Der Terraformer (Autor: Matthias Falke)
 
Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Der Terraformer von Matthias Falke

Rezension von Christel Scheja

 

Verlagsinfo:

Matthias Falke ist kein Unbekannter in der deutschen SF-Szene, sondern ein seit mehreren Jahren aktiver Autor und Herausgeber, der zunächst durch die Veröffentlichung ganzer Zyklen wie etwa dem aus dem „Enthymesis“-Unversum und Mitarbeit bei anderen Reihen auf sich aufmerksam machte. Mittlerweile erscheinen zunehmend eigenständige Romane aus seiner Feder. Nach „Bran“, seinem ersten Roman bei Atlantis, der 2014 auch noch für den Kurt-Laßwitz-Preis nominiert wurde, ist nun „Der Terraformer“ erschienen.

 

Anders McCoy war schon immer ein Eigenbrödler. Deshalb macht es ihm nichts aus, über Jahre auf einem Planeten festzusitzen und nur gelegentlich Kontakt nach Außen aufzunehmen, um Berichte seiner Fortschritte abzusenden, oder neue Vorräte anzufordern. Er geht ganz in seiner Arbeit auf, ist ein Terraformer, der jede Entwicklung auf „seiner“ Welt mit Enthusiasmus und Neugier betrachtet.

Da ist die Ankunft eines Fremden schon eine Veränderung. Aber Roderick ist niemand, der viel spricht, viel mehr unterstützt er ihn bei der Arbeit und wird bald zu einer Hilfe, die er nicht mehr missen möchte.

Als die beiden Männer einander vertrauen, erfährt Anders aber auch, dass sein neuer Freund in Schwierigkeiten steckt und sich die Schlinge um seinen Hals enger zu ziehen droht. Der Terraformer erlaubt ihm die Flucht in einer Rettungskapsel, als es eng wird, aber das nutzt ihm selbst nicht viel. Er gerät in Gefangenschaft und muss sich nun mit Rodericks Verfolgern auseinander setzen, die ihn wegen seiner angeblichen Verbrechen zur strecke bringen wollen.

Anders McCoy ist aber nicht dumm und passt sich schon bald den Gegebenheiten an, vor allem als er Ragna kennenlernt, die Frau Rodericks. Auch wenn er gerne andere Dinge tun würde – jetzt und hier ist sein Geschick gefordert, sich nicht nur einer fremden Kultur zu stellen, sondern auch das Netz von Intrigen zu zerreißen, in das er unabsichtlich geraten ist.

 

„Der Terraformer“ mag wissenschaftlich beginnen, ist aber in Wirklichkeit ein waschechter Science-Fiction-Abenteuerroman. Den Anfang nutzt Matthias Falke in erster Linie dazu, um seinen Helden vorzustellen – einen Mann der eigentlich ganz in seiner Arbeit aufgeht und auch ohne soziale Kontakte ganz zufrieden ist – aber sich auch auf veränderte Gegebenheiten einstellen kann. Dabei fällt besonders positiv auf, dass der Autor der Figur treu bleibt und ihm nicht plötzlich unerwartete Fähigkeiten und Kenntnisse verleiht, die nicht zu einem Lebensweg passen würden. Anders McCoy ist alles andere als ein Held, aber er hat Verstand und Geschick, weiß genau, wie er sich durchmauscheln muss, um heil aus der ganzen Sache zu kommen, auch wenn er dabei manchmal auf Risiko spielt.

Und er betrachtet die Frau an seiner Seite als gleichwertige Partnerin, nicht als Love-Interest. Auch Ragna weiß zu gefallen, ist sie doch eine starke und selbstbewusste Frau, die für sich selbst steht und trotz ganz menschlicher Schwächen, nicht unbedingt die starke Schulter einer Frau braucht.

Zwar geht der Autor nicht unbedingt in die Tiefe, was die Figurenzeichnung betrifft, bedient teilweise sogar klassische Klischees, auf der anderen Seite, stören diese aber auch nicht, sondern fügen die Figuren lebendig in den Hintergrund ein. Ebenso unterhaltsam und glaubwürdig wurden die Grundzüge der klassischen Wikinger-Kultur in die futuristsche Kulisse eingebunden.

Die Handlung bietet zudem alles, was zu einem Abenteuer dazu gehört – Verfolgungsjagden, Gefangennahmen und Reise quer durch die Region, die dafür sorgen, das nach und nach immer mehr Details an Licht kommen, die die Wahrheit über Rodericks Verbrechen enthüllen. Die Auflösung jedenfalls auch so gut durchdacht und glaubwürdig, dass man den Helden gerne das Happy End gönnt.

 

Vielleicht mag „Der Terraformer“ nicht gerade innovative Science Fiction mit einem literarischem Anspruch sein, der Roman kann aber durch sein flott geschriebenes und durchweg spannendes Abenteuer entspannende Leseabende bieten, wenn man sich auf die farbenprächtige Kulisse und die sympathischen Figuren einlassen kann, weil man vor allem leichte Unterhaltung sucht.

Nach oben

Platzhalter

Buch:

Der Terraformer

Autor: Matthias Falke

Atlantis Verlag, November 2014

Taschenbuch, 300 Seiten

Titelbild: Timo Kümmel

 

ISBN-10: 3864021898

ISBN-13: 978-3864021893

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00QNZ2CPM

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Alternative Buchhandlungbestellung

im Otherland bestellen

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240412144511397f2054
Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 10.01.2015, zuletzt aktualisiert: 10.04.2024 18:52, 13815