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Die Graue Madonna von Frank Festa (Hrsg.)

Reihe: Necrophobia Bd.2

Rezension von Cronn

 

Wenn die Abende wieder länger werden, die Zeit der Dunkelheit sich wie Spinnenbeine streckt, ist es nicht mehr weit, dass man sich gemütlich im Lesesessel entspannt und ein gutes Buch zur Hand nimmt, vornehmlich eines, das sich mit der unheimlichen Seite der Realität beschäftigt, aus dem Genre der Phantastik stammend.

Seit einigen Jahren wird auch bei uns das amerikanische Fest „Halloween“, das ja eigentlich irischen Ursprungs ist, mehr und mehr gefeiert. Es etabliert sich auch hierzulande eine Art Halloween-Kult im positiven, wie auch negativen Sinne. Zum negativen Sinn gehört die immer stärker anwachsende Vermarktung des Festes. Zum positiven Sinn gehört, dass um diese Zeit herum die Publikationen der Phantastik vermehrt anzutreffen sind.

Eine gute Möglichkeit sich mit der Phantastik zu beschäftigen, ist das Lesen von Kurzgeschichten. Was eignet sich besser dazu, gemütlich eine Stunde im Lesesessel mit einer dampfenden Tasse Tee zu verbringen, als ein Buch mit Kurzgeschichten. Auf diese Weise kann man eine oder zwei Geschichten pro Abend abschließen, ohne dass man die Gefahr eingeht, aus der Lektüre herausgerissen zu sein und nach mehreren Tagen Unterbrechung nicht mehr hineinzufinden. Kurzgeschichten sind daher eine kompakte Angelegenheit, gerade auch für Menschen sehr gut geeignet, die normalerweise wenig Zeit zum Lesen haben.

Dies mag sich auch Frank Festa, der Herausgeber der Anthologie „Necrophobia 2 – Die Graue Madonna“ gedacht haben, als er das Buch zusammenstellte. Es ist im Festa Verlag erschienen.

 

Inhalt:

Als Untertitel trägt „Necrophobia 2 – Die Graue Madonna“ noch den Zusatz „Meister der Angst“ und über dem Klappentext, der eigentlich ein Inhaltsverzeichnis ist, steht noch die Beifügung: „Die besten Horrorgeschichten der Welt“.

Wenn man eine solche Anpreisung liest, wird man normalerweise sehr schnell vorsichtig. „Die besten Horrorgeschichten der Welt“ klingt anmaßend, sobald man einen objektiven Bewertungsschlüssel ansetzt. Wählt man jedoch einen subjektiven Winkel als Ausgangspunkt, wird einem klar, dass hier mit dieser Beifügung nur eine persönliche Meinung des Herausgebers zum Ausdruck gebracht werden soll, denn alles andere ist geradezu eine Form von Hybris.

Enthalten sind in „Necrophobia 2 – Die Graue Madonna“ eine Vielzahl von Autoren und Geschichten aus vielen Epochen und Ländern. Insgesamt achtzehn Geschichten wollen gelesen werden und bieten auf über vierhundert Seiten Grusel und Spannung. Dass bei einer solchen Sammlung nicht jede Erzählung das gleiche hohe Niveau halten kann, ist nur verständlich. Dass aber auch die Erzähltraditionen der Storys Brüche aufweisen, sollte ebenso klar sein. Beispielsweise ist „Die graue Madonna“ eher traditionell schaurig ausgelegt, während F. Paul Wilsons „Schockwellen“ von geradezu packender Modernität ist. „Szamotas Geliebte“, eine Geschichte des Polen Stefan Grabinski, ist völlig der Tradition der Schwarzen Romantik verpflichtet, wohingegen Simon Clarks „Die Geschichte des Totengräbers“ wiederum modernere Töne anschlägt. Es stehen gelungene Erzählungen, wie beispielsweise F. Paul Wilsons „Schockwellen“ und stilistisch anspruchsvolle Storys, wie „Necropolis – Das Reich der Toten“ von Clark Asthon Smith neben weniger anspruchsvollen Geschichten a la „Die langweiligste Frau der Welt“ von Christopher Fowler.

Gottlob halten sich die Ausrutscher nach unten in Grenzen, so dass die Anthologie insgesamt als gelungen betrachtet werden kann.

 

Fazit:

„Necrophobia 2 – Die Graue Madonna“ bietet gutes Lesefutter für die langen Abende im Winter und ist gerade für Horror-Enthusiasten geeignet, die der anspruchsvollen Erzählform der Kurzgeschichte nahe stehen.

 

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Die graue Madonna

Reihe: Necrophobia Bd.2

Hrsg.: Frank Festa

Broschiert: 416 Seiten

Verlag: Festa; Auflage: 1 (28. Juli 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3865520618

ISBN-13: 978-3865520616

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.11.2008, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57