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Detroit

Filmkritik von Cronn

 

Es gibt nur wenige weibliche Regisseure in Hollywood, die hierzulande wahrgenommen werden. Dazu gehört eine Dame, die als Ex-Frau von James Cameron sich von ihm und seinem Regie-Schatten durch verschiedene Projekte emanzipiert hat. Mit Zero Dark Thirty, The Hurt Locker oder schon früher mit Strange Days oder Gefährliche Brandung hat sich Kathryn Bigelow einen Namen als Action und zuletzt auch als Drama-Regisseurin mit kritischen Bezügen gemacht.

 

Nun ist bei Concorde-Video das zeit- und gesellschaftskritische Werk Detroit erschienen. Der Film beschäftigt sich mit einem Vorfall während der Rassenunruhen in den USA, genauer im titelgebenden »Detroit«, als im Algier-Hotel mehrere Farbige von Polizisten festgehalten, misshandelt und sogar erschossen wurden.

 

Verlagsinfo:

Sommer 1967. Die USA werden von Unruhen heimgesucht. Unzufriedenheit und Wut eskalieren in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Eines Abends während der Bürgerrechtsaufstände in Detroit werden von einem Motel Pistolenschüsse gemeldet. Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Gäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen. Ein lebensbedrohliches Machtspiel beginnt …

 

Soweit der Info-Text des Publishers. Die wichtigsten inhaltlichen Informationen sind vorhanden. Daher kann sofort auf die Kritik übergegangen werden.

 

Kritik:

Kathryn Bigelow hat mit ihren vorherigen Arbeiten bereits zur Genüge bewiesen, dass sie sowohl im Action- als auch im Drama-Fach Qualitäten besitzt. Nun muss sie bei »Detroit« beweisen, dass dies auch erneut gelungen ist.

Der Film startet mit einer langen Zeichentricksequenz, in welcher die Hintergründe der Rassenunruhen erklärt werden. Die gewählte Form ist dabei außergewöhnlich, denn das Sujet passt nur schief zur der Form und wird auch nur bedingt adäquat umgesetzt. Die Ernsthaftigkeit der Probleme wird hierbei durch die Form nicht drastisch genug aufgezeigt.

Auch anschließend holpert der Filmbeginn etwas. Noch scheint es, als habe sich die Regisseurin nicht entschieden, welchen Handlungsbogen sie verfolgen will. Es werden keine eindeutigen Hauptpersonen charakterisiert, es verbleibt im Ungefähren. Weitere Handlungsstränge kommen hinzu und erst nach einer halben Stunde ist klar, welche Fäden parallel ablaufen.

Nun gelingt es dem Script und der Regisseurin gemeinsam mit einem guten Schauspielensemble dem Erzählten die nötige Dramatik zu verleihen und spätestens mit der langen Sequenz der Befragung im Algier-Hotel ist ein Höhepunkt erreicht. Bigelow gelingt es hier mit einer Mischung aus Handkamera und klassischer Kamera nah an die Personen heranzugehen und ihre Beweggründe und Gefühle auszudrücken. Der Film hat hier seine besten Momente.

Im Nachklapp wird noch der Prozess gezeigt und was mit einem der Hauptpersonen nachher geschah. Hier wäre eine Kürzung der Darstellung nötig gewesen. Der Film entwickelt Längen auf der einen Seite, während auf der anderen Seite die interessante Tiefe bezüglich des Seelenlebens der Eltern des Ermordeten nur angerissen wird.

 

Fazit:

»Detroit« ist ein Film, der im Zwiespalt zurücklässt. Während die Schauspieler fast durch die Bank überzeugen können (besonders Will Poulter als rassistischer Polizist) – leider bleibt John Boyega etwas blass hierbei – trudelt das Script und die Inszenierung ein wenig, kann sich im Hauptteil fangen und gerät im Schlussbereich etwas zu langatmig.

Als zeit- und gesellschaftskritisches Werk ist »Detroit« sicher ein Muss, aus cineastischer Sicht hat Bigelow allerdings schon bessere Filme gedreht.

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DVD:

Detroit

Regisseurin: Kathryn Bigelow

Format: Dolby, DTS, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.85:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Concorde Video, 5. April 2018

Produktionsjahr: 2017

Spieldauer: 138 Minuten

 

ASIN: B077HL48P2

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • John Boyega
  • Will Poulter
  • Algee Smith
  • Jason Mitchell
  • Anthony Mackie

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Erstellt: 16.04.2018, zuletzt aktualisiert: 16.04.2018 19:11