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Der Teufel in ihr von Maureen Johnson

Rezension von Linda Dannenberg

 

Jane ist eine hochbegabte Schülerin an einer katholischen Mädchenschule. Die guten Noten fallen ihr in den Schoß, und obwohl sie ein wenig rebellisch ist und aussieht wie ein Punk, ist sie auch recht beliebt. Ihre beste Freundin Allison dagegen ist weder eine gute Schülerin, noch besonders hübsch oder beliebt. Sie lässt sich leicht einschüchtern und ist sehr introvertiert, was sie zum perfekten Opfer für hämische Mitschülerinnen macht. Diese machen sich nur zu gern über ihr Aussehen und ihre vermeintliche Dummheit lustig. Nur Jane hält immer zu ihr und baut sie auf.

Doch eines Tages verändert sich Allison. Mit feuerrotem Haarschopf, neuem Look und voller Selbstvertrauen kommt sie in die Schule. Außerdem verhält sie sich gegenüber Jane seltsam abweisend und legt auch sonst neue Eigenschaften an den Tag, die sehr ungewöhnlich erscheinen.

 

Kurz darauf macht Allison ihrer Freundin ein Geständnis: Sie hat ihre Seele verkauft, um beliebt zu werden. Jane glaubt nicht daran und denkt viel mehr, dass man ihrer Freundin einen üblen Streich gespielt hat. So bietet sie an, ihre eigene Seele gegen die von Allison einzutauschen. Schon bald muss sie erkennen, dass sie in einen Kampf zwischen Gut und Böse geraten ist, der sie vollkommen überfordert. Es beginnt ein erbitterter Wettstreit um Janes Seele ...

 

„Der Teufel in ihr“ liest sich stellenweise wie eine moderne und speziell für Jugendliche konzipierte Version von Goethes „Faust“. Nicht nur das Thema der verkauften Seele erinnern an dieses Meisterwerk, auch viele Anspielungen, wie eine Organisation der Hölle, mit dem Namen „Pudelclub“, wecken bestimmte Assoziationen.

Die Geschichte ist aus Janes Perspektive geschildert, eine glaubhafte und sympathische Figur, mit der der Leser von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert und die durch ihren schwarzen Humor oftmals eine Auflockerung des ansonsten ernsten und düsteren Plots erreicht. Aber auch die Nebencharaktere sind sehr lebendig und vielschichtig geschildert, sodass es leicht ist, sich völlig von der Geschichte mitreißen zu lassen.

 

Maureen Johnson überzeugt mit ihrem Erzählduktus und sie weiß definitiv, wie sie kontinuierlich einen Spannungsbogen aufbauen kann. Es kommt selten Langeweile auf und man kann sich nie sicher sein, ob sie das Gute oder das Böse den Sieg davon tragen lässt. Auch die ein oder andere überraschende Wendung erwartet den Leser. Zudem ist das Ganze auf sprachlich gutem Niveau, wenngleich die Sprache der jugendlichen Protagonistin angepasst wurde und somit sehr locker und modern klingt.

 

Dieser Roman ist zwar „nur“ ein Jugendbuch, dass erwachsene Leser nur bedingt genießen können, hebt sich aber auf erfrischende Weise aus der Masse heraus. Es geht hier nicht darum, irgendwelche moralischen Keulen zu schwingen oder um Schwierigkeiten während der Phase sexueller Orientierung. Hier handelt es sich um einen intelligenten, faszinierenden und vor allem unterhaltsamen Roman, der ein nicht mehr ganz neues Thema erfolgreich wiederbelebt.

 

Fazit:

„Der Teufel in ihr“ ist ein hervorragend geschriebenes Jugendbuch, dessen rasante Geschichte und lebendige Charaktere einen unglaublichen Sog auf den Leser ausüben werden.

 

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Der Teufel in ihr

Autor: Maureen Johnson

Original: Devilish, 2006

Übersetzer: Katarina Ganslandt

Gebundene Ausgabe: 316

Verlag: Ravensburger Buchverlag, Juli 2008

Sprache: Deutsch

Cover: Dirk Lieb

ISBN-10: 3473352888

ISBN-13: 978-3473352883

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.07.2008, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54