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Die schwarze Stadt von John Saul

Rezension von Guido Latz

 

Seit fast dreißig Jahren ist John Saul im Geschäft, 1977 gelang ihm der Durchbruch mit "Wehe, wenn sie wiederkehren" - und seither schreibt er Roman um Roman. 1997 schrieb er im Sog der "Green Mile"-Reihe von Stephen King ebenfalls eine Taschenbuchserie, die sechsteilige "The Blackstone Chronicles". Mit "Die schwarze Stadt" erscheint nun ein neuer Roman von ihm bei Heyne.

 

Eingeleitet wird der Roman mit einer - scheinbaren - Traum-Sequenz. Eine Frau wird nachts in einem Wald verfolgt. Als sie erwacht, ist das letzte was sie bemerkt, dass sie von ihrem eigenen Mann im Bett ermordet wird.

 

Saul setzt die Handlung des Romans aber später und - scheinbar - völlig anders an. Über weite Strecken des Romans entwickelt sich der Roman anders, als es im Prolog den Anschein hatte. Denn der Autor konzentriert sich auf zwei Teenager, die als Einzelgänger abseits ihrer Eltern und Gleichaltrigen stehen, der Horror, das Grauen geht also zunächst weniger von einer übernatürlichen Kraft oder dem Bösen als Nichtgreifbares aus, sondern von ihren Mitmenschen.

Somit haben wir gleich die beiden wesentlichen Probleme: die Protagonisten und das fehlende Element der Phantastik. Beides hat man aber vermutlich erwartet, als Käufer. Geboten wird dann über weite Strecken Spannung und Thema eines durchschnittlichen US-TV-Films, der jeden versucht anzusprechen, der aber nicht wirklich eine Zielgruppe hat; den man aufgrund der Fähigkeit des Autors durchaus flott lesen und konsumieren kann, der aber nicht das bietet, was man erwartet hat.

 

Zum Ende hin zieht Saul das Tempo und die Story noch einmal an und man wird durchaus entschädigt und - für die Mühe, die man sich gemacht hat - "belohnt". Das bedeutet aber nicht, dass das den Roman rettet. Weil zumindest ich nach dem Lesen des Prologs und den Möglichkeiten, die sich hätten bieten können, eher enttäuscht wurde. Es mag sein, dass der Horror, der von Menschen ausgeht ohne einen Phantastischen Hintergrund funktioniert, angemessen ist und begeistern kann; bisweilen hatte ich aber den Eindruck, dass Saul sich selbst nicht so recht entscheiden konnte, was er wollte und meinte.

 

Fazit: handwerklich ohne Fehl und Tadel konnte ich mit der Geschichte nur wenig anfangen. Das lag über weite Strecken an den Protagonisten und eine Handlung, mir zu weit von der Phantastik entfernt. Gute, kurzweilige Unterhaltung auf leichtem Niveau wird dennoch zweifelsohne geboten.

 

Eure Meinung:


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Die schwarze Stadt

Autor: John Saul

Broschiert - 431 Seiten - Heyne

Erscheinungsdatum: April 2006

ISBN: 3453431588

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 17.06.2006, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57