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Die Kathedrale des Teufels von Cesar Mallorqui

Rezension von Christel Scheja

 

Schon immer fanden bei den historischen Jugendromanen auch Bücher aus anderen Sprachräumen, zumeist aus Spanien, Italien oder Frankreich, einen Platz in den deutschen Verlagen. Schauplätze und auch die Mentalität der Charaktere sind doch oft anders geschildert, als bei den Autoren des englischen Sprachraums. so auch bei Cesar Mallorqui. Er setzt die Schwerpunkte in seiner Geschichte auch für einen erwachsenen Leser ungewöhnlich und flechtet auch phantastische Elemente ein.

 

Für Telmo, der gegen Ende des 13. Jh. in Spanien lebt, erfüllt sich ein Traum. Mit vierzehn Jahren wird er in die Freimaurerloge seines Vaters aufgenommen. Schon jetzt erweist er sich als begabter Bildhauer und erstaunt die viel älteren Männer, durch seine eigenwilligen Interpretationen der Kunst. Dass sie ihn mit Bedacht ausgewählt haben, zeigt sich eineinhalb Jahre später.

 

Im Rahmen seiner Wanderreise, die jeder Angehörige der Bauzunft ablegen muss, senden sie ihn in die Bretagne. In dem Ort Kerloc'h, soll er zusammen mit anderen Zunftbrüdern beim Bau einer Kathedrale mithelfen, die von einem religiöser Ritterorden gestiftet wird, von dem er noch nie etwas gehört hat. Gleichzeitig bittet man ihn aber auch nach Spuren des verschwundenen Zunftmeisters Thibaud von Orly Ausschau zu halten, der seit mehr als einem Jahr verschwunden ist.

 

Unter dem Schutz von drei Dänen macht sich Telmo auf die lange beschwerliche Reise. Schon bald erfährt er, dass seine Begleiter Tempelritter sind, die nach einem gestohlenen Schatz suchen und ihn ebenfalls in Kerloc'h vermuten.

Dort angekommen wird der junge Bildhauer dazu ausersehen, eine Statue des Erzengels Michaels zu erschaffen, nachdem er seine Kunstfertigkeit bewiesen hat.

Der freundliche und zuvorkommende Großmeister der Ritter des Ordens vom Adler des Heiligen Johannes zu den Sieben Siegeln, Cobéran von Carcassonne, ist ganz begeistern von seiner Kunst, aber Telmo merkt schnell, dass auf der Baustelle etwas nicht stimmt, vor allem als er die ersten Spuren des verschwundenen Zunftmeisters findet. Als ihm ein verrückter Einheimischer seltsame Hinweise gibt und dann ermordet wird, ahnt der kluge Jüngling, dass er selber etwas unternehmen muss ...

 

Sehr stimmungsvoll, wenn auch sehr schlicht, führt Cesar Mallorqui in die Welt der mittelalterlichen Bauhandwerker ein und vermittelt innerhalb der Handlung einiges an geschichtlichem Wissen, ohne dabei die Handlung zu vergessen.

Die Figuren und Schauplätze sind sehr lebendig geschildert und gut vorstellbar, das Buch ist bis zum Ende hin sehr spannend und kann auch in den phantastischen Elemente überzeugen.

 

Etwas störend sind hingegen die Hinweise in der Ich-Erzählung, dass im nächsten Kapitel wieder etwas passiert. Das mag bei Vorlesen ganz nützlich sein, ist aber nicht unbedingt notwendig, da die Handlung sich von alleine trägt. Auch ein kleiner Abriss über die wahren historischen Hintergründe wäre vielleicht interessant gewesen und hätte den Roman vollends abgerundet.

 

Bis auf diese kleine Schwächen ist das Buch für Jugendliche aber auch für Erwachsene gute Unterhaltung, die nebenher auf interessante Weise Wissen vermittelt und vielleicht neugierig darauf macht, mehr über die Schauplätze, die Zeit und ihre Menschen zu erfahren.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

Julia und Bine
Dienstag, 10. Januar 2006 11:27 Uhr
Das Buch war realistisch und spannnend beschrieben.

Julia
Dienstag, 10. Januar 2006 11:26 Uhr
das buch war spannend,entspricht oft dem wirklichen Leben

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Titel: Die Kathedrale des Teufels

Autor: Cesar Mallorqui

La Cathedral, 2000

Aus dem Spanischen von Monika Kürzinger

Titelbild von Dieter Wiesmüller

Broschiert - Ravensburger Buchverlag

255 Seiten - 6,95 EUR

Erscheinungsdatum: Februar 2004

ISBN: 3473581992

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 11.11.2005, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53