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Die Kathedrale der verlorenen Dinge von David Whitley

Rezension von Christel Scheja

 

Der junge britische Autor David Whitley wurde 1984 geboren und studierte in Oxford Literaturwissenschaften. Schon früh begeisterte er sich für das Schreiben und errang bereits mit siebzehn Jahren einen angesehenen Preis. Zudem interessiert er sich für Musik in das Theater und trat bereits in mehreren Stücken auf.

Mit seinen Romanen um die jungen Helden Lily und Mark wurde er einer größeren Masse bekannt. „Die Kathedrale der verlorenen Dinge“ schließt direkt an „Die Stadt der verlorenen Träume“ an.

 

Lily und Mark haben ihr Leben bisher in der Stadt Agora verbracht und lange Zeit nicht dagegen aufbegehrt, dass an diesem Ort auch die Träume zum Verkauf stehen und dafür sorgen, dass die Menschen innerhalb der hohen Mauern immer mehr zu seelenlosen Geschöpfen werden.

Aus diesem Grund wagten sie die Flucht. Nach ihrem atemberaubenden Sprung aus ihrem Gefängnis hinaus, gelangen sie nun in das Land Giseth.

Gegenüber Agora scheint es ein wahres Paradies zu sein, denn hier neidet einem nicht dem anderen den Besitz, es wird alles brüderlich geteilt. Zudem herrschen Toleranz und Gleichberechtigung. Jeder darf sein Wort erheben und wird auch angehört.

So hilft man auch ohne zu Fragen Lily, die von einem Raubtier verletzt wurde.

Dann aber müssen die beiden Jugendlichen feststellen, dass auch Giseth seine düsteren Geheimnisse hat. Hin und wieder drehen Dorfbewohner völlig durch und werden zu rasenden Bestien. Etwas oder jemand scheint sie zu manipulieren und durch ihre Freunde zu beeinflussen.

Da sie damit nicht leben können, brechen Mark und Lily schon bald wieder auf – nachdem sie von einer geheimnisvollen Kathedrale gehört haben, in der sie vielleicht Antworten auf all ihre Fragen bekommen können.

 

David Whitley spinnt seine märchenhafte Geschichte um die jungen Protagonisten gewohnt phantasievoll weiter. Allerdings zeigt das Buch die typischen Schwächen des Mittelteils einer Trilogie. Auf der einen Seite geht die Reise zwar weiter, aber anstatt einige der bereits bestehenden Fragen zu beantworten, werden weitere aufgeworfen.

Die Helden reagieren mehr oder minder auf das, was sie vorfinden und werden nur ganz selten selbst aktiv. So phantasievoll die Geschichte auch sein mag, sie wird dadurch relativ langatmig. Gerade im Mittelteil quält man sich ziemlich durch die Seiten und fragt sich, wo das ganze eigentlich hinführen wird. Eine direkte Verbindung zum vorherigen Band gibt es nämlich erst einmal nicht. Gerade einmal auf den letzten Seiten werden die ersten Zusammenhänge klar. Zudem endet das Buch mit einem Cliffhanger, so dass man regelrecht gezwungen ist, die Fortsetzung zur Hand zu nehmen.

Auch ist der Einstieg in die Geschichte ohne Kenntnis des ersten Bandes so gut wie unmöglich, da der Charakter der Figuren als bekannt vorausgesetzt wird und der Autor auch immer Bezug auf die vorhergehenden Ereignisse nimmt.

 

Alles in allem ist „Die Kathedrale der verlorenen Dinge“ doch eher enttäuschend, da die Geschichte ohne wirkliche Höhepunkte dahinplätschert und gerade als es spannend wird aufhört.

 

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Die Kathedrale der verlorenen Dinge

Autor: David Whitley

Goldmann, erschienen Oktober 2011

broschiert, 446 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Peter Beyer

ISBN-10: 3442474671

ISBN-13: 978-3442474677

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.01.2012, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35