeistern, und „Der Pfad im Schnee“ steht seinem Vorgänger „Das Schwert in der Stille“ um nichts nach. Immer mehr baut die Autorin ihre Geschichte aus, immer dramatischer scheint das Geschehen zu werden – und auch der Hauch von drohendem Unheil wird immer dichter. Und wieder kann alles überzeugen: Die Charaktere wirken erneut unglaublich lebensecht, die Beschreibung geben einem wieder das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein – und es ist fast unmöglich, sich der Faszination, die dieses Buch vermittelt, zu entziehen. Und so darf man schon gebannt dem dritten und letzten Band entgegen sehen ...

 

Fazit:

Auch der zweite Band von »Der Clan der Otori« ist wieder großartig gelungen – genauso mitreißend, faszinierend und bewegend wie sein Vorgänger!

Eure Meinung:

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Buch:

Der Pfad im Schnee

Reihe: Der Clan der Otori Band 2

Original: Grass for His Pillow, 2003

Autor: Lian Hearn

Taschenbuch, 397 Seiten

Ullstein, Juni 2006

Übersetzerin: Irmela Brender

Cover: Emil Landgreen

 

ISBN-10: 3548263232

ISBN-13: 978-3548263236

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 19.07.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06