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Die Rache des Feuerdämons von Dorothy und Thomas Hoobler

Rezension von Christel Scheja

 

Schon einmal haben Dorothy und Thomas Hoobler den Leser in das Land der Aufgehenden Sonne entführt. In „Der Rubin des Samurai“ bewies der 17jährige Händlerssohn Seikei bei der Aufklärung eines Diebstahls und eines Mordes, welches Potential in ihm steckte. Weil er maßgeblich daran beteiligt war, eine Intrige aufzuklären, die bis in die Kreise des Shongun reichte, bewies ihm der adlige Richter Ooka die Ehre als sein adoptierter Sohn in sein Haus zu kommen, um die Chance zu erhalten, eines Tages selbst in die Kaste der Samurai aufzusteigen.

 

Doch dass dies gar nicht so einfach ist, merkt Seikei schon bei den einfachsten Übungen seiner Ausbildung. So sehr er sich auch anstrengt, es will ihm nicht annähernd gelingen, selbst in Disziplinen wie das Bogenschießen die Leistung der anderen zu bringen, auch wenn seine Lehrer sehr geduldig mit ihm sind.

Manchmal ist er nahe am Verzweifeln. Dann aber bringt ihn ein neuer Auftrag seines Adoptivvaters auf andere Gedanken. Richter Ooka geht der Frage nach, warum ständig ganze Stadtviertel Edos in Flammen aufgehen, denn er hat weder einen Täter noch ein Motiv für die Brandstiftung.

Es gibt nur einen vagen Hinweis: Kann es vielleicht sein, dass die Feuersbrünste mit dem Fund einiger Geishas zusammen hängen, die in der letzten Zeit grausam ermordet wurden? Und mit denen eine Frau in einem auffälligen Kimono zu tun hatte?

Um das heraus zu finden, schickt Richter Ooka seinen Ziehsohn als Diener verkleidet in ein Teehaus, in das regelmäßig Geishas einkehren, damit der die Unterhalterinnen und ihre Gäste im Auge behält und ihm von deren Verhalten berichten kann.

Seikei stürzt sich mit Eifer in die Arbeit, sein Enthusiasmus wird aber schon bald durch andere Diener, zickige Geishas (und solche die es noch werden wollen) aber auch in ihrer Trunkenheit grobe Samurai gebremst. Und recht schnell findet er heraus, das tatsächlich jemand seine Finger im Spiel hat, der voller Hass und Rache auf eine ganz bestimmte Geisha ist. Bevor er diese Person jedoch enttarnen kann gerät er selbst in den Verdacht, der Brandstifter zu sein...

 

 

Wie schon der erste - unabhängig von dieser Geschichte zu lesenden Roman „Der Rubin des Samurai“ bietet auch „Die Rache des Feuerdämons spannende und lebendige Unterhaltung, die die Informationen über Kultur und Lebensphilosophie des feudalen Japan im 18 Jahrhundert, als das Land sich abgeschottet hatte und alle Macht in den Händen des Shogun lag, geschickt unterbringt. Zwar merkt man dem Roman die westliche Sichtweise an, die Autoren achten jedoch darauf, immer deutlich zu machen, welchen Stellenwert gesellschaftlicher Status und bestimmte Regeln im alten Japan haben. Auch hier geht es wieder um eine bittere Tragödie zwischen Eifersucht, Verzweiflung und Hass.

Als Leser wird man sehr schnell mit den Figuren warm, den Autoren gelingt es behutsam und geschickt das doch sehr fremdartige Denken und Fühlen der Japaner gerade aus dieser Epoche nahe zu bringen und zu vermitteln. Und die Handlung kann ältere Leser, die sich für das Land der Aufgehenden Sonne interessieren, in den Bann schlagen und verzaubern.

 

So ist „Die Rache des Feuerdämons“ wie sein Vorgänger ein Kleinod in stimmungsvoller Aufmachung, das nicht nur Jugendliche, sondern alle Fans japanischer Kultur nicht enttäuschen dürfte.

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

i...
Mittwoch, 28. Dezember 2011 22:25 Uhr
Ich hab das Buch schon gelesen es ist toll und mach darüber eine GFS

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Die Rache des Feuerdämons

Autoren: Dorothy und Thomas Hoobler

broschiert – 224 Seiten

Ravensburger, erschienen Februar 2007

ISBN 978-3-473-58251-8

Übersetzung aus dem Englischen von Yvonne Hergane

Titelbild von Dirk Lieb & Peter Gric

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.03.2007, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49