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Die Kinder Hurins

Hörbuch

vollständige Lesung, vorgetragen von Gerd Heidenreich

Rezension von Christel Scheja

 

Die Geschichten um “Die Kinder Hurins” erschienen bereits in den 1980ger Jahren in dem Band “Nachrichten aus Mittelerde”. Da die Erzählung zu den wenigen Texten gehört, die auch für sich alleine stehen können, wurde sie später sogar ausgegliedert und in entsprechenden Sonderausgaben bei dtv heraus gegeben.

Christopher Tolkien fand aber, dass die Geschichte besseres verdient hätte und hat die entsprechenden Texte neu bearbeitet, um früher ausgelassene Textstellen ergänzt oder gar das ein oder andere herausgenommen. Nur kurze Zeit nach der englischen erschien auch die deutsche Neuausgabe in einer ebenfalls aufgefrischten Übersetzung. Erst jetzt, gut eineinhalb Jahre nach dem Roman ist auch das Hörbuch bei Dhv erschienen.

Die vollständige Lesung wird von Gerd Heidenreich vorgetragen, der bereits das zweite und dritte Buch des Herrn der Ringe gelesen hat. Die ca. 484 min lange Lesung ist auf sieben CD’s verteilt die in Klarsichthüllen in einer stabilen und schön gestalteten Pappbox stecken. Dazu gibt es ein ausführliches Booklet mit Informationen zu Autor und Sprecher aber auch eine Auswahl der Anhänge des Buches.

 

Im sagenhaften Beleriand leben Menschen und Elben in friedlicher Coexistenz, ja sie müssen sogar regelmäßig gegen einen übermächtigen Feind ins Felde ziehen, denn der dunkle Morgoth einst Melkor genannt, möchte all das zerstören, was seine Valar-Brüder und -Schwestern ins Leben gerufen haben.

Einer von den tapferen Kämpen ist Hurin, der Sohn von Hador Goldscheitel, einem edlen Fürsten der Menschen. Auch wenn die “Schlacht der ungezählten Tränen” mit einem Desaster für die Menschen endet, so kann Hurin doch einen schmerzhaften Schlag gegen den düsteren Feind führen und lässt sich trotz späterer Gefangenschaft und Folter nicht brechen. Aus diesem Grund verflucht Morgoth ihn und seine Nachfahren.

Und es scheint, als zeigte die Verwünschung schon bald Wirkung, denn anstatt unter dem Schutz der Maiar-Fürstin Melian und am Hof eines mächtigen Elbenkönigs zu einem tapferen und klugen Krieger heran zu reifen, verschwindet Turin und schlägt sich in die Wälder. Er schließt sich einer Bande von Vogelfreien an, deren Anführer er bald wird. Versuche ihn zu einer Rückkehr zu bewegen scheitern.

Stattdessen zieht Turin es vor, immer wieder andere Namen zu wählen und durch die Lande zu ziehen. Zwar kämpft auch er inzwischen durch Morgoth, aber wer zu lange mit ihm zusammen bleibt erfährt irgendwann Leid, Schmerz und Tod, so wie die Elbenmaid Finduilas und das geheimnisvolle Mädchen Niniel, das seine Gefolgsleute im Wald fanden...

 

Dass sich auch durch die Neubearbeitung der Inhalt der Geschichte gegenüber den früheren Ausgaben nicht sonderlich ändert ist logisch. Es sind nur winzige Details die anders werden, und die Sprache ist ein wenig mehr dem modernen Geschmack angepasst. Die Erzählung ist sprachlich nicht mehr ganz so sperrig, sie liest sich jetzt wesentlich etwas flüssiger. Der Neuübersetzung von Helmut W. Pesch gelingt es trotzdem, den altertümlichen Sagenstil des Originals zu bewahren. Seine Wortwahl ist elegant und angenehm zeitlos.

Ansonsten sollte man sich darüber klar sein, dass “Die Kinder Hurins” keine moderne Abenteuergeschichte ist, sondern ein klassisches, sehr tragisches Heldenepos mit all den Wendungen und Archetypen, die dazu gehören. Daher sind die Figuren nur bedingt eigenständig und fügen sich nahtlos in das große Schicksal ein, das auf sie wartet.

Man merkt Tolkien dabei deutlich an, welche Elemente der Geschichte ihm sehr wichtig waren, und welche zurückgestellt und dann nur beiläufig erwähnt werden.

Die Lesung von Gerd Heidenreich ist wie immer souverän und zurückhaltend. Er neigt bewusst nicht zur Übertreibung und wird dabei der tragischen Vorlage gerecht. Daher wirken die familiären Szenen gegenüber den dramatischen nicht ganz so krass, machen aber die Figuren lebendig und glaubwürdig.

 

Anders als bei Buch kann man sich durchaus überlegen, ob man sich „Die Kinder Hurins“ nicht doch in der ungekürzten Hörfassung zulegen möchte, da es sie bisher noch nicht in dieser Form gab und man den Vortrag ohne Schwierigkeiten folgen kann.

Die Geschichte eignet durch die glättende Neuübersetzung und Bearbeitung durch den flüssigen Stil sehr gut für die Umsetzung in ein Hörbuch und langweilt trotz weitschweifiger Erklärungen überhaupt nicht. Und man kann so vielleicht auch viel leichter vergleichen, wie viel sich gegenüber den alten Texten verändert hat.

Eure Meinung:


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Hörbuch:

Die Kinder Hurins

vollständige Lesung

Autor: J.R.R. Tolkien

Sprecher: Gerd Heidenreich

Hörbuch auf 7 CDs

ca. 484 Minuten Laufzeit

Der Hörverlag, November 2008

Übersetzer Hans J. Schütz und Helmut W. Pesch

Titelbild von Alan Lee

 

ISBN-10: 3867172390

ISBN-13: 978-3867172394

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.12.2008, zuletzt aktualisiert: 29.04.2019 09:41