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Der Ripper von Flensburg von Harald Jacobsen

Rezension von Torsten Scheib

 

Rezension:

Alte Wunden brechen von neuem auf, nachdem die junge Frau Miriam Becker ermordet aufgefunden wird. Denn schon einmal wurde die Handelsstadt von ähnlichen Taten erschüttert, als zwischen den Jahren 1912 und 1913 sechs Frauen einem Seefahrer zum Opfer fielen, der nicht von wenigen für keinen Geringeren als Jack the Ripper gehalten wurde. Hat sich nun, fast ein Jahrhundert später, ein neuerlicher Serienmörder von den abscheulichen Taten seines Vorgängers inspirieren lassen? Die mysteriösen Hinweise eines Informanten scheinen keinen anderen Schluss zuzulassen. Bis unvermittelt Miriam Beckers Mörder dingfest gemacht wird – ihr Verlobter, dessen krankhafte Eifersucht letztlich zu jenem tragischen Ausgang führte. Ehe kurz darauf die nächsten Opfer entdeckt werden, die unmöglich dem gleichen Täter zugestanden werden können. Doch wer war es dann? Und ist der Mörder von Miriam Becker wirklich unschuldig, was die Toten Nummer 2 und 3 betrifft? Fiebrig und nicht zuletzt unter Hochdruck von Seiten der Medien und der Öffentlichkeit versucht das Ermittlerteam, diesen immer wirrer erscheinenden Gordischen Knoten zu entwirren. Am Ziel stoßen sie auf einen angesehenen Geschäftsmann, der im Gegenzug neben seiner Anwältin auch einen Privatdetektiv engagiert, um seine Unschuld beweisen zu können. Doch als der Schnüffler Manfred Brodersen diverse Einzelheiten des Falles erfährt, beschleichen auch ihn gerechtfertigte Zweifel …

 

Der Ripper von Flensburg – der Titel klingt nach einem Reißer; einem harten und temporeichen Krimi. Doch von Beginn an legt Autor Harald Jacobsen ein eher gemächliches Tempo vor. Detailreich und fundiert lässt er auch bei Ortsfremden die altehrwürdige Stadt im hohen Norden lebendig werden, ebenso die sehr lebensecht agierenden Charaktere. Doch genau dies Ausführlichkeit ist leider auch der größte Makel des Romans. Mitunter hält sich Jacobsen einfach zu lange bei Nichtigkeiten auf und fördert bisweilen das Querlesen. So wird das ohnehin schon gemütliche Tempo zum Stillstand, dem auch die wirklich originellen und mit einem Hauch Übernatürlichen versehenen Ideen überwiegend zum Opfer fallen. Auch mehrere, scheinbar aus dem Nichts auftretende Personen sorgend für Verdruss. Diese Passagen wirken schlicht wie der misslungene Trick eines Zauberers; sind eine Art Deus Ex Machina, die weder überzeugen können noch dem Plot weiterhelfen können. So führen demzufolge auch alle Wege zu einem Finale, das weder überrascht noch den Leser zufrieden zurücklässt.

 

Fazit:

»Der Ripper von Flensburg« hat eigentlich alle Anlagen für einen spannenden, grusligen Krimi mit der richtigen Dosis Mysteryeinschlag. Doch Harald Jacobsen verspielt sich die Sympathien des geneigten Lesers durch überlange und dadurch ermüdende Details, diverse unlogische Einsprengsel und nicht zuletzt auch durch das fehlende Tempo. Ein allenfalls ausreichender Krimi.

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Buch:

Der Ripper von Flensburg

Autor: Harald Jacobsen

gebunden, 264 Seiten

Blitz-Verlag, März 2011

 

ISBN-10: 3898403181

ISBN-13: 978-3898403184

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.11.2011, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27