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Die Farben der Magie von Terry Pratchett

Band 9 der Bild am Sonntag und Weltbild Fantasy-Bibliothek

Rezension von Christel Scheja

 

Seit es das Genre gibt, sind gelegentlich auch Persiflagen und Satiren erschienen, die sich und die mittlerweile etablierten Klischees nicht all zu ernst nahmen, als Untergattung hat sich die humorvolle Fantasy jedoch erst richtig mit den Romanen von Terry Pratchett etabliert.

Anders als seine Kollegen hat er nicht nur einen Einzelroman im Auge gehabt, der bestimmte Themen auf die Schippe nahm – die bizarre „Scheibenwelt“ war schon in ihren Anfängen darauf konzipiert, mehr Werken Raum zu bieten.

Allerdings konnte im Jahr 1983 noch niemand ahnen, dass die Reihe in den folgenden Jahren einen Siegeszug um die Welt antreten würde. 1985 erschien das Buch erstmals in der schwarzen Fantasy-Reihe von Goldmann, richtig aufmerksam wurden die deutschen Leser aber erst, als weitere Bände bei Heyne erschienen.

Inzwischen sind bei mehreren Verlagen ca. 30 Bücher erschienen, die zum Teil locker miteinander zusammen hängen, weil sie die gleichen Helden oder Schauplätze besitzen, ansonsten aber in sich geschlossen sind.

 

Die Scheibenwelt ist ein höchst merkwürdiger Ort. Flach wie eine Scheibe ruht er auf dem Rücken von vier Elefanten, die ihrerseits auf dem Panzer der großen Schildkröte A’tuin stehen. So ist es kein Wunder, dass das, was auf der Welt selbst geschieht nicht minder bizarr und verrückt ist als ihre Existenz.

Der Zauberer Rincewind ist vom Pech verfolgt, seit er während seiner Ausbildung von einem geltungssüchtigen Zauberspruch befallen wurde, der keinen anderen neben sich duldet, und deswegen die Unsichtbare Universität von Ankh-Morporkh verlassen muss.

Um überhaupt über die Runden zu kommen, verdingt er sich als Fremdenführer, doch Touristen sind auf der Scheibenwelt zunächst noch rar gesät. Deshalb kann er aufatmen, als der Bildungsreisende Zweiblum sein Angebot annimmt und sich von ihm nicht nur die Stadt, sondern auch das Umland.

Dabei erleben sie einiges Räubern, Drachen, Wassertrollen und einer lebendigen Truhe, die auf unzähligen Füßen läuft, genau weiß, zu wem sie gehört und nur dann öffnen lässt, wenn sie Lust darauf hat...

Zusammen mit Rincewinds Geschick erweisen sich die Abenteuer als irrwitzige und verrückte Tour de Force durch allerlei bizarre Länder.

 

„Die Farben der Magie“ besitzt zwar noch nicht die Reife der neueren Werke von Terry Pratchett, ist deshalb aber auch nicht weniger schlecht. Der Roman dient in erster Linie dazu, die Scheibenwelt und ihre Bewohner kurz vorzustellen und in die später so vertrauten Verrücktheiten einzuführen.

Schon in diesem Frühwerk wird deutlich, was eigentlich den Reiz der Serie ausmacht: Anders als viele Humoresken und Persiflagen, die zuvor erschienen sind, ahmt das Buch kein bereits bekanntes Werk wie etwa Tolkiens Herrn der Ringe nach, sondern erzählt humorvoll und mit einem Augenzwinkern eine Geschichte, die sich gezielt Archetypen und Klischees der Fantasy herauspickt um sie innerhalb einer neuen Handlung ad absurdum zu führen. Das war damals so ungewohnt, dass sich die Leser erst einige Zeit brauchten, um damit zurecht zu kommen. Als das Eis jedoch gebrochen war, gab es kein Halten mehr und eine neue Spielart der Fantasy wuchs heran. Das ist es, was „Die Farben der Magie“ zu einem Klassiker macht.

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Der Magier der Erdsee

Reihe: Bild am Sonntag & Weltbild – Fantasy-Bibliothek, Bd. 9

Autor: Terry Pratchett

gebunden, 256 Seiten

Weltbild Verlagsgruppe, erschienen 11. Dezember 2006

ISBN 3-89897-529-0

Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Brandhorst

Titelbild und Innenillustrationen von Josh Kirby

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.12.2006, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28