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Die Stunde der Wölfe von Carrie Vaughn

Reihe: Midnight Hour, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Im Moment verkaufen sich Romane, in denen Werwölfe oder Vampire die Haupt- oder eine prominente Nebenrolle spielen, besser als je zuvor. Das mag daran liegen, dass die Liebesromanautoren die Kreaturen der Nacht für sich als neue und exotische Liebhaber entdeckt haben, sättigt aber den Markt auch mit all zu vielen ähnlich klingenden Büchern. Nur hin und wieder gibt es Bücher, die aus der Masse heraus ragen. Dazu gehört „Die Stunde der Wölfe“ von Carrie Vaugh, dem Auftakt der Serie „Midnight Hour“.

 

Kitty Norville moderiert seit einiger Zeit eine immer erfolgreiche werdende Sendung im Nachtprogramm eines kleinen Lokalsenders. Hier können all diejenigen anrufen, die Fragen und Probleme haben, mit denen sie sich an niemand anderen wenden können. Die junge Radiomoderatorin hört sich genau an, was sie zu ihren Begegnungen mit übersinnlichen Wesen oder auch dem Umgang mit ihrer eigenen Natur zu erzählen haben und antwortet nach bestem Wissen und Gewissen. Sie geht dabei recht feinfühlig vor, so als wisse sie, von was sie rede.

Und das ist auch wirklich so. Vor ihren Kollegen und dem Rest der Welt verbirgt Kitty ihre wahre Natur. Nur wenige wissen, dass sie eine Werwölfin ist, die das Glück oder Pech hatte, gerade erst in ein Rudel aufgenommen zu werden. Denn dort muss sie sich als Rangniedrigste alles gefallen lassen, vor allem von Alphamännchen Carl, der nicht nur Kontrolle über ihren Körper sondern auch über ihr Leben haben will. Ähnlich verhält es sich mit der Alphawölfin Meg, die mit harter Hand regiert.

Und so ist Kittys Privatleben nicht gerade angenehmen, denn sie muss das tun, was die beiden von ihr verlangen. Nur A.T. ein anderer Werwolf scheint sie so zu mögen, dass er ihr die ein oder andere Freiheit ermöglicht.

Auch wenn viele Zuhörer die Sendung für einen unterhaltsamen Fake halten, wird sie zu einem Erfolg, der von immer mehr Sendern im Land aufgekauft wird. Darüber ist der Rudelführer nicht gerade begeistert, weil er fürchtet, dass sie damit zu viel Aufmerksamkeit auf die Wesen der Nacht zieht, die nicht unbedingt sein muss und verlangt von Kitty, die Sendung aufzugeben, zumal auch einige der örtlichen Vampire bereits deutlich gemacht haben, dass sie ebenfalls nicht ganz so begeistert von Kittys Treiben sind.

Doch die junge Werwölfin begehrt auf, da die Sendung ihr alles bedeutet. Und so entfacht sie – ohne es zu wollen – einen Sturm von Intrigen, der nicht nur die Öffentlichkeit auf die aufmerksam macht, sondern auch das Rudel an den Rand einer Katastrophe bringt.

 

„Die Sunde der Wölfe“ fällt durch zwei Dinge angenehm auf: Zum einen spielt hier keine Liebesgeschichte die Hauptrolle, auch wenn sich zwischen Kitty und A.T. Gefühle entwickeln, und zum anderen bemüht sich die Autorin, die Unterschiede zwischen dem instinktiven Fühlen der Wölfin und dem vom Verstand gesteuerten Denken Kittys glaubwürdig darzustellen.

Der Roman ist eher der Beginn einer Entwicklungs- und Emanzipationsgeschichte. Er stellt als erster Band die Weichen für den Zyklus, indem er erst einmal Kitty und ihr Umfeld genauer vorstellt. Interessanterweise wissen einige Menschen von den Wesen der Nacht, wenn sie es auch nicht an die große Glocke hängen, so dass sich die Heldin und ihre Mitstreiter nicht ganz so intensiv damit beschäftigen müssen, ihre wahre Natur zu verstecken. Und so kann sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, wie Kitty mit sich und ihren Gefühlen ringt, weil die Wölfin in ihr das Rudel nicht verlassen möchte. Dieses gelungene Wechselspiel macht viel von der Faszination des Buches aus.

Das ganze wird zudem noch mit der Bedrohung durch eine fundamentalistische religiöse Sekte und einen frechen Kopfgeldjäger, einer rätselhaften Mordserie und einem Schuss von Romantik garniert, so dass auch Spannung aufkommt. Amüsant wird es vor allem während der Sendung, weil die ein oder andere Frage der Zuhörer doch zu schräg ist und die Antworten der Heldin darauf nicht minder.

 

Wie die Werwolfromane von Patricia Briggs bietet auch „Die Stunde der Wölfe“ von Carrie Vaugh angenehm abwechslungsreiche Unterhaltung für alle Leser, die actionreiche aber nicht all zu brutale und düstere Dark Fantasy mögen. Das Buch überzeugt jedenfalls durch seine gelungene Mischung zwischen Abenteuer, Charakterentwicklung und Humor.

zufrieden mit dem Buch zu sein.

Eure Meinung:


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Die Stunde der Wölfe

Reihe: Midnight Hour, Bd. 1

Autorin: Carrie Vaughn

Original: Kitty and the Midnight-Hour, USA 2005

Paperback , 352 Seiten

Heyne, erschienen Januar 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ute Brammertz

Titelbild von Dirk Schulz

ISBN-10: 3453524896

ISBN-13: 978-3453524897

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 17.01.2009, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57