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Die Gespenster-Rikscha von Rudyard Kipling

Reihe: Gruselkabinett Folge 31

Hörspiel

 

Rezension von Christel Scheja

 

Das Label Titania Medien hat sich ganz den Klassikern der Schauerliteratur und des Horrors verschrieben. Dabei kommen auch immer wieder Romane und Geschichten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert ans Licht, die inzwischen fast vergessen sind.

 

Mit dem Autor Rudyard Kipling (1868-1936) verbindet man vor allem seine Indien-Romane, von denen das bekannteste wohl „Das Dschungelbuch“ ist. Wie kein anderer fasste er das Leben während der britischen Kolonialzeit in Indien, das Aufeinandertreffen zwei sehr unterschiedlicher Kulturen und Religionen in Worte.

Weniger bekannt ist, dass er auch die ein oder andere Gruselgeschichte im Land seiner Geburt und langjährigen Heimat ansiedelte. Dazu gehört auch „Die Gespenster-Rikscha“.

Theobald Jack Pansay geht nach Indien um dort eine Stelle in der britischen Kolonialregierung anzutreten. Er hofft so auf einfache Art Karriere zu machen. Allerdings graust es ihm vor der langen Schiffsreise.

Doch diese wird ihm unversehens von der jungen Anges Keith-Wessington versüßt. Die mit einem britischen Offizier verheiratete junge Frau fühlt sich ebenso einsam wie er. Und so kommt es, wie es kommen muss – die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre.

Als sie sich in Bombay trennen müssen, versprechen sie einander, sich ihm nächsten Sommer in Simla wieder zu sehen, wo viele Engländer ihre freien Tage verbringen.

Doch während Agnes an ihrer Liebe fest hält, beginnen Theobalds Gefühle schnell zu erkalten. Er spielt das Spiel zwar noch eine Weile mit, stößt sie aber von sich, als er die hübsche Kitty Mannering kennen lernt und sich mit ihr verlobt.

Deshalb will er um so weniger, dass die Affäre mit einer verheirateten Frau ans Licht kommt. Sein rüdes Verhalten bricht Kitty schließlich das Herz so sehr, dass sie stirbt.

Doch das ist nicht das letzte Mal, dass Theobald, der sich lieber „Jack“ nennen lässt, sie gesehen hat. Denn ein – in einem Tempel gegebenes Versprechen – gilt über den Tod hinaus und lässt sie zurück kehren – in einer Gespenster-Rikscha.

 

Auch wenn Theobald, alias „Jack“ das Opfer ist, so kann man doch kein Mitleid haben, denn Matti Klemm gelingt es ausgezeichnet, sein schnippisches und verächtliches Verhalten gegenüber der jungen Frau, die er nur benutzt hat, um seine Gelüste zu stillen und seine Langeweile zu überbrücken, kommt sehr gut zur Geltung.

Ansonsten ist die Geschichte eher durchschnittlich. Man weiß instinktiv, dass der Schwur im Kali-Tempel nicht ohne Folgen bleiben wird und soll auch recht behalten. Genau so sieht es mit der Ahnung aus, dass der „Jack“ nicht ganz ohne Strafe für sein unmoralisches Verhalten davon kommt.

So gesehen kann man bei diesen Hörspiel mehr die gelungene Umsetzung genießen, die einen mit den passenden Geräuschen und stimmungsvoller Musik in die geheimnisvolle Welt Indiens versetzt. Ein wenig erinnert das ganze an die Filme, aus den 1940ger und 1950ger Jahren die noch ein romantisches Bild der britischen Kolonialzeit zeichnen und nicht die Realität. Die Sprecher sind gut gelaunt und helfen mit dabei, die Atmosphäre zu vertiefen.

 

So ist „Die Gespenster-Rikscha“ vielleicht inhaltlich eines der schwächeren Hörspiele der „Gruselkabinett“-Reihe, bleibt aber durch die gewohnt hochwertige Umsetzung ein kurzweiliger Hörgenuss.

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Die Gespenster Rikscha

Vorlage: Rudyard Kipling

Reihe: Gruselkabinett 31

Buch: Mark Gruppe

Produktion & Regie: Stephan Bosenius & Mark Gruppe

1 CD

Laufzeit: über 60 Minuten

Titania Medien/Lübbe Audio, November 2008

Titelbild von Firuz Askin

 

ISBN-10: 3785736398

ISBN-13: 978-3785736395

 

Erhältlich bei Amazon

SprecherInnen:

  • Matti Klemm
  • Ariane Borbach
  • Uschi Hugo
  • Bodo Wolf
  • Wilfried Herbst
  • Tommy Morgenstern
  • Jochen Schröder

weitere Infos:

Serienguide:

Alles zur Reihe Gruselkabinett


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Erstellt: 06.02.2009, zuletzt aktualisiert: 15.07.2019 20:03