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Der Tod liegt in der Luft von Andrew Lane

Reihe: Young Sherlock Holmes, Bd. 1)

Rezension von Christel Scheja

 

Der britische Autor Andrew Lane lebt mit seiner Familie in Dorset. Er hat inzwischen über zwanzig Bücher verfasst, unter anderem zu Dr. Who und Torchwood, teilweise aber auch unter Pseudonym. Mit der Serie um „Young Sherlock Holmes“ erfüllt sich der große Fan des Meisterdetektivs einen Wunsch, denn bisher ist nur wenig über die Jugendjahre desselben bekannt.

 

Sherlock hat sich daran gewöhnt, in der Deepdene-Knabenschule der absolute Außenseiter zu sein, weil er weit klüger ist als der Rest seiner Kameraden. Aber es begeistert ihn wenig, die langen Sommerferien auf Wunsch seines älteren Bruders Mycroft nun auch noch bei Verwandten verbringen zu müssen, weil der Vater nach Indien geschickt wurde und die Mutter schon genug mit der kränkelnden Schwester zu tun hat. Denn sicherlich wird der Aufenthalt bei Onkel Sherrinford und Tante Anna kein Zuckerschlecken.

Er soll Recht behalten, denn nicht nur eine ständig missgelaunte Hausverwalterin machen ihm das Leben schwer, auch die Tatsache, dass niemand etwas mit ihm zu tun haben will, nur weil er ein Holmes ist.

Erst mit dem Straßenjungen Matty schließt Sherlock so etwas wie eine Freundschaft und der ihm an die Seite gestellte Privatlehrer Amyus Cole unterrichtet ihn in ganz anderen Dingen als Latein und Griechisch.

In diesem Sommer, der mit zwei von beulen übersäten Leichen beginnt und in dem eine unheimliche schwarze Wolke ihr Unwesen in dem beschaulichen Landstrich treibt, bekommt es Sherlock nicht nur mit brutalen Handlangern und einem finsteren Baron zu tun, sondern auch mit einer lebensgefährlichen Intrige. Zudem wird sein Interesse an den Dingen geweckt, die ihn später zu dem machen werden, als was er bekannt ist...

 

Gerade weil Sir Arthur Conan Doyle nicht viel über die Jugend seines Meisterdetektivs festgelegt hat, können sich heutige Autoren um so mehr ausdenken, was ihn geprägt hat, und wie er von einem relativ normalen Jungen zu einem verschrobenen Einzelgänger werden konnte. In einem Essay geht Andrew Lane auf die Dinge ein, die bereits bekannt sind, und natürlich auch die unbeantworteten Fragen, mit denen er sich in seiner Reihe beschäftigen will.

Sein Sherlock ist am Anfang zwar bereits der trickreiche und intelligente Außenseiter, aber ansonsten noch recht normal. Ihm fehlt noch eine Menge Wissen, auf der anderen Seite sehnt er sich durchaus nach Freunden und Gemeinschaft, auch wenn er sich diese schon sehr genau aussucht.

Schnell zeigt sich, dass der Sommer in Farnham nicht ganz so langweilig ist wie gedacht, denn nicht nur der Straßenjunge Matty, auch sein neuer Lehrer machen ihn auf Dinge aufmerksam, die ihm vorher nicht einmal ins Auge gefallen sind. Langsam erwacht der Spürsinn in dem Jungen – nicht ahnend, welchen Stein er damit ins Rollen bringt.

Die Geschichte führt den jungen Helden erst einmal ein und kommt so eher langsam in Fahrt. Dann aber kommt es Schlag auf Schlag, denn durch ihre Neugier geraten die Jungen immer mehr in Gefahr und drohen sogar fast ihr Leben zu verlieren. Nach einer dramatischen Jagd, die in Frankreich endet, ist für Sherlock nichts mehr wie zuvor.

Der Roman erlaubt sich auch, ein paar eigenwillige Charaktere einzuführen, die Sherlock manchmal die Schau stehlen, einschließlich des Lehrers, der auch so seine Geheimnisse hat. Für das Grobe ist eher Matty dabei, der zwar trickreich ist, aber auch seine Muskeln spielen lässt, und für die Leserinnen gibt es Victoria als Identifikationsfigur, die so gut nichts mit einer jungen viktorianischen Lady gemein hat.

 

Alles in allem ist „Der Tod liegt in der Luft“ kurzweilig zu lesen, flüssig erzählt und nicht all zu kompliziert, so dass auch schon junge Leser ihren Spaß haben werden. Und damit es auch in den nächsten Bänden nicht langweilig wird, gibt es am Ende dieses ersten „Young Sherlock Holmes“-Bandes noch eine böse Überraschung für den Jungen, die einiges an Action zu bringen verspricht.

 

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Buch:

Der Tod liegt in der Luft

Autor: Andrew Lane

Reihe: Young Sherlock Holmes Band 1

Taschenbuch, 416 Seiten

Fischer, Februar 2012

Übersetzer: Christian Dreller

 

ISBN-10: 3596193001

ISBN-13: 978-3596193004

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 21.05.2012, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53