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Die Regel der Zwei von Drew Karpyshyn

Reihe: Star Wars

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Nach der Explosion der Gedankenbombe aus Ruusan vermutet der Jedi-Rat, dass der Orden der Sith endgültig ausgelöscht wurde. Doch während die politischen Friedensbestrebungen auf Coruscant forciert werden, bereitet der letzte verbliebene Sith-Lord Darth Bane auf Ruusan bereits die Rückkehr seiner Brut vor. Gemeinsam mit seiner Schülerin, der erste zehnjährigen Zannah, beschließt er, die Zukunft der Sith der Macht der Zwei zu überlassen – einem Meister und einem Schüler. Unbemerkt vom Rat der Jedi wächst in Zannah und ihrem neuen, wissbegierigen Meister die Dunkle Seite der Macht. Erst viel zu spät bemerkt der Padawan des legendären Generals Hoth von den fürchterlichen Ränken, die auf Ruusan und einzelnen Nebenwelten ausgetragen werden. Erst als sich die Gerüchte zu bewahrheiten scheinen, wagt eine Abordnung der Jedi unter der Führung des einflussreichen Farfalla den Vorstoß, um die Bruderschaft endgültig zu vernichten. Doch die Macht ist groß in Bane und seiner Schülerin – und ihre wachsende Kompromisslosigkeit scheint die Bösartigkeit des verloren geglaubten Sith-Ordens noch zu überflügeln…

 

Rezension:

Nach dem erfolgreichen Darth Bane-Debüt „Schöpfer der Dunkelheit“ belebt Drew Karpyshyn einen der finstersten Charaktere des gesamten Sternenkrieg-Universums ein weiteres Mal und setzt unmittelbar an die Handlung seines letzten Titels an. Dabei ist der neueste Roman in seiner Konzeption völlig anders als das letzte Werk des Autors, vor allem weniger actionreich als die düstere Geschichte um die Gedankenbombe und die vorläufige Auslöschung der dunklen Bruderschaft. „Die Regel der Zwei“ ist stattdessen in erster Linie ein Roman, der die Motive und die Persönlichkeit der Sith näher charakterisiert und den Krieg zwischen der dunklen und der hellen Seite der Macht größtenteils in den Hintergrund stellt. Es geht um Boshaftigkeit, ständige Selbstzweifel, anrüchige Erleuchtungen und das eigentliche Charakteristikum der dunklen Seite – und dieses wird gerade im Beispiel der nicht immer schlüssig und überzeugt handelnden Zannah sehr gut geschildert.

 

Dennoch verläuft die Handlung weitestgehend zäh und träge, was einerseits sicher daran festzumachen ist, dass die Action eine unbedeutende Rolle spielt, andererseits aber auch damit zusammenhängt, dass die Motivation hinter der Story diejenige ist, einige Mysterien der fernen Vorgeschichte um den Sith-Orden aufzudecken. So entdeckt Bane bei seinen Forschungen Spuren alter Sith-Meister, stößt auf den Ursprung der dunklen Seite, legt den Grundstein für einige noch ungelöste Verbindungen zum späteren Imperium und schlägt geschickt die Brücke zwischen den ganz alten Wurzeln und den Geschehnissen, die peu a peu zu den Ereignissen der ersten Film-Trilogie führen. Insofern ist „Die Regel der Zwei“ definitiv ein gewinnbringendes Buch, das man sich als Fan und leidenschaftlicher Liebhaber der „Star Wars“-Romanzyklen nicht entgehen lassen sollte.

Dem gegenüber steht eine größtenteils spannungsarme Story, die zwar einige dramatische Züge annimmt – so zum Beispiel im anschwelenden Gewissenskonflikt Zannahs’, die ihren eigenen Vetter zum Krüppel gemacht hat, ihn aber dennoch nicht vernichten kann – insgesamt aber nur wenige Passagen bietet, die wirklich zu fesseln vermögen. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Sith-Abkömmlingen und den Jedi sind nur schmückendes Beiwerk und werden in ihrer Intensität auch dementsprechend behandelt. Ebenso farblos gestaltet sich auch Banes Kampf gegen die parasitären Oberlisken, die seinen Körper befallen und ihn in eine unliebsame, hasserfüllte Symbiose treiben. Als Idee mag das Ganze interessant sein, zumal sie einen direkten Einfluss auf die Charakterentwicklung des Sith-Lords hat. Doch in ihrer teils lieblosen, wenig ambitionierten Umsetzung geht der flüchtige Glanz auch schnell wieder verloren und der Ansatz eines Akzentes vergessen.

 

Aus den genannten Gründen ist „Die Regel der Zwei“ daher auch nicht mehr als eine informative Ergänzung, die sich ausführlich über manche Umstände der Sith-Urpsrünge auslässt. Wer jedoch einen spannungsgeladenen Roman mit dem gewohnt hohen Anteil an politisch motivierter Action erwartet, sollte seine Hoffnungen ein wenig zurückschrauben. Derartiges bietet der Nachfolger von „Schöpfer der Dunkelheit“ nämlich nicht!

 

Fazit:

Drew Karpyshyn drosselt in seinem zweiten Darth Bane-Roman gehörig das Tempo und konzentriert sich vornehmlich auf das Charakterdesign. Der Effekt ist markant: Mehr „Star Wars“-Infotainment, dafür aber deutlich weniger Spannung – und das ist letzten Endes nicht komplett befriedigend!

 

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Die Regel der Zwei

Reihe: Star Wars

Autor: Drew Karpyshyn

Broschiert: 349 Seiten

Verlag: Blanvalet (Dezember 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442265967

ISBN-13: 978-3442265961

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.03.2009, zuletzt aktualisiert: 24.05.2020 23:15