Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die Nacht der Feen von Ursula Isbel

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1942 geborene Ursula Isbel war lange Jahre als Lektorin tätig, ehe sie sich aus freie Autorin und Übersetzerin selbstständig machte und zahlreiche Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher veröffentlichte, Heute lebt sie in Staufen bei Freiburg und lässt auch den Zauber Süddeutschlands in ihre Geschichten einfließen. Speziell ihr neustes Werk „Die Nacht der Feen“ profitiert davon.

 

Um sich in ein wenig Geld zu verdienen, soll die junge Sylvie auf Anraten und Vermittlung ihrer Großmutter Nonna für einige Zeit Haushälterpflichten bei dem exzentrischen Professor Hrdliczka übernehmen, der in einer der verschlafensten Landschaften Deutschlands und dann auch noch in einem abgelegenen Haus lebt.

Die junge Frau ist zunächst sehr skeptisch, da all ihre Befürchtungen wahr werden. Der alte Mann ist nicht nur sehr stur, sondern auch noch ein überzeugter Vegetarier und Gesundheitsfanatiker, der von seiner Umwelt erwartet, dass man es ihm gleich tut.

Sie versucht das Beste aus der Situation zu machen, was allerdings nicht ganz so einfach ist, denn die Putzfrau munkelt, dass er auch ein wenig verrückt ist. Als ihr auch noch einer der Studenten, die den Professor bei seiner Arbeit unterstützen, erzählt, dass der alte Mann sich mit Feen beschäftigt, ist sie ganz davon überzeugt, dass der Jugendfreund ihrer Großmutter nicht alle Tassen im Schrank hat. Dennoch hat sie das Gefühl, dass im den Haus wirklich etwas nicht stimmt und beginnt sich genauer umzusehen. Schon bald ahnt sie, dass nicht alles nur Spinnerei ist, denn sie hört geheimnisvolle Stimmen und erlebt Dinge, die sie vorher nicht für möglich gehalten hat.

Und so taucht sie immer mehr in die Welt der Sagen und Mythen ab, die bis in die keltische Zeit reichen und ganz offensichtlich einen wahren Kern haben...

 

Anders als in vielen Büchern, die derzeit erscheinen, lässt Ursula Isbel die Wesen der Anderswelt nicht wirklich auftauchen. Ihre Heldin darf allenfalls einen Blick auf sie erhaschen und einen Hauch des Feenreiches erhaschen, mit Feen und Elfen gibt es allerdings keine Interaktion. Dafür bindet die Autorin um so mehr die Vorstellungen des Volksglaubens ein und lässt durch den Professor einen Teil ihrer Wurzeln deuten. Dabei kommen auch historische Fakten zur Sprache wie der Meteoriteneinschlag im Chiemgau in den Jahrhunderten vor Christi Geburt, der die dort siedelnden Keltenstämme zwang, sich für längere Zeit aus dieser Region zurück zu ziehen, der sicherlich auch für Legendenbildung sorgte.

Alles in allem präsentiert sie eine sehr ruhige Geschichte, in der nicht wirklich etwas Bedeutsames geschieht. Dafür setzt sie lieber auf leise Töne und den stillen Zauber, der sich in der wildromantischen Landschaft auftut.

Interessant ist das Buch damit für Mädchen zwischen zehn und vierzehn Jahren, die nicht unbedingt Action und Abenteuer mögen, aber eine atmosphärische Landschaft mit vielen Geheimnissen und einer zarten Liebesgeschichte mögen – denn natürlich entspinnt sich auch noch mehr zwischen Sylvie und Hendrik dem Studenten, auch wenn die Figuren insgesamt sehr blass bleiben. Ältere Leser könnten dagegen eher enttäuscht werden, da die Geschichte nur leidlich spannend ist und kaum überraschende Wendungen besitzt.

 

Das macht „Die Nacht der Feen“ zu einem Buch für die Leser, die vor allem eine Lektüre mit stimmungsvollen Beschreibungen mögen und sich davon fesseln lassen können.

 

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Die Nacht der Feen

Autorin: Ursula Isbel

Gebunden, 254 Seiten

Ueberreuter, erschienen im Januar 2009

Titelbild von Silvia Christoph

ISBN-10: 3800054647

ISBN-13: 978-3800054640

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 12.03.2009, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49