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Die Nacht der lebenden Trekkies von Kevin David Anderson & Sam Stall

Rezension von Christel Scheja

 

Was genau Kevin David Anderson und Sam Stall dazu brachte, Trekkies und Zombies zusammen zu bringen, wird man wohl nie wirklich erfahren. Sicher ist nur, dass sie ziemlichen Spaß daran hatten, ihre Helden in Situationen zu bringen, in denen die erste Direktive wohl nicht besonders gut einsetzbar ist.

 

Gut zwanzig Kilometer vom Raumfahrtzentrum in Houston entfernt, gibt es in einer geheimen Einrichtung der Air Force einen Zwischenfall, der der Öffentlichkeit verschwiegen wird. Allerdings kann auch die Bombe, die den Stützpunkt einäschert, nicht verhindern, dass eines der Wesen, die dort gefangengehalten wurden, entkommt.

Derweil wird im Hotel „Botany Bay“ in Houston eine kleine aber feine Star-Trek-Convention ausgerichtet. Der Afghanistan-Veteran Jim Pike ist dort Sicherheitschef und hofft dabei nicht auf all zu große Probleme. Dank seiner kleinen Schwester Randy kennt er sich selbst ganz gut in dem Universum aus, so dass er keine Schwierigkeiten kommen zu sehen scheint. Anfangs sieht es gut aus. Die Convention läuft mit den Hardcore-Fans an, die schneller als gedacht, in ihre Rollen schlüpfen. Ein Hotelgast dreht allerdings durch und beißt wild um sich, so dass er entfernt werden muss.

Dann aber schlägt das friedliche Treffen in blutiges Chaos um, denn immer mehr Männer und Frauen verwandeln sich ohne ersichtlichen Grund in fleischhungrige Zombies, die auf die noch lebenden Anwesenden Jagd machen. Alle bilden an einer gut sichtbaren Stelle des Körpers dann auch noch ein drittes Auge aus, das Lebende beeinflussen kann, wenn man sich nicht dagegen wehrt. Die Toten selbst sprechen nicht.

Jim bleibt keine Zeit, sich viele Gedanken zu machen, denn schon bald muss er sich den Weg freischießen und schlagen, um wenigstens ein paar Leute und seine Schwester zu retten, die noch nicht infiziert sind. Ob die Quelle wirklich der wild gewordene Hotelgast war, ist jetzt egal, jetzt geht es nur noch um das nackte Überleben. Zu einer tapferen Mitstreiterin, auf die er sich verlassen kann, gehört auch „Prinzessin Leia“.

 

Wie in den meisten Zombiefilmen so ist auch hier die Handlung auf ein Mindestmaß beschränkt und läuft nach dem klassischen Schema ab: Die Infizierung breitet sich aus, und nur eine kleine Schar von Überlebenden ist am Ende noch da, die sich nach draußen durchkämpfen muss. Natürlich beißen dabei auch einige der Leute ins Gras, und vielleicht ist sogar einer unter ihnen, der etwas mehr weiß, und alles dafür tut, dem Grauen in die Hände zu arbeiten.

Hier mag der Roman keinen Preis gewinnen, was ihn aber so vergnüglich macht, sind die vielen Film- und Serienzitate, die sich nicht nur auf die Star Trek Serien beschränken, die liebevolle Überzeichnung der Fans und ihrer Vorlieben, Abneidungen und Feindseligkeiten. Dabei geht es zwar blutig zu, aber die Splatterszenen sind bewusst in das Groteske verzerrt, genau so wie das Ende. Alles in allem setzen die Autoren hier weniger auf Spannung als Ambiente, und davon gibt es in der Geschichte reichlich. Wer selbst schon auf kleineren Cons war, weiß, wovon die Autoren reden, wer noch nie etwas davon gehört hat, wird vielleicht Lust bekommen.

 

Insgesamt gesehen spricht „Die Nacht der lebenden Trekkies“ wohl in erster Linie Star Trek-Fans an, wer Zombieromane mag, wird hier zu wenig Grauen, Blut und Gedärme finden, auch mit der Logik sehen es die Autoren manchmal locker.

Wer sich aber im Serienuniversum gut auskennt, wird seinen Spaß an den vielen kleinen Anspielungen und Nettigkeiten haben, die sich nicht nur auf die Serien, sondern auch die Leute, die Media-SF lieben, beziehen.

 

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Die Nacht der lebenden Trekkies

Autoren: Kevin David Anderson & Sam Stall

broschiert - 302 Seiten

Heyne, erschienen Juli 2011

Titelbild von Animagic, Bielefeld

ISBN-10: 3453528557

ISBN-13: 978-3453528550

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B005C31J2I

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.11.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18