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Die Bancroft Strategie von Robert Ludlum

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Mit weltweit über 200 Millionen verkauften Exemplaren, die in über 32 Sprachen übersetzt worden sind, ist Robert Ludlum einer der erfolgreichsten Schriftsteller überhaupt. Die Tatsache, dass Ludlum bereits verstorben ist, bringt den Verlag nicht davon ab, einen Thriller nach dem anderen zu veröffentlich. Skripte, die der Verlag vor dem Ableben Ludlums in ihren Besitz gebracht hatte, werden nun nach und nach bearbeitet, zu einem Thriller zusammengeschrieben und veröffentlicht. „Die Bancroft Strategie“ ist ein solches Beispiel, welches aber nicht von einem Ghostwriter, sondern von Ludlum persönlich geschrieben wurde.

 

Todd Belknap arbeitet als Undercoveragent für das US-amerikanische Außenministerium. Seine Aufträge lauten, Personen zu finden, die sich darauf verstehen, nicht gefunden werden zu wollen. Bei einer Operation in Ostberlin, lernt er Jared Rinehart kennen, der im prompt das Leben rettet. Seitdem verbindet die beiden eine enge Freundschaft, die jedoch jäh unterbrochen wird.

Während Belknaps Auftrag in Rom durch ein unterwartetes Ereignis fehlschlägt und er darauf von seinem Vorgesetzten vom Dienst suspendiert wird, entführen vermummte Männer Rinehart in Benin. Belknap versucht trotz seiner Suspendierung ein Rückholteam anzufordern, was ihm aber verwehrt bleibt. Deshalb entscheidet er sich, auf eigene Faust zu ermitteln und fängt bei seinem letzten gescheiterten Auftrag an. Versteckt in einem Schrank konnte er eine kleine zierliche Italienerin ausmachen, die seine Zielperson vergiftete. Diese Italienerin ist nun seine erste Anlaufstelle und dank seiner Kontakte findet er relativ zügig ihren Aufenthaltsort heraus. Doch wenige Sekunden, nachdem er sie aufgespürt hat, wird sie erschossen. Mit dem Attentäter liefert sich Belkanp ein Gefechtsduell, an dessen Ende er das Handy des toten Attentäters an sich nimmt. Er verfolgt einen eingehenden Anruf und trifft auf Andrea Bancroft, eine ahnungslose Analystin, die seit kurzem für die millionenschwere Bancroft-Stiftung arbeitet. Doch bei ihr nähren sich die Zweifel am Tod ihrer Mutter, welche in unmittelbarer Verbindung mit der Stiftung stand und schließlich verstricken sich die Fäden der beiden so sehr miteinander, dass beide auf die Unterstützung des jeweils anderen angewiesen sind.

 

Nachdem die letzten Thriller unter Ludlums Namen nicht mehr so anspruchsvoll und gut waren, wie zu seinen Lebzeiten, ist „Die Bancroft-Strategie“ wieder in bester Ludlum-Manier geschrieben und erinnert stark an die Bourne-Reihe. Viele seiner Bücher zeichnen sich durch den Kampf „einer gegen alle“ aus. Da macht sein neuster Thriller keine Ausnahme. Von seinen ehemaligen Vorgesetzten wird Belknap zuerst im Stich gelassen und gegen Ende hin sogar verfolgt. Erinnerungen an Jason Bourne werden wach.

Zudem muss er sich gegen alle möglichen unbekannten Attentäter durchsetzten, die, aus dem Leser anfangs schwer erfindlichen Gründen, Belknap nach dem Leben trachten. Verkompliziert wird das ganze Dilemma durch den Konflikt zwischen dem Gründer der Bancroft-Instutition Paul Bancroft und dem geheimnisvollen Genesis, den eine grausame Geschichte nach der nächsten jagt.

Belknap selbst weiß jedoch nicht wo er steht und wem er trauen kann. Erst nach einiger Zeit entscheidet er sich, mit Andrea Bancroft die Suche nach seinem verschwundenen Partner fortzusetzen.

Das Buch beginnt rasant und nach den ersten Seiten stehen schon zwei Actionhandlungen zu Buche, sodass der Leser direkt in den Bann gezogen wird. Die Handlung verliert an keiner Stelle an Fahrt und die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten, sodass ein kurzweiliges Lesevergnügen geboten wird.

Balknaps und Andreas Handlungsweise sind nachvollziehbar und der Leser hat keine Probleme, sich mit den beiden zu identifizieren. Sie bleiben authentisch, werden zwar wie Helden behandelt, haben jedoch trotzdem Schwächen, die in der einen oder anderen Szene zu Tage treten.

Das Ende ist hingegen ein Grauen. Unglaubhaft, unrealistisch und leider einfach nur schlecht. Das ganze Buch über ist die Handlung mit ideenreichen Wendungen und Dialogen gespickt, sodass der Leser fast glauben könnte, das Ende sei von einem anderen Schriftsteller geschrieben.

 

Das tut dem Gesamtbild jedoch keinen Abbruch und auch wenn das Ende leider ein Grauen ist, so kann das Buch doch durch zahlreiche gute Wendungen und einen gelungenen Spannungsbogen bestechen, sodass unterm Strich ein guter und sehr temporeicher Thriller herauskommt.

 

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Die Bancroft Strategie

Autor: Robert Ludlum

Gebundene Ausgabe: 656 Seiten

Verlag: Heyne (2. Januar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453265661

ISBN-13: 978-3453265660

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.02.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18