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Die Faust Gottes von Frederick Forsyth

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Die Lage im Irak spitzt sich gewaltig zu, nachdem Saddam Hussein das letzte Ultimatum der amerikanischen Regierung hat verstreichen lassen. Der irakische Diktator will die Bedingungen der westlichen Welt nicht akzeptieren und nimmt dabei einen verheerenden Angriff auf sein Land in Kauf. Doch noch während die Operation ‚Desert Storm’ in Schwung gebracht wird, zeichnet sich eine noch viel brisantere Katastrophe ab: Der britische Geheimagent hat in den letzten Monaten intensiv im kuwaitischen Untergrund geforscht und zutage gebracht, was den Amerikanern und der UN bislang nur in den schlimmsten Träumen offenbar wurde. Der Irak ist im Besitz einer Atombombe, die Hussein bereits innerhalb der laufenden Woche zum Einsatz bringen will. Gerade einmal vier Tage bleiben dem Agenten, um die ‚Faust Gottes’ aufzustöbern, ihr Lager zu infiltrieren und die Bedrohung aus der Welt zu schaffen. Doch als der Irak-Krieg unmittelbar bevorsteht, gestalten sich die Planungen zur Abwendung des Terrorakts noch viel schwieriger als bisher.

 

 

Rezension:

Pünktlich zum siebzigsten Geburtstag des Altmeisters Frederick Forsyth erscheint dieser Tage via Goldmann einer der besten Romane in der Biographie des berüchtigten Thriller-Autors und vergegenwärtigt ein weiteres Mal, weshalb dieser Mann neben Größen wie Clancy und Robert Ludlum zu den wichtigsten Vertretern der politisch motivierten Genre-Abteilung gehört. Neben Klassikern wie „Die Akte Odessa“ und „Der Schakal“ gehört „Die Faust Gottes“ nämlich – insbesondere wegen der immensen Realitätsnähe und der optimalen Recherchearbeit – ganz klar zur Speerspitze im Katalog des Jubilars und sollte daher definitiv von jedem Anhänger des Polit-Thriller-Segments einmal angetestet werden.

 

Bevor jedoch das Fazit schon vorweggenommen wird, sollte dies ausreichend begründet werden, was in diesem Fall ein Leichtes ist. Forsyth ist nämlich ein cleverer Fuchs und nutzt die noch immer gegenwärtige Wüstenmission der Vereinigten Staaten als klugen Aufhänger für seine Story und nährt diese zusätzlich mit authentischen Begebenheiten und realen Namen. Saddam Hussein mimt so zum Beispiel den Bösewicht und nimmt als solcher natürlich eine Rolle ein, die nicht mehr umfassend erklärt werden muss. Mit anderen Worten: Bevor man sich überhaupt Gedanken über den Zugang zur Story machen muss, sind hier schon alle Fronten abgesteckt, und man kann sich sofort intensiv in die Handlung fallen lassen.

 

Nichtsdestotrotz gibt Forsyth seinem Publikum aber nur wenig Zeit zum Entspannen oder gar Ausruhen. Schlag auf Schlag beschreibt er die Vorhut des Krieges, die spannenden, weltpolitischen Ereignisse, die klare Linie der Amerikaner und die Provokationen der Diktatur. Und inmitten dieses stellenweise schon fast beängstigenden Dramas entwickelt der Autor schließlich einen knallharten Agentenroman, der die Situation zu Beginn der Neunziger ziemlich detailgetreu nachstellt, andererseits aber auch genügend Freiräume für die fiktive Jagd nach der Atombombe lässt und somit für atemberaubende Action und eine manchmal gar klaustrophobische, apokalyptische Atmosphäre zwischen den Zeilen sorgt. Eindrucksvoll, wie hier Emotionen und schockierende Inhalte mit höchstem Tempo vermengt werden.

 

Positiv ist zuletzt auch noch, dass sich Forsyth nicht von diesseits bewährten Klischees hinreißen lässt. Zwar bietet die Story genügend Elemente, die einen solchen Stein ins Rollen bringen könnten, doch gerade wegen der politischen Neutralität und der größtmöglichen Abkehr von Verurteilungen und verdächtigen Statements seitens des Autors muss man sich um zwiespältiges Geplänkel nicht sorgen. Derlei Effekthascherei gehört bei Forsyth nämlich definitiv nicht zum Programm, was „Die Faust Gottes“ in letzter Instanz sogar noch einmal eine Spur sympathischer macht. Aber auch dies ist bei der fantastischen Inszenierung nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein…

 

 

Fazit:

„Die Faust Gottes“ ist keine neue Veröffentlichung aus dem Forsyth-Repertoire, aber zweifellos eines der besten Bücher, die der bekannte US-Autor in seiner Laufbahn verfasst hat. Aus aktuellem Anlass folgt nun die Neuauflage dieses Bestsellers, der aufgrund seiner atemberaubenden Inhalte jedem Liebhaber der Polit-Thriller-Sparte wärmstens ans Herz gelegt sei.

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Die Faust Gottes

Autor: Frederick Forsyth

Broschiert: 640 Seiten

Verlag: Goldmann (Juni 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442467527

ISBN-13: 978-3442467525

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.09.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18