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Der Zeiter von Wolfgang Jeschke

Rezension von Peter Sperling

 

Verlagsinformation: Mit Der Zeiter startet der Shayol Verlag eine in loser Folge erscheinende Ausgabe der „Gesammelten Werke“ von Wolfgang Jeschke, dem meistausgezeichneten deutschsprachigen Science-Fiction-Autor. Der vorliegende Band enthält die frühen Erzählungen Jeschkes, die in den Jahren 1955 bis 1961 entstanden und 1957 bis 1970 in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erschienen sind. Erstmals seit 1957 wird hier seine Debüterzählung „Der Türmer“ wieder zugänglich gemacht.. Alle Texte wurden behutsam überarbeitet und vom Autor mit einer Nachbemerkung versehen.

 

Inhalt:

 

  • Der Türmer
  • Zwölf Minuten und einiges mehr
  • Sirenen am Ufer
  • Tore zur Nacht
  • Der König und der Puppenmacher
  • Der Riss im Berg
  • Welt ohne Horizont
  • Pater Ramseys Totenmessen
  • Die Anderen

 

 

Fünf Gedichte:

Seveso - I love Bombay 1980 - Denkmodelle - Sterne – Aufbruch

 

Schon auf den ersten Blick überrascht der Shayol Verlag durch die liebevollen Gestaltung des Einbandes. Das Umschlagbild und eine weitere Zeichnung im Buch zeichnete der mehrfach ausgezeichnete Grafiker Thomas Franke. Die Verlagsinformationen zum leider nur als Taschenbuch erschienenen Band sind nicht auf der Rückseite vermerkt, sondern auf dem ausklappbaren Einband. Lediglich der Schnitt wirkt ausgefranst und fügt sich nicht ins gute Gesamtbild ein. Beim späteren Lesen fallen noch die unüblich an der Seite angebrachten Seitenzahlen, der gestochen scharfe Druck und die lesefreundlichen Schrifttypen angenehm auf. Der Leser wird durch ein Vorwort begrüßt, in dem Andreas Eschbach ein Loblied auf Wolfgang Jeschkes singt. Er berichtet von seinen Erfahrungen beim Lesen Jeschkes Geschichten und streicht deren Bedeutung für die deutsche SF-Literatur heraus.

 

Der Zeiter beinhaltet eine ausgewogene Auswahl an Erzählungen. Die Themen sind breit gestreut: Von der verspielten Geschichte über die Auswirkungen von Zeitreisen („Der König und der Puppenmacher“, „Zwölf Minuten und einiges mehr“) über eine Begegnung mit intelligenten Pflanzen (etwas plump geraten: „Der Türmer“) bis zu den Ängsten vor den Folgen eines Atomkriegs („Tore zur Nacht“) und des Effekts schwarzer Löcher (zwar sachlich falsch, erzählerisch aber ungemein ansprechend: „Der Riss im Berg“) bearbeitet Jeschke in seinen frühen Erzählungen unterschiedlichste Themen. Teilweise etwas mühsam zu lesen, fesseln diese Geschichten dennoch so sehr, dass an ein Weglegen des Buches nicht zu denken ist. Und das, obwohl die Geschichten deutlich ersichtlich ihren Tribut an den damaligen Zeitgeist zahlen. Die jeder Geschichte angeschlossenen Nachbemerkungen Jeschkes lassen die historische Distanz jedoch im Nu klein werden und bieten dem interessierten viel Hintergrundinformationen.

 

Den Erzählungen schließen sich fünf Gedichte an. Deren technikorientierte Themen mit entsprechendem Wortschatz lassen durch ihre Eindeutigkeit und sprachliche wie inhaltliche Präzision wenige Lesarten zu. Für mich scheint in den Gedichten schon alles explizit ausgedrückt, eine tiefergehende Beschäftigung mit ihnen gelang mir daher nicht.

 

Fazit:

Eine schöne Sammlung von Erzählungen, die auch in das gut sortierte Bücherregal eines Lesers ohne ausgeprägten Drang zur SF-Literatur gehört.

 

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Der Zeiter

Autor: Wolfgang Jeschke

Broschiert: 252 Seiten

Verlag: Shayol (2006)

Sprache: Deutsch

ISBN: 3926126655

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 15.12.2006, zuletzt aktualisiert: 21.08.2019 20:32