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Der Schattenjäger-Codex von Cassandra Clare

Rezension von Christel Scheja

 

Wenn Reihen einen gewissen Bekanntheitswert und und auch entsprechende Bücherzahlen erreicht haben, geschieht es in den letzten Jahren oft, dass die Autoren eine Art Kompendium dazu herausgeben. Gerade wenn das Universum auf Jugendliche ausgerichtet ist, die vielleicht selbst gerne einmal in die Rolle eines Zauberschülers oder -wesens schlüpfen wollen, bietet sich eine Sammlung der Hintergrundinformationen an. Das scheint sich auch Cassandra Clare gedacht zu haben, die zusammen mit Joshua Lewis nun den „Schattenjäger-Codex“ zusammengestellt hat.

 

Dabei handelt es sich um Clarys persönliches Exemplar, das von ihren besten Freunden Jace und Simon mit den entsprechenden Kommentaren versehen wurde, die meistens witzig klingen sollen, gelegentlich aber auch zum Nachdenken anregen.

Der Codex dient dazu, den Auserwählten, der die Weihe zum Schattenjäger erhalten und überlebt hat, in die Welt einzuführen, die ihn nun erwartet. Daher werden zunächst die Fragen um Herkunft und Sinn der Gemeinschaft geklärt. Was bedeutet es ein Schattenjäger zu sein und den Eid abzulegen, warum ist es so wichtig, sich einen neuen Namen zu wählen und die Kenntnis welcher Begriffe sollte man sich schnell aneignen.

Schattenjäger sind für den Kampf geboren, daher steht die Vorstellung der wichtigsten Waffen, Rüstungen und anderer Ausrüstungsgegenstände im Vordergrund, auch den Kampftechniken ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Damit der junge Jäger weiß, gegen was er kämpfen werden wird und welchen Wesen er eher vorsichtig gegenüber treten sollte, gibt es zwei Bestiarien. Das eine widmet sich den Dämonen, das andere den Schattenweltlern, zu denen unter anderem auch Vampire und Werwölfe gehören. Aber auch den Engeln und Menschen ist ein Kapitel gewidmet.

Da Magie ebenfalls zum Leben der Schattenjäger gehört, wird sie ebenfalls ausführlich behandelt, und weil große Macht auch entsprechende Verantwortung mit sich bringt, geht es den Regeln und Gesetzen, denen schon der Anfänger folgen muss, genau so. Zuletzt gibt eine Übersicht die wesentlichen historischen Wendepunkte in der Geschichte der Schattenjäger wieder und stellt die bedeutendsten Randgruppen in der Gesellschaft der Nephilim vor, einschließlich der unterirdischen Stadt Idris, die zur Zuflucht der meisten Schattenjäger geworden ist, die sich in der Welt der normalen Menschen nicht mehr wohlfühlen und genug verbergen können.

 

Eines muss man Cassandra Clare lassen – sie hat die Hintergrundinformationen, die zum Teil auch bereits in ihre beiden Zyklen um die Schattenjäger eingeflossen sind, geschickt in ein Handbuch verarbeitet, dass dem Leser durchaus als Nachschlagewerk und Handbuch dienen kann. Dabei wurde natürlich die jüngere Geschichte weitestgehend außen vor gelassen, die Ereignisse um den „Kreis“ und Valentine Morgenstern werden gerade einmal kurz angerissen, so dass man schon zu den Romanen greifen muss, um darüber mehr zu erfahren.

Gerade die Anmerkungen sorgen an ernsten und gewichtigen Stellen dafür, dass die Lektüre nicht zu schwer wird. Denn wie es zu so einem Buch passt, sind viele Texte mahnend und belehrend abgefasst, werden nicht nur die „coolen“ Thematiken wie Magie und Waffen angesprochen, sondern auch immer wieder daran erinnert, dass die Schattenjäger auch eine große Verantwortung tragen, derer sie sich, wenn sie einmal den Eid abgelegt haben, nur noch schwer und manchmal mit dramatischen Folgen entziehen können.

In angenehmer Weise sind die Kapitel in sich geschlossen, auch wenn man sie doch zunächst chronologisch lesen sollte, da sie locker aufeinander aufbauen und nach und nach ein immer ausführlicheres Bild von der Welt der Schattenjäger geben, auch wenn die Autorin und ihr Mitstreiter an einigen Stellen vage bleiben und etwa Idris nur beschreiben und bewusst keinen detaillierten Stadtplan, sondern nur eine kleine Übersicht präsentieren.

Viele Zeichnungen lockern die Texte auf. Teilweise ergänzen sie die Erklärungen, andere verleihen dem Buch eine persönliche Note, da Clary die Gelegenheit genutzt hat, Personen aus ihrem Umfeld zu zeichnen und diese so ein Gesicht erhalten.

 

Alles in allem erweist sich „Der Schattenjäger- Codex“ als gelungene Ergänzung zu den beiden Zyklen, die inzwischen um die Welt der Nephilim und ihre Abenteuer erschienen sind. Gerade Fans werden das ein oder andere nette Detail entdecken, dass Szenen in den Büchern klarer erscheinen lässt und können ihr Wissen vertiefen, selbst Vermutungen anstellen, wie es in den eigentlichen Geschichte weitergehen könnte. Nur als Einstieg in die Welt der Schattenjäger sollte man den Codex nicht verwenden, dafür setzt er schon zu viele Kenntnisse, die man durch die Lektüre der Romane erworben hat, voraus.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Schattenjäger-Codex

Autoren: Cassandra Clare und Joshua Lewis

gebunden, 306 Seiten

Arena, erschienen März 2014

Übersetzung: Franka Fritz und Helmut Koop

Titelgestaltung: Frauke Schneider

Illustrationen: Elizabeth Alba, Theo Black Michael Kaluta, James Nelson u. a.

ISBN-10: 3401069810

ISBN-13: 978-3401069814

Erhältlich bei Amazon

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Erstellt: 06.04.2014, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38