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Die Entdeckung des Hugo Cabret von Brian Selznick

Rezension von Bine Endruteit

 

Der zwölfjährige Hugo Cabret lebt im Bahnhof. Dorthin ist er gekommen, nachdem sein Vater beim Brand im Museum gestorben ist. Hugos Onkel wartete die Bahnhofsuhren und hat Hugo zu sich geholt, damit der ihm bei seiner Arbeit helfen kann. Doch eines Tages ist der Mann nicht mehr in die kleine Wohnung zurückgekehrt und Hugo lebt dort seit dem alleine. Die Uhren versorgt er weiterhin, damit niemand merkt, dass er alleine dort lebt, denn dann würde er ins Waisenhaus müssen. Da er nicht weiß, wie er die Gehaltsschecks, die immer noch regelmäßig ankommen, einlösen kann, stiehlt er sich seine Nahrung.

 

Doch das ist nicht das einzige, was er klaut. Beim Spielzeugmacher steckt er sich ab und an ein Teil ein, dass er zum Bauen am Automaten-Mann benötigt. Es handelt sich dabei um eine außergewöhnliche, technische Arbeit: einen Mann, der an einem Tisch sitzt und schreiben kann. Doch leider ist der Automat kaputt. Da seine Reparatur das war, woran Hugos Vater vor seinem Tod arbeitete, setzt auch der Junge diese Bemühungen fort. Das Material muss er jedoch stehlen. Ein Notizbuch, in dem sein Vater vieles von dem Wissen über den Automaten gesammelt hat, hilft ihm, alles richtig zu machen.

 

Doch eines Tages wird er vom Spielzeugmacher dabei erwischt, wie er eine kleine Aufziehmaus in seine Tasche steckt. Er hält ihn fest und zwingt ihn, seine Taschen auszuräumen. Dabei entdeckt er auch das Notizbuch und nimmt es Hugo ab. Wie kann der Junge das letzte, was ihm von seinem Vater geblieben ist, bloß wiederbekommen?

 

 

Hugos Geschichte ist voller Geheimnisse, die er mit niemandem teilen will. Nur wir als Leser erhalten einen Einblick in seine Gedanken und das, was ihm zugestoßen ist. Die Einsamkeit bringt ihn dazu, sich niemandem mehr anvertrauen zu können. Auch dem Mädchen, das beim Spielzeugmacher wohnt, und das ihm helfen will, sein Buch wieder zu bekommen, vertraut er nicht. So verstrickt er sich immer weiter in eine fantastische Geschichte.

 

„Die Entdeckung des Hugo Cabret“ ist ein außergewöhnliches Buch, denn es birgt viel mehr als einfach nur Text. Auf den ersten Blick fallen die schwarzen Rahmen auf, die sich um jede Seite ranken. Dann sieht man, dass auf vielen Seiten gar kein Text steht, sondern dass man dort Bilder sehen kann. Auf jeweils einer Doppelseite zeigt der Autor in Illustrationen, was gerade in Hugos Welt passiert, und lässt seine Leser so auch optisch an ihr teilhaben. Besonders die Portraits strahlen eine besondere Intensität aus. Man hat das Gefühl, den Protagonisten direkt gegenüber zu stehen.

 

Was Hugo Cabret entdeckt, ist die Welt des Films. Der Junge erfährt auf abenteuerliche Weise etwas darüber, wie das Kino und die bewegten Bilder entstanden sind. Der Spielzeugmacher spielt dabei eine große Rolle. Genau wie die Zeichnungen, sind auch Fotos aus alten Filmen, die man in diesem Buch kennen lernt, zu sehen. So kann man zugleich mit Hugo entdecken, was er findet.

 

„Die Entdeckung des Hugo Cabret“ ist ein originelles Buch, dass jungen Lesern eine Geschichte auf eine völlig neue und wundervolle Weise näher bringt. Auch zum Vorlesen ist es bestens geeignet. Man kann nicht nur den Text lesen, sondern auch die Bilder entdecken, die weit über die üblichen Illustrationen hinausgehen und abwechselnd mit dem geschriebenen Wort die Geschichte weitererzählen. Zusätzlich erhalten Kinder einen faszinierenden Einblick in die Entstehung des Films.

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Die Entdeckung des Hugo Cabret

Autor: Brian Selznick

Cbj (18. Februar 2008)

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten

ISBN-10: 3570133001

ISBN-13: 978-3570133002

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.03.2008, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53