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Die Engelsmühle von Andreas Gruber

Reihe: Peter Hogart Band 2

 

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

Knapp ein Jahr ist vergangen seit den Geschehnissen in dem Vorgänger-Roman Schwarze Dame. Peter Hogart, seines Zeichens Freelancer und Privatdetektiv ist immer noch im Versicherungsgeschäft tätig. Die bekannte Firma Medeen & Lloyd hat ihn beauftragt binnen weniger Tage einen seltsamen Brand zu untersuchen. In den Räumen der Wiener Gebietskrankenkasse wurde vermutlich eingebrochen und eine Gasleitung so beschädigt, dass es nach einem gewöhnlichen Unfall aussieht. Doch weder der mürrische Außendienstmitarbeiter Kohlschmied, noch Peter glaubt an einen Zufall.

 

Währenddessen erhält Peters Bruder Kurt, ein angesehner Chiropraktiker in Wien einen seltsamen Anruf von seinem früheren Mentor und Freund Dr. Abel Ostrovsky. Der bekannte Spezialist für Rückenoperation faselt völlig verstört von einem Videoband, das auf keinen Fall in die falschen Hände gelangen darf. Sofort wendet sich Kurt an seinen eigensinnigen Bruder und gemeinsam entdecken sie, dass der pensionierte Arzt schon längst tot in seiner Villa am Wiener Stadtrand liegt. Tatort und Verletzungen sprechen eine deutliche Sprache und Peters Neugierde ist geweckt. Seinen „offiziellen“ Auftrag lässt er nun erstmal links liegen und ermittelt in diesem seltsamen Fall. Heimlich findet er das ominöse Videoband und schaut es sich mit seinem Bruder an. Darauf ist eigentlich nichts Spektakuläres zu sehen: eine Frau, die im Rollstuhl sitzt und zusammen mit einem anderen Arzt therapeutische Übungen macht.

 

Ohne es zu merken gerät nun Kurt unter Mordverdacht. Er kannte nicht nur das erste Opfer, sondern auch das zweite: Dr. Dornauer ist der Arzt auf dem Videoband und wurde ähnlich brutal zugerichtet wie Dr. Ostrovsky. Sein Alibi, eine elegante Affäre mit einer seiner jungen Patientinnen, will Kurt seiner Noch-Ehefrau zuliebe nicht verraten und so muss er erstmal in Untersuchungshaft. Währenddessen ermittelt Peter fieberhaft weiter in dem Fall. Doch je näher er der Lösung kommt, umso mehr gerät er selbst in die Fänge des Mörders.

 

Die Engelsmühle ist der zweite Roman rund um den zynischen und eigensinnigen Privatdetektiv Peter Hogart. Der Wiener Autor Andreas Gruber ist hier voll in seinem Element und präsentiert viele Geschichten und Sagen rund um die dekadente Stadt an der Donau. In dem Vorgänger »Schwarze Dame« ging es um Kunstraub und das morbide Spiel zweier konkurrierenden Serienmörder. Auch hier spielt Konkurrenzdenken und Neid eine große Rolle. Falsche Eitelkeit und Hass kommen auch noch hinzu. Die beiden Zwillingsschwester Linda und Madeleine Bohmann kommen beide aus gutem Hause. Beide sind Künstlerinnen, doch während erstere immer im Mittelpunkt stand und die volle Aufmerksamkeit genoss, probte die Andere den Aufstand und erntete dafür Verachtung und Missgunst. Linda ist seit einem Unfall hüftabwärts querschnittsgelähmt. Ihre Schwester Madeleine ist dagegen zwar körperlich gesund, dafür aber geistig etwas angeschlagen und zudem auch noch eine hübsche und gerissene Verführerin, wie Peter nach einem Besuch ihrer neuesten Ausstellung feststellen muss. Beide Figuren sind durchaus glaubwürdig und realistisch gezeichnet und auch Peter mit seinen Launen und markanten Eigenheiten wird sehr gut dargestellt. Immer noch ist er eher impulsiv und will seine Meinung auf Biegen und Brechen durchsetzen. Selbst die Polizisten Rolf Garek und Wolf Eichinger oder auch eine Vorladung des zuständigen Staatsanwalts können ihn nicht von den gefährlichen Ermittlungen abhalten. Als quasi Sidekick hat er diesmal seinen Bruder Kurt, der anscheinend das genaue Gegenteil von ihm ist.

 

Die Handlung an sich ist dabei gut konstruiert und abwechslungsreich. Geschickt werden von Anfang an falsche Fährten gelegt und der Roman bleibt so durchgehend spannend und fesselnd. Besonders erwähnenswert ist die stimmige Atmosphäre in dem Roman. Der Autor beschreibt sehr detailliert und realistisch die Gebäude und Schauplätzen wie zum Beispiel der düstere »Narrenturm« oder auch die titelgebende »Engelsmühle«. Etwas negativ fällt leider auf, dass stellenweise der Zufall entscheidet oder auch Peter wieder einmal einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Davon abgesehen bietet der mitreißende Roman jedoch eine spannende Handlung mit einigen interessanten Überraschungen. Der Erzählstil ist dabei eher locker und leicht lesbar gehalten, so dass man den schmalen Roman leider viel zu schnell durch hat.

 

Fazit:

Insgesamt ist »Die Engelsmühle« eine rundherum gelungene Fortsetzung. Der Krimi überzeugt mit realistischen Figuren, interessanten Schauplätzen sowie einem hochspannenden Plot.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Engelsmühle

Reihe: Peter Hogart Band 2

Autor: Andreas Gruber

Taschenbuch, 272 Seiten

Festa Verlag, 26. November 2008

 

ISBN-10: 3865520804

ISBN-13: 978-3865520807

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.12.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18