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Die Stadt der toten Seelen von John Rickards

Rezension von Markus Mäurer

 

Ein ruhiges Wochenende mit seiner Freundin Gemma - das ist alles was sich der ehemalige FBI Agent und jetziger Privatdetektiv Alex Rourke wünscht. Nebenbei noch ein paar Recherchen für einen Fall, bei dem es um eine vermisste Person geht, aber ansonsten ein gemütliches und romantisches Wochenende. Dass daraus nichts wird, kann sich der aufgeweckte Leser schon denken. Denn schließlich handelt es sich bei „Die Stadt der toten Seelen“ nicht um einen Liebesroman, sondern um einen Krimi. Und ein Krimi beginnt meist mit einem Mord. Dieses Mal trifft es, man ahnt es schon, die Pathologin Gemma – Alex Freundin. Tief betroffen und von Rachegedanken geleitet begibt sich Alex in die kleine Stadt in Vermont, in der Gemma wohnte und starb. Von den Ermittlungsarbeiten der hiesigen Polizei wenig beeindruckt und von einigen Ungereimtheiten alarmiert, beginnt Alex eigene Ermittlungen anzustellen. Dabei stößt er auf immer weitere Spuren und Verbrechen die anscheinend in Zusammenhang mit dem Mord stehen. Dabei bewegt er sich durch eine unwirkliche Nebelwelt die von den Echos der Vergangenheit durchdrungen ist.

 

„Die Stadt der toten Seelen“ ist kein typischer spannender Hochgeschwindigkeitsthriller, sondern ein eher klassischer Krimi der vor allem durch seine melancholische Stimmung und die unwirkliche Atmosphäre durch die der Privatdetektiv Alex Rourke treibt. Von tiefer Trauer erfüllt, verschwimmen für ihn die Grenzen zwischen Traum, Wirklichkeit und Vergangenheit. Der Schatten von Gemma folgt im ständig bei seinen Ermittlungen. Der Autor erzeugt sogar ein bisschen Gruselstimmung, wenn Alex in Gemmas Haus auf – die aus Horrorhausgeschichten bekannten – „kalten Stellen“ im Haus trifft.

 

Es ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass Rickards seinen Roman im Präsens geschrieben hat. Doch spätestens nach Gemmas Tod zeigt sich der Vorteil dieser Wahl. Der Leser durchlebt unmittelbar mit Alex dessen Suche nach dem Täter und seine Konfrontation mit den Schatten der Vergangenheit. Stil und Tonfall sind bei den zunächst schleppend anlaufenden Ermittlungen durchaus angemessen. Ermittlungsarbeit ist Laufarbeit und so begleitet man Alex auf seinen Wegen durch die Provinz.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod und Alex Treiben durch eine Zwischenwelt, sind bestimmend für die Atmosphäre des Buches. Diese Atmosphäre ist es, die „Die Stadt der toten Seelen von gewöhnlichen Krimis abhebt. Denn der Kriminalfall an sich, ist ganz gewöhnlich, wenn auch das Ende zu überraschen weiß.

Das Titelbild und der deutsche Titel sind absolut nichtssagend. Der Originaltitel „The Touch of Ghosts“ passt da viel besser.

 

„Die Stadt der toten Seelen“ ist ein atmosphärisch dichter Krimi, mit einer gemächlichen Geschichte die durchaus Spannung aufweist, aber vor allem durch ihre melancholische, teils bedrückende Stimmung zu überzeugen weiß.

 

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Die Stadt der toten Seelen

Autor: John Rickards

Broschiert: 348 Seiten

Verlag: Goldmann (Juni 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442459834

ISBN-13: 978-3442459834

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.07.2007, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57