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Der Stein der Wikinger vonThomas Jeier

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1947 in Minden geborene Thomas Jeier lebt heute in München und „on the road“ in den USA. Wenn er nicht gerade Dokumentarfilme dreht, widmet er sich dem Schreiben, und so ist nach seinem ersten historischen Jugendbuch „Der Traum der Cheyenne“ eine weitere Geschichte aus der Vergangenheit erschienen: Der Stein der Wikinger.

 

Eines Tages finden ein Farmer und sein Sohn bei der Rodung eines Stück Landes, das sie schon lange von dem alten Baumbestand befreien wollten, einen alten Stein – der seltsame Zeichen aufweist. Sie ahnen bereits, dass dies keine Hinterlassenschaft der indianischen Ureinwohner sein kann – sondern ein Nachweis ist, dass bereits lange vor Kolumbus andere europäische Seefahrer Amerika entdeckt haben – die Wikinger und selbst sie nicht unbedingt die ersten gewesen sein müssen.

Knapp tausend Jahre vor ihrer Zeit fällt dem jungen Wikinger Hakon bei einem Raubüberfall in einem Kloster ein kostbares Buch in die Hände. Doch nicht die Juwelen schlagen ihn in den Bann – es ist das Bild einer exotischen jungen Frau, von der er weißt. Das ist die eine, die zu ihm gehört, und die er um jeden Preis finden muss, koste es was es wolle.

Doch zunächst führt ihn das Leben durch mehrere schwere Prüfungen. Weil er sich seinem Anführer widersetzt, lässt dieser ihn über Bord werfen. Es gelingt ihm zwar, das rettende Land zu erreichen, aber dort kann er sich nur schwer den Forderungen einer sehr besitzergreifenden jungen Frau entziehen.

In dem Handelsposten Haithabu an der dänischen Küste gelingt es ihm, ihr und ihrer Sippe endlich wieder zu entkommen. Er schafft es sogar das Buch wieder an sich zu bringen ... doch das ist nur der Beginn einer weitere Irrreise, die ihn durch das ganze Nordmeer und schließlich in das geheimnisvolle Vinland führen werden.

Dort aber hat die junge Ayasha schon lange davon geträumt, dass eines Tages ein Krieger mit goldenem Haar und blauen Augen erscheinen würde, um sie aus der Gefangenschaft eines anderen Stammes und vor dem sicheren Tod zu retten...

 

Denkt man zuerst, dass sich das Buch mit dem Zusammentreffen der unterschiedlichen Kulturen beschäftigen würden, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Drei Viertel des Buches beschäftigen sich mit den Irrfahrten Hakons, um die verschiedenen Aspekte im Leben der Wikinger darzustellen, angefangen von ihren Raumzügen, mit denen sie über Jahrhunderte die Küsten der Nordsee verheerten, ihr Leben auf den kargen Inseln des Nordens und die Handelsbeziehungen mit anderen Völkern – selbst Araber kamen zu den Handelsposten, um ihre Waren gegen die des Nordens einzutauschen.

Und schließlich ihre Streifzüge ins Unbekannte. Eingeflochten darin sind kulturelle Aspekte wie die Stellung der Frau, der Aufbau der Gesellschaft und nicht zuletzt der Umgang mit dem Christentum, das nach und nach auch immer mehr von den Nordmännern angenommen wurden. Hakon und die anderen Figuren stehen stellvertretend für diese Details und sind weniger ausgereifte und lebendige Charaktere, die für sich alleine stehen können.

Das merkt man dem Buch schon sehr deutlich an. Zum einen bleiben die Teile, in denen Ayasha auftritt sehr schwammig und vage, wirken eher wie Füllsel, zum anderen wird man sehr lange hingehalten, was zu einigen unangenehmen Längen führt. Junge Leser, die aber in erster Linie mehr über das Leben der Wikinger und ihre Abenteuer erfahren wollen, finden die Informationen in eine ansonsten relativ unterhaltsame Geschichte eingebettet.

 

Wenn Jungen und Mädchen ab elf Jahren durch den „Wickie“-Film neugierig auf das Volk der Nordländer geworden sind, so kann man ihnen getrost „Der Stein der Wikinger“ in die Hände drücken. Denn dort finden sie leicht verdaulich viel Wissenswertes über dieses Volk präsentiert.

 

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Der Stein der Wikinger

Autor: Thomas Jeier

broschiert, 310 Seiten

Ueberreuter, Wien erschienen Juli 2009

Titelbild unter Verwendung von Motiven von corbis

ISBN-10: 380005504X

ISBN-13: 978-3800055043

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.09.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06