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Die Verschwörung von Laura Gallego Garcia

Reihe: Geheime Welt Idhún, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Zwar beherrscht die englischsprachige Fantasy auch heute noch den entsprechenden Markt, aber gerade die Verlage, die keine eigenen expliziten phantastischen Reihen anbieten, sehen sich oftmals auch in anderen Sprachräumen um.

Sie versuchen dort Werke zu finden, die einerseits dem von angloamerikanischen Schriftstellern geprägten Geschmack der Leserschaft entgegen kommt, auf der anderen Seite aber auch eine eigenständige und auf ursprüngliche Wurzeln bezogene Geschichte erzählt. Und wenn diese auch oftmals als Jugendbücher erscheinen, so richten sie sich doch auch oft an Erwachsene.

Laura Gallego Garcia gehört mit ihrer Trilogie um die „Geheime Welt Idhún“ zu den Autoren, die dem Spagat zwischen Massentauglichkeit und Individualität schaffen.

 

Vor fünfzehn Jahren eroberte der Schwarzmagier Ashran die magische Welt Idhún. Zu diesem Zweck setzte er nicht nur die Sheks frei, die geflügelten Schlangen, sondern begann auch noch zielstrebig die magischen Wesen zu vernichten - vor allem die Drachen und Einhörner. Ebenso wurden die menschlichen Magier ausgerottet.

Nur wenigen gelang es zu entkommen oder sich in den letzten verbliebenen Enklaven zu verschanzen, während sie tatenlos mit ansehen mussten, wie sich Ashrans Einfluss über die Welt immer weiter ausbreitete. Wer sich ihm nicht unterwarf, wurde vernichtet - wer sich ihm unterwarf, war von nun an seiner Willkür ausgeliefert.

 

Doch eine Hoffnung hegen die letzten Rebellen noch. Denn auf einer fernen Welt - Erde genannt, wachsen zwei Kinder heran, die die Hoffnung für Idhún in sich tragen ohne es zu wissen. Da ist einmal Victoria, die bei ihrer Großmutter lebt und immer wieder die Schule und den Ort wechseln muss, weil sie aus unerklärlichen Gründen verfolgt wird und Jack, der eines Abends von einem nur wenige Jahre älteren Jungen überrascht wird, der bereits seine Eltern umgebracht hatte.

Ehe auch er sterben kann, retten ihn zwei merkwürdige Männer. Sie stellen sich als Shain und Alsan vor, Magier und Prinz eines Reiches auf Idhún, die von einer verborgenen Globule aus den Widerstand gegen Ashran leiten.

Sie holen auch Victoria und weihen beide Kinder in die überraschende Wahrheit ein. Beider Leben ist enger mit der magischen Welt verknüpft, als sie denken. In ihnen ruhen große Kräfte, die das letzte Licht der Hoffnung für die Wesen Idhúns sind. Und sie können nicht mehr zurück, da Ashran bereits von ihnen weiß, denn sonst hätte er nicht den jungen Kirtash geschickt, seinen geschicktesten und grausamsten Mörder.

In den folgenden zwei Jahren pendeln Jack und Victoria zwischen den Welten, um sich notwendiges Wissen anzueignen und stärker zu werden. Immer wieder werden sie mit den Schergen des Schwarzmagiers konfrontiert, lernen aber auch deren Schwächen und Fehler kennen. Und schon bald ist klar, wie sie vor allem Kirtash ausschalten können...

 

Die Geschichte erinnert zwar zunächst an das klassische Thema der Erdenkinder, die auserwählt sind, eine magische und ferne Welt zu retten, löst sich aber schon bald von diesem Klischee, denn Laura Gallego Garcia gibt den Geschehnissen eine überraschende Wendungl als sie ein Geheimnis enthüllt, das die Verbindung der Kinder zu Idhún und der Erde auf den Kopf stellt.

Action kommt in der Geschichte eher zu kurz. Zwar müssen sich Jack und Victoria immer wieder Konfrontationen mit Kirtash und anderen stellen und später sogar richtig kämpfen um einen magischen Stab zu erlangen, aber die junge Autorin legt mehr wert darauf, die Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu entwickeln.

Zwar gleitet sie in den Beschreibungen hin und wieder etwas ins Kitschige ab, überwiegend bleiben die Dialoge aber auf einem angenehm natürlichen Level.

Beides verleiht dem Buch eine ungewöhnliche Dichte und Tiefe, die weit über das hinaus geht, was man normalerweise von einem Jugendbuch erwartet.

Die Handlung bleibt insgesamt eher ruhig, die Spannung steigert sich zwar, aber nur langsam, so dass man schon ein bisschen Geduld aufbringen muss, ehe sich der Zauber des Buches wirklich entfaltet. Bringt man den etwas schwachen Anfang aber hinter sich wird man nach und nach in den Bann der Geschichte geschlagen und möchte wissen, wie sie aus geht.

 

Der erste Band der „Idhun“-Trilogie beginnt zwar etwas schwerfällig, belohnt aber später mit einer atmosphärisch dichten und für alle Alterstufen gleichermaßen faszinierenden Handlung, die Lust auf mehr macht, so dass es sich durchaus lohnt, einen Blick mehr in „Die Verschwörung“ zu werfen.

 

Eure Meinung:


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Die Verschwörung

Reihe: Geheime Welt Idhún, Bd. 1

Autorin: Laura Gallego Garcia

broschiert, 510 Seiten

Blanvalet, erschienen März 2006

ISBN 978-3-423-70992-7

Übersetzung aus dem Spanischen von Ilse Layer

Titelbild Stephanie Weischer unter Verwendung von Motiven von Alfonso Ruano und Pablo Nunez

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.07.2007, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06