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Die Stunde der Vampire von Carrie Vaughn

Reihe: Midnight Hour, Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den Romanen im Bereich der Dark Fantasy, die auch für Genre-Fans interessant sind, weil sie sich eben nicht nur damit beschäftigen, wie der Vampir oder Werwolf seine menschliche Geliebte ins Bett bekommt, gehört die „Midnight Hour“-Serie von Carry Vaughn. Sie erzählt von den Abenteuern der Kitty Norville. Weil sie die Moderation einer immer erfolgreichen Sendung nicht aufgeben will, gerät sie mit ihrem Werwolfsrudel aneinander und muss schließlich ihre Heimatstadt verlassen.

 

Seither reist sie von einem Radiosender zum anderen, in der Angst, dass sie ihr früherer Alpha-Wolf aufspüren könnte, denn sie will die „Midnight-Hour“ nicht aufgeben, in der sich alle an sie wenden können, die bereits übernatürlichen Wesen begegnet sind, alltäglich mit ihnen zu tun haben oder gar mit ihrer eigenen Natur nicht zurecht kommen. Sie beantwortet die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen und geht dabei feinfühlig wie ein Therapeut vor.

Weil sie dadurch auch immer größere Bekanntheit erlangt, bittet man sie schließlich nach Washington zu kommen, um dort an einer Debatte im Senat teilzunehmen, in der über die Existenz und Gefährlichkeit von Gestaltwandlern und anderen Kreaturen der Nacht diskutiert werden soll. Kitty zögert zuerst, weiß aber auch, dass sie sich nicht sperren darf, weil sie sonst noch mehr auffallen könnte. Denn sie kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob man bereits ihre zweite Natur kennt oder sie nur als Expertin für das Übernatürliche betrachtet.

In der Stadt kommt sie bei einer freundlichen aber auch sehr reserviert wirkenden Vampirin unter und bemüht sich, sich von ihresgleichen fern zu halten, um nicht wieder Ärger mit einem Rudel zu bekommen. Allerdings ist der freundliche Werjaguar Luis zu nett, um ihn links liegen zu lassen.

Noch ahnt sie nicht, dass die Gefahr von ganz anderer Seite kommt, als sie vermutet, denn Senator Duke, der zu denen gehört, die so etwas wie Werwölfe am liebsten ausgerottet sähe, hat heimliche Verbündete, die sie früher oder später in die Enge treiben und überführen sollen. Und zu denen gehört nicht unbedingt nur der Forschungsleiter einer Behörde zur Erforschung übersinnlicher Phänomene.

In der Bonus-Story „Kitty und die Band“ wird sozusagen die Sage um den Teufelsgeiger noch einmal neu aufbereitet. Im Gegensatz zum Roman ist die Geschichte eher humorvoll – ein angenehm gelungenes Intermezzo.

 

 

Wie auch schon der erst Band „Die Sunde der Wölfe“ fällt auch „Die Stunde der Vampire“ angenehm aus der Reihe: Es gibt keine wirkliche Liebesgeschichte – auch wenn Kitty durchaus bei Luis Trost suchen darf. Die Romantik drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt genug Raum, damit sich die Heldin weiter entwickeln kann. Wieder lernt sie eine Lektion im Umgang mit den Menschen und muss dabei ihre innere Wölfin im Zaum halten. Nicht ihre Instinkte, sondern ihre menschliche Seite – List und Verstand helfen ihr dabei, auch diese Schwierigkeiten zu meistern. Dennoch ist sie eine Team-Spielerin und weit davon eine Superheldin zu werden. Sie macht Fehler, die fast zu einem Verhängnis werden, vertraut dem ein oder anderen zu schnell und muss erst noch Erfahrungen im Umgang mit Vampiren und anderen Kreaturen der Nacht lernen, denen sie vorher nicht direkt begegnet ist.

Alles in allem lässt sie das Abenteuer weiter reifen und neue Freunde finden.

Wie auch schon im ersten Buch zeigt sie die zwei Naturen von Kitty auf und bricht mit sämtlichen Klischees, indem sie die Werwölfin weitaus wölfischer reagieren lässt, als üblich, was zu einigen Überraschungen führt.

Und natürlich tauchen neben den vielen neuen Personen auch wieder einige alte Bekannte auf, wie Smith, der Führer einer fundamentalistischen Sekte, die sich darauf spezialisiert hat, die Wesen der Nacht auf den „rechten“ Weg zurück zu führen.

Spannung entstehen durch die vielen bösen Intrigen, in deren Netz sich Kitty verfängt, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, da die Sendung, durch die ein oder andere Frage der Zuhörer doch immer wieder zum Schmunzeln verlockt.

 

„Die Stunde der Vampire“ überzeugt sicherlich auch den ein oder anderen Genrefan, der nicht unbedingt nur Grausamkeiten und düstere Horrorszenarien vorzieht, sondern auch einmal einer modernen und zeitgemäßen Darstellung von Werwölfen und Vampiren eine Chance gibt. Der Roman ist in erster Linie ein abwechslungsreicher Thriller und Entwicklungsroman, der Schuss Humor und Romantik geben der Geschichte nur etwas Würze.

 

Eure Meinung:


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Die Stunde der Vampire

Reihe: Midnight Hour, Bd. 2

Autorin: Carrie Vaughn

Original: Kitty goes to Washington, USA 2006

Paperback , 447 Seiten

Heyne, erschienen Februar 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ute Brammertz

Titelbild von Dirk Schulz

ISBN-10: 3453524888

ISBN-13: 978-3453524880

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.03.2009, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57