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Die Nadir-Variante von Armin Rößler

Reihe: Argona

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Eine gigantische Flotte von Raumschiffen bringt Tod und Vernichtung über den Planeten Elgin und seine Bewohner. Der junge Pilot Paz Nadir kämpft für die Rettung seiner Heimat und um sein Überleben. Sein Weg führt ihn in die Tiefen des Alls und auf fremde Welten, wo er zum Spielball der Mächte zu werden droht.

Wer ist Hentscher Rof? Was erwartet Nadir auf der Raumstation Penquareel? Was suchen die geheimnisvollen Torshoi, die aus tiefer Vergangenheit wieder auftauchen? Welche Ziele verfolgt die Bruderschaft von Taronn? Was hat es mit den Gnossanden auf sich? Und wird Ville Sterndaal, der Herrscher von Cheros, der Verantwortung für sein Volk und ein ganzes Sonnensystem gerecht werden?

 

Rezension:

Als Armin Rößler 2008 seine Argona-Trilogie abschloss, plante er eigentlich, recht bald weitere Romane in diesem Universum zu verfassen. Neben seiner journalistischen Tätigkeit und der Herausgabe meist hochgelobter SF-Anthologie blieb ihm jedoch nur wenig Zeit, sodass sich seine Fans mit einigen Kurzgeschichten begnügen mussten.

 

Doch Die Nadir-Variante geisterte als Projekt beständig im Netz herum und obwohl er Nachfragen schon bald nicht mehr hören konnte schrieb er dann doch diesen Roman.

Zeitlich vor der Trilogie angesiedelt erleben wir ein Wiedersehen mit Paz Nadir. Als Junger Pilot in der Flotte seines Heimatplaneten Elgins muss er mitansehen, wie die Schlacht gegen eine plötzlich ins System springende feindliche Übermacht im Desaster endet. Gerade noch so kann er sich aus seinem getroffenen Jäger in ein anderes Raumschiff retten, einer Kiste, dessen Pilot bei einem Treffer ums Leben kam. Kurz bevor sein Sauerstoffvorrat zu Ende geht, kann er sich auf ein plötzlich auftauchendes Schiff retten. Es gehört der mysteriösen Bruderschaft von Taronn und sie nehmen Paz Nadir mit auf ihren Planeten. Dort darf er das Zentrum ihres Glaubens sehen, einen seltsamen Baum in dessen Nähe Nadir eine Art spirituelle Erfahrung macht.

 

Auch der Herrscher des weitentfernten Planeten Cheros, Ville Sterndaal, hat ein ähnliches Problem wie die Bewohner Elgins. Eine riesige Flotte ist in sein Sonnensystem gesprungen und verlangt Zugang zum vierten Planeten Suflan. Ein Machtkampf um ein ganz besonderes Geheimnis beginnt …

 

Armin Rößlers Stärke ist die Erschaffung von komplexen Figurenkonstellationen. Meist in Rückblenden gibt er seinen Figuren Hintergrund und liefert damit viele kleine Storys innerhalb des Romans. Großartige Beispiele dafür sind die Ereignisse um den Skoipen Vendher-Dor und der Ausflug von Sterndaals Tochter Esre nach Palagio Doch je näher wir dem Finale kommen, umso gedrängter wird die Handlung und nimmt die Detailtiefe ab. Dadurch verlieren auch die Figuren einiges an Profil. Besonders deutlich wird das bei Esre, deren dramatisches Potential am Ende als One Night Stand verpufft.

Aber es gibt auch im zentralen Konflikt um Suflan Probleme mit der Motivation. Ville Sterndaals Weigerung, die Torshoi nach Suflan fliegen zu lassen könnte man noch als aristokratischen Trotz verstehen, jedoch erweist er sich im weiteren Verlauf durchaus als umsichtiger Diplomat.

Die Hintergründe um das zentrale Element, jene seltsamen Bäume, werden nur kurz angerissen. Die unterschiedlichen Bezüge der Torshoi und der Brüder von Taronn zu ihnen hinterlassen mehr Fragen als Antworten und bieten vielleicht Raum für eine Fortsetzung, aber Antworten hätte man sich gleich hier und jetzt gewünscht.

Doch wer weiß, wohin Armin Rößlers literarischer Weg noch führt.

 

Das Titelbild von Slava Gerj weist zwar keinen besonderen Bezug zum Inhalt auf, stellt aber auf jeden Fall einen besonderen Augenschmaus dar.

 

Fazit:

Mit »Die Nadir-Variante« legt Armin Rößler nach langen Jahren des Wartens einen neuen Roman aus seinem »Argona«-Universum vor. Das schnell und flüssig erzählte SF-Abenteuer kann den aufgebauten Hintergrund nicht bis zur Gänze nutzen und lässt wesentliche Fragen unbeantwortet, inklusive der nach dem nächsten Band.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Nadir-Variante

Reihe: Argona

Autor: Armin Rößler

Taschenbuch, 299 Seiten

Wurdack Verlag, 14. Oktober 2017

Cover: Slava Gerj

 

ISBN-10: 3955561003

ISBN-13: 978-3955561000

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B076H7WLFZ

 

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Erstellt: 15.11.2017, zuletzt aktualisiert: 24.07.2020 15:25