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Die Vollstrecker von Nicolai von Michalewsky

Reihe: Mark Brandis, Bd. 6

Rezension von Christel Scheja

 

Viele ältere Leser werden die „Mark Brandis“-Reihe noch aus den Stadtbüchereien kennen, wenn sie sich schon in den 1970er und 1980er Jahren für Science Fiction interessierten und bewiesen, dass es auch noch andere Science Fiction aus Deutschen Landen gab als nur „Perry Rhodan“ und „Die Abenteuer des Raumschiffes Orion“,

Nur führte der Jugendbuchklassiker gegenüber genannten Reihen schon damals ein Schattenleben. So ist es dem Wurdack-Verlag um so mehr zu danken, diese Perle vor der Vergessenheit zu retten und so vielleicht nicht nur die Generation um die 40 für sich zu gewinnen, sondern auch jüngere Leser.

Aktuell erschienen ist der sechste Band der Reihe mit dem Titel „Die Vollstrecker“. Damit wird die Lücke zu „Testakte Kolibri“ geschlossen, dem Band der zum Auftakt zeitgleich mit dem ersten Band der Reihe erschien.

 

Es gibt Zeiten, in denen Mark Brandis seine Arbeit verflucht, weil er mehr sein muss als nur der Kommandant eines Kreuzers, der zu Rettungs- und Forschungsmissionen aufbricht, und sich nicht mit menschlicheren Problemen herumschlagen muss. Ausgerechnet er wird dazu verdonnert, Ankläger im Prozess seines alten Freundes und Kameraden Robert Monnier zu spielen.

Er soll klären, warum dieser den Raumschiffprototyp eines schweren Kreuzers aus den Werkstätten der Vega kampflos in die Hände von Terrorristen der immer aktiver werdenden Organisation „Die Vollstrecker“ gegeben hat, und nicht Widerstand geleistet hat wie seine Crew, die dafür auch noch ihr Leben gab. Denn eigentlich hätte er mit gutem Beispiel voran gehen und seine Mannschaft retten müssen.

Mark kennt den Mann gut genug, um zu wissen, dass dieser nicht ohne Grund so gehandelt hat, doch wie soll er das heraus finden, wenn er doch eigentlich Monniers Schuld beweisen müsste.

So ist er geradezu erleichtert, als das Raumschiff gesichtet wird und man ihn ausschickt, um es abzufangen und notfalls zu zerstören. Mark nimmt die Herausforderung an und wählt sich Monnier als Piloten als sein eigener durch einen Anschlag schwer verletzt wird und nicht mehr einsatzfähig ist. Er ahnt, dass nur die Flucht nach vorne dem alten Freund und ihm helfen kann, das beste aus der vertrackten Situation zu machen.

 

Eine Terrororganisation, die nichts besseres zu tun hat, als nach dem Willen ihres verblendeten, wenn auch charismatischen Führers mit allen Mitteln darauf hinarbeitet einen Weltkrieg anzuzetteln, zwei Machtblöcke, die sich argwöhnisch beäugen und einander belauern und der kleine Funke, der die Situation eskalieren lassen könnte ... blickt man sich in der Welt um, so sind diese Themen auch heute noch sehr aktuell und nicht nur etwas was die Menschheit in den 1970er Jahren beschäftigte.

Wieder einmal ist Mark Brandis, der ungewollt in das Zentrum der Ereignisse gerät und am Ende alle Fäden in der Hand hält. Von seiner Entscheidung hängen buchstäblich Krieg und Frieden ab, da er in die gleiche Situation wie Robert Monnier gerät und so menschlich involviert ist.

All das verpackt Nicolai von Michalewsky in eine spannende und abwechslungsreiche Handlung, die nicht viele Worte braucht, um einen Film im Kopf ablaufen zu lassen. Nur ein Beispiel: Obwohl die Raumschlacht des Buches eher nüchtern und technisch beschrieben wird, so fiebert man doch gespannt mit, denn immer wieder fließen Beobachtungen und Gefühle des Helden mit ein, ohne dabei zu übertreiben.

Nicht minder spannend sind seine Gedanken, die Entscheidungen, die Mark Brandis immer wieder treffen muss, um sich selbst vor seinem Gewissen verantworten zu können.

Der Autor gibt den Rahmen vor, die Phantasie besorgt den Rest und hält den Leser bei der Stange. So fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

 

Das ist es, was nicht nur „Die Vollstrecker“, sondern auch den Rest der „Mark Brandis“-Reihe ausmacht: Spannende Science Fiction Abenteuer mit zeitlosem Realitätsbezug und sympathische menschliche Helden, die einem nahe stehen.

 

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Die Vollstrecker

Reihe: Mark Brandis Band 6

Autor: Nicolai von Michalewsky

broschiert, 168 Seiten

Wurdack-Verlag, erschienen Februar 2010

Titelbild von Ernst Wurdack

ISBN-10: 3938065524

ISBN-13: 978-3938065525

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.04.2010, zuletzt aktualisiert: 24.05.2020 23:15