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Die Krone der Sterne von Kai Meyer

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht.

Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.

 

Rezension:

Lange hat es gedauert, bis sich Kai Meyer in die Königsklasse der Phantastik wagte. Mit Die Krone der Sterne erschien sein erster Science-Fiction Roman bei TOR Fischer in einer wunderschönen Taschenbuchausgabe.

 

Es ist ein klassischen Space Opera Setting: Iniza, die Tochter eines Weltraum-Oligarchen, wird ausgewählt, der herrschenden Gottkaiserin als Braut zu dienen, doch die junge Frau hat sich ihre Zukunft anders vorgestellt. Mit ihrem Leibwächter und Geliebten Glanis versucht sie eine Flucht in letzter Minute, nur um in die Hände eines kampferprobten Kopfgeldjägers zu geraten, der bereits einen anderen Abnehmer für Iniza gefunden hat.

Verfolgt von den Hexen treffen sie auf die Alleshändlerin Shara Bitterstern, die sich gerade erst aus einer Strafarbeitshölle freikaufen konnte – mit einigen, durch ein ungestümes Temperament initiierte Komplikationen. Und dann sind da noch zwei Onkel von Iniza, deren Positionen sich tödlich diametral zu einander bewegen. Gibt es im galaktischen Reich von Tiamande Hoffnung auf ein glückliches Happyend?

 

Kai Meyer beherrscht die spannungsgeladene Action ebenso wie das plastische Skizieren eines riesigen Hintergrundes. Sein Welten-Reich Tiamande atmet tausendjährige Geschichte, steckt voller Legenden, Hinterlassenschaften uralter Technik, Psikräfte, galaktische Rätsel und intrigante Familienclans. Hinein in ein Geflecht von Kabalen, Geheimplänen und Religion pflanzt er einige interessante und ambivalente Figuren. Zwar erfüllen sie altbekannte Rollen in einer Space Opera, erspielen sich aber schnell ihren ganz eigen Platz im bunten Meyer-Kosmos.

Der Autor nennt Leigh Brackett und Edmond Hamilton als SF-Referenzen, weitere kann man je nach Genrekenntnissen durchaus entdecken. Dabei schert sich Kai Meyer wenig um die Physik, vielmehr setzt er technische Spielereien funktional und handlungsorientiert ein und bewegt sich in den erwartbaren Gleisen von Hyperraumsprungtoren, Blasterschüssen und künstlicher Schwerkraft.

Neben den oben bereits angeteaserten Figuren spielt auch noch eine Androidin eine nicht unwesentliche Rolle. Muse gehört zu den wenigen überlebenden Hinterlassenschaften des Maschinenherrschers, einer Roboterzivilisation, die einst fast alles menschliche Leben auslöschte. Muse ist nicht nur wunderschön, sondern auch die Friedfertigkeit in Person. Kai Meyer spendiert ihr einige der feinsinnigsten Szenen des Romans. Grim & Gritty ist nicht sein Anliegen auch wenn brutale Gewalt und Leid durchaus zu Alltäglichkeiten in Tiamande gehören. Aber im Zentrum des Romans stehen die Beziehungen der Figuren untereinander und durchlaufen dabei das gesamte Spektrum der Gefühle und Problemkonstellationen.

Vor allem die vier Protagonistinnen, Iniza, Shara, Muse und auch die Hexe Setembra bilden eine starke weibliche Seite von SF-Figuren ab, die man in solch zentraler Ballung nicht oft findet.

 

Wesentlichen Anteil an der Stimmung des Romans hat das Design der Raumschiffe. Neben der Mondsichelförmigen Nachtwärts mit dem kugeligen Gesicht als Cockpit, beeindrucken die gewaltigen Kathedralen des Hexenordens. Ihre Außenhaut ist vollgestellt mit riesigen Statuen, die größte von ihnen stellt die Gottkaiserin selbst dar. Einen schönen Eindruck von der sakralen, gotischen Pracht gewinnt man durch die Illustrationen von Jens Maria Weber, die dem Roman in einem herrlichen Bündel vorangestellt sind.

 

»Die Krone der Sterne« ist zwar nicht als Beginn eines Mehrbänders gestartet, bietet am Ende aber doch einige Optionen für eine Fortsetzung. Aufgrund des opulenten Handlungsrahmens und der kauzigen Figuren wünscht man Kai Meyer auch mit diesem SF-Buch einen vergleichbaren Erfolg wie in der Fantasy, damit das komplexe Worldbuilding auch auf längere Sicht auszahlt.

 

Fazit:

Kai Meyer gelingt mit »Die Krone der Sterne« ein fulminanter Start in die Science Fiction. Seine Space Opera ist lebendige Unterhaltung und vereint das Beste des Genres. Ein Pageturner für alle Abenteuerhungrigen Leseratten.

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Buch:

Die Krone der Sterne

Autor: Kai Meyer

Taschenbuch, 461 Seiten

FISCHER Tor, 26. Januar 2017

Cover und Illustrationen: Jens Maria Weber

 

ISBN-10: 3596035856

ISBN-13: 978-3596035854

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01EVZNXOO

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 30.01.2017, zuletzt aktualisiert: 03.07.2017 19:52